{"id":18258,"date":"2020-07-30T09:27:00","date_gmt":"2020-07-30T09:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2020\/07\/30\/uruguay-hat-beste-cannabis-gesetzgebung\/"},"modified":"2023-01-23T20:43:13","modified_gmt":"2023-01-23T19:43:13","slug":"uruguay-hat-beste-cannabis-gesetzgebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/uruguay-hat-beste-cannabis-gesetzgebung\/","title":{"rendered":"Uruguay Vorreiter bei der Cannabis-Gesetzgebung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Tausende Tote pro Jahr, blutige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Drogenkartellen und Kokainplantagen, soweit das Auge reicht. Diese Bilder geh\u00f6ren zu den \u2013 sicherlich nicht ganz zu Unrecht \u2013 Stereotypen, wenn man an Lateinamerika denkt. In kaum einer anderen Region haben Drogenbanden einen derart gro\u00dfen Einfluss auf Staat und Bev\u00f6lkerung wie zwischen Rio Grande und Feuerland. Dass es auch v\u00f6llig anders geht, beweist<strong> Uruguay<\/strong>. Zwar gibt es auch hier massive Probleme mit Kokain und weiteren harten Drogen, im <strong>Umgang mit Cannabis<\/strong> ist das Land allerdings Weltspitze. Die Ausgabe ist<strong> streng staatlich reguliert<\/strong>, einen gro\u00dfen Schwarzmarkt sucht man ebenso vergeblich wie Beschaffungskriminalit\u00e4t. Eine Expertin spricht gar von den besten Gesetzen der Welt. Trotzdem muss noch viel passieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Drogenexpertin und \u00c4rztin&nbsp;Raquel Peyraube \u00e4u\u00dferte sich einem <a href=\"https:\/\/taz.de\/Drogenexpertin-ueber-Cannabis-in-Uruguay\/!5695741\/\" class=\"rank-math-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medienbericht<\/a> nach \u00fcber die Cannabis-Gesetzeslage in ihrem Heimatland Uruguay:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eIm weltweiten Vergleich funktioniert das uruguayische Modell am besten. Es handelt sich nicht einfach um eine Liberalisierung, bei der alles dem Markt \u00fcberlassen wird, sondern der Staat \u00fcbernimmt Verantwortung f\u00fcr die Sicherheit, die Menschenrechte und die \u00f6ffentliche Gesundheit\u201c, so die Medizinerin.&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schreckensszenarien traten nicht ein&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Bevor die Regierung in Montevideo im Jahr 2013 die heutige Cannabis-Gesetzgebung auf den Weg brachte<strong>, gab es viel Gegenwind und Warnungen,<\/strong> insbesondere auch seitens der UN. Viele Sch\u00e4den und wesentlich mehr drogenabh\u00e4ngige Jugendliche wurden prophezeit. Von den Szenarien ist de facto nichts eingetreten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201eDer Konsum hat zwar zugenommen, aber laut Studien weniger als in prohibitionistischen L\u00e4ndern wie Frankreich, Argentinien oder Brasilien\u201c, so Raquel Peyraube. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Anders als zum Beispiel in dem US-Bundesstaat Colorado, in dem der Cannabiskonsum seit 2014 ebenfalls erlaubt ist, verzichtet man in dem s\u00fcdamerikanischen Land auf PR-Aktionen wie Happy Hours, Sonderangebote oder Rabattaktionen.<strong> In Uruguay steht die staatliche Regulation \u00fcber der Marktliberalit\u00e4t \u2013 ein Modell, was f\u00fcr viele L\u00e4nder laut der \u00c4rztin, durchaus als Referenz dienen k\u00f6nnte. <\/strong>Von einer Vorbildfunktion, so Peyraube, w\u00fcrde sie aber nicht unbedingt sprechen. Daf\u00fcr g\u00e4be es noch zu viele Schw\u00e4chen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Apotheken sind der falsche Ort f\u00fcr Cannabis zu Genusszwecken<\/h2>\n\n\n\n<p>Nachdem die<strong> Legalisierung 2013<\/strong> erfolgte, erwarteten die Menschen eine sofortige Verf\u00fcgbarkeit. Bis diese allerdings halbwegs gegeben war, vergingen viele Jahre. Der ebenfalls legalisierte eigenst\u00e4ndige oder <strong>gemeinschaftliche Anbau von Hanf wurde nur zur\u00fcckhaltend wahrgenommen<\/strong>. Bis heute schaffen es die <strong>Apotheken nicht,<\/strong> <strong>den Bedarf komplett zu decken.<\/strong> Einen kleinen Schwarzmarkt gibt es daher auch weiterhin, aber auf niedrigem Niveau. Zudem sieht Drogenexpertin Raquel Peyraube ein Problem mit den Verkaufswegen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201eCannabis zu Genusszwecken in Apotheken anzubieten, ist etwa so, als w\u00fcrde man dort auch Wein oder Tabak verkaufen. Besser w\u00e4re, eigene Cannabisshops zu schaffen, mit psychosozialer Betreuung, um Schaden zu minimieren.\u201c <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hanf zur medizinischen Nutzung geh\u00f6rt dagegen sehr wohl in die Apotheke, so die \u00c4rztin. Aber auch hier ist wenig passiert. Trotzdem wagt es heute kein Politiker mehr, im Falle eines Wahlsieges die Uhr zur\u00fcckzudrehen und Hanf wieder vollends zu verbieten.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p> \u201eDaf\u00fcr ist die Erfahrung, die wir in Uruguay gemacht haben, zu positiv\u201c, so Peyraube.&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tausende Tote pro Jahr, blutige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Drogenkartellen und Kokainplantagen, soweit das Auge reicht. Diese Bilder geh\u00f6ren zu den \u2013 sicherlich nicht ganz zu Unrecht \u2013 Stereotypen, wenn man an Lateinamerika denkt. In kaum einer anderen Region haben Drogenbanden einen derart gro\u00dfen Einfluss auf Staat und Bev\u00f6lkerung wie zwischen Rio Grande und Feuerland. 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