{"id":18260,"date":"2020-07-31T10:00:00","date_gmt":"2020-07-31T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2020\/07\/31\/therapie-mit-cannabis-auf-dem-pruefstand\/"},"modified":"2022-01-26T09:26:12","modified_gmt":"2022-01-26T09:26:12","slug":"therapie-mit-cannabis-auf-dem-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/therapie-mit-cannabis-auf-dem-pruefstand\/","title":{"rendered":"Cannabistherapie auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat einen ersten <a class=\"rank-math-link\" href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00482-019-00399-z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bericht <\/a>aus der Begleiterhebung zur <strong>Cannabis-Arzneimitteltherapie<\/strong> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine anonymisierte Begleiterhebung ist seit<strong> 2017 gesetzlich festgelegt<\/strong> und l\u00e4uft bis zum 31. M\u00e4rz 2022. Sie liefert Informationen bez\u00fcglich <strong>Cannabisarzneimittel<\/strong>, die zulasten der <strong>gesetzlichen Krankenversicherung <\/strong>verschrieben werden. Da <strong>Schmerz<\/strong> als <strong>Diagnose <\/strong>zur Verordnung von Medizinalcannabis am h\u00e4ufigsten begr\u00fcndet wurde, konnte eine Zwischenauswertung f\u00fcr die Indikation Schmerz erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schmerzpatienten erhalten bevorzugt Cannabis<\/h2>\n\n\n\n<p>Derzeit werden f\u00fcr Schmerzpatienten bevorzugt Cannabisarzneimittel eingesetzt. Das Ergebnis einer Zwischenauswertung der seit 2017 vorgeschriebenen Begleiterhebung beim Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte sieht wie folgt aus: Knapp <strong>70 Prozent<\/strong> der mit <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cannabinoide\/\" class=\"rank-math-link\">Cannabinoiden <\/a>behandelten Patienten erhalten die <strong>Fertigarzneimittel<\/strong>, <strong>Rezepturen <\/strong>und <strong>Extrakte <\/strong>in f\u00fcr diese Indikation.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Gruppe aller Schmerzpatienten wurde bei jeweils etwa <strong>einem Drittel <\/strong>der gemeldeten F\u00e4lle eine <strong>deutliche <\/strong>und <strong>moderate Besserung der<\/strong> <strong>Schmerzsymptomatik <\/strong>gemeldet. Bei <strong>28 %<\/strong> blieben die Beschwerden <strong>unver\u00e4ndert<\/strong> und bei <strong>2 Prozent<\/strong> kam es zu einer <strong>Verschlechterung<\/strong>, so berichten Dr. Peter Cremer-Schaeffer und die Kollegen vom BfArM. Hierf\u00fcr wurden \u00fcber <strong>3100 Datens\u00e4tze<\/strong> ausgewertet. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Studie nicht interventionell<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Patienten haben in den meisten F\u00e4llen <strong>weitere Analgetika <\/strong>erhalten. Schmerztherapeuten haben hier die Verordnung von Cannabinoiden immer <strong>zus\u00e4tzlich zur bestehenden Schmerztherapie<\/strong> empfohlen. Von Patienten, die <strong>l\u00e4nger als ein Jahr<\/strong> mit Cannabisarzneimitteln therapiert wurden, gaben <strong>95 %<\/strong> eine <strong>moderate <\/strong>bis <strong>deutliche Verbesserung <\/strong>an.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichtsdestotrotz sind diese Aussagen zur Wirksamkeit nur mit aller <strong>Vorsicht <\/strong>zu genie\u00dfen. Hier verweisen Dr. Cremer-Schaeffer und Kollegen auf den <strong>nicht interventionellen Charakter <\/strong>der Erhebung. Grund sind die <strong>Anonymisierung<\/strong>, weshalb fehlende Daten nicht nachgefordert werden k\u00f6nnen und zum anderen sind die Daten <strong>nicht \u00fcberpr\u00fcfbar<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dieser Studie wurden die <strong>patientenbezogenen <\/strong>Daten \u00fcber ein Online-Portal an das Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte \u00fcbermittelt. Hier wurden neben demografischen Daten auch Informationen zur <strong>behandelten Erkrankung <\/strong>bzw. <strong>Symptomatik<\/strong>, <strong>Therapieverlauf<\/strong>, <strong>Nebenwirkungen <\/strong>und <strong>Therapieerfolg <\/strong>ausgewertet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Cannabisbl\u00fcten werden J\u00fcngeren und M\u00e4nnern verordnet<\/h3>\n\n\n\n<p>Das am h\u00e4ufigsten verordnete Cannabisarzneimittel f\u00fcr Schmerzpatienten ist <strong>Dronabinol <\/strong>mit einem Anteil von 64 %. 21 % erhielten <strong>Cannabisbl\u00fcten<\/strong>, wobei hier deutlich wurde, dass besonders <strong>J\u00fcngeren<\/strong> und <strong>M\u00e4nnern<\/strong> am h\u00e4ufigsten Cannabisbl\u00fcten verordnet bekamen. Wiederum hatten nur 20 % von ihnen bereits eine Vor-Therapie und in 43 % der F\u00e4lle keine Begleittherapie erhalten. F\u00fcr die \u00c4rzte ist dies eher bedenklich, da eine <strong>Monotherapie <\/strong>mit Bl\u00fcten<strong> \u201ewenig erfolgversprechend\u201c<\/strong> sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat einen ersten Bericht aus der Begleiterhebung zur Cannabis-Arzneimitteltherapie ver\u00f6ffentlicht. Eine anonymisierte Begleiterhebung ist seit 2017 gesetzlich festgelegt und l\u00e4uft bis zum 31. M\u00e4rz 2022. Sie liefert Informationen bez\u00fcglich Cannabisarzneimittel, die zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben werden. 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