{"id":18373,"date":"2020-10-16T07:47:00","date_gmt":"2020-10-16T07:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2020\/10\/16\/schweiz-fake-cannabis-auf-dem-markt\/"},"modified":"2023-01-23T20:36:38","modified_gmt":"2023-01-23T19:36:38","slug":"schweiz-fake-cannabis-auf-dem-markt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/schweiz-fake-cannabis-auf-dem-markt\/","title":{"rendered":"Schweiz: Erneut synthetische Cannabinoide auf dem Markt"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit einem halben Jahr taucht auf dem Schweizer Schwarzmarkt immer h\u00e4ufiger <strong>Nutzhanf <\/strong>auf, der mit <strong>synthetischen Cannabinoiden behandelt<\/strong> ist. Diese k\u00fcnstlichen, im Labor hergestellten Cannabinoide k\u00f6nnen <strong>gef\u00e4hrliche Auswirkungen<\/strong> haben und unter Umst\u00e4nden sogar <strong>lebensgef\u00e4hrlich <\/strong>werden. Suchtexperten warnen deshalb ausdr\u00fccklich davor.<\/p>\n\n\n\n<p>Synthetischen <a class=\"rank-math-link\" href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cannabinoide\/\">Cannabinoide <\/a>als THC-Ersatz sind nichts Neues. Seit Jahren wird mit <strong>aufgepeppte Kr\u00e4utermischungen gehandelt, die mit k\u00fcnstlichen Cannabinoide hergestellt werden<\/strong>. Diese &#8222;LegalHighs&#8220; sind mehr oder weniger legal und werden trotz gesundheitlicher Gefahr zu Rauschzwecken konsumiert. Neu ist jedoch, dass THC-armer Nutzhanf damit aufgepeppt wird und <strong>nichts ahnenden K\u00e4ufern<\/strong> auf der Stra\u00dfe als &#8222;normales&#8220; Cannabis verkauft wird. Diese Masche forderte europaweit bereits <strong>mehr als 60 Todesopfer<\/strong>, wobei die Dunkelziffer sicher weitaus h\u00f6her liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es tauchte sogar mit&nbsp;<strong>synthetischen Cannabinoiden&nbsp;versetztes Haschisch<\/strong> auf dem Schweizer Schwarzmarkt auf, das europaweit bereits f\u00fcr gut zwei Dutzend Todesf\u00e4lle verantwortlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Szenenkenner beobachten diese Vorgehensweise in der Schweiz seit einem halben Jahr. Dabei seien <strong>ein bis zwei F\u00e4llen in der Woche<\/strong> offenkundig geworden, w\u00e4hrend auch hier die Dunkelziffer wesentlich h\u00f6her ist. Dies berichtet Alexandre Brodard, Leiter der Suchthilfe-Stelle Contact Nightlife in Bern.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles was man f\u00fcr die <strong>Herstellung<\/strong> ben\u00f6tigt, ist ziemlich einfach zu bekommen. Um das fabrizierte Gemisch aus verschiedenen psychoaktiven Substanzen auf die Hanfbl\u00fcten zu spr\u00fchen, braucht man lediglich billigen Industriehanf und einen simplen Zerst\u00e4uber.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gro\u00dfe Gefahr der synthetischen Cannabinoide<\/h2>\n\n\n\n<p>Durch das <strong>ungleichm\u00e4\u00dfige verspr\u00fchen<\/strong> der synthetischen Cannabinoiden auf den Hanfbl\u00fcten <strong>entsteht ein gro\u00dfes Problem<\/strong>. Manche Stellen bekommen dabei nur so geringe Mengen ab, dass keine nennenswerte Rauschwirkung erzielt wird. Auf anderen Bl\u00fcten ist jedoch eine<strong> sehr hohe Konzentration zu verzeichnen, was problematisch werden kann.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Gefahr birgt die Tatsache, dass sich k\u00fcnstlich hergestellte Cannabinoide genauso wie nat\u00fcrlich vorkommende an Rezeptoren des <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/endocannabinoidsystem\/\" class=\"rank-math-link\">Endocannabinoidsystems <\/a>binden. Diese <strong>Bindung synthetischer Cannabinoide<\/strong> an die Rezeptoren ist allerdings im Gegensatz zu <a class=\"rank-math-link\" href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/thc\/\">THC <\/a><strong>ungleich st\u00e4rker und dauert oft viel l\u00e4nger an<\/strong>. Je nach Cannabinoid kann die Wirkung 50 bis 700 Mal so stark sein wie THC (siehe Quelle). <\/p>\n\n\n\n<p>Folgen des Konsums sind <strong>geistige Verwirrung, Wahnvorstellungen, Psychosen oder durchaus auch massiven Aggressionen<\/strong> gegen sich selbst oder gegen\u00fcber anderen. Auch \u00dcbelkeit mit <strong>Erbrechen, Herzrasen<\/strong>, <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/bluthochdruck\/\" class=\"rank-math-link\">Bluthochdruck<\/a>, <strong>Krampfanf\u00e4lle, Ohnmacht<\/strong> oder <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cbd-bei-herzproblemen\/\" class=\"rank-math-link\">Herzinfarkte <\/a>z\u00e4hlen zu weiteren gesundheitlichen Auswirkungen. Die Gefahr einer \u00dcberdosis wird zudem verst\u00e4rkt, weil anders als beim normalen Cannabis kein <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cannabidiol-cbd\/\" class=\"rank-math-link\">CBD <\/a>enthalten ist. Cannabidiol sorgt daf\u00fcr, dass die Psychoaktivit\u00e4t einged\u00e4mmt wird. Bislang ist noch <strong>kein Gegenmittel gegen eine \u00dcberdosis mit synthetischen Cannabinoiden bekannt<\/strong>, was eine notfall-medizinische Behandlung erschwert.  <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schwer erkennbar<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, wie man sich als Hanf-Konsument, der auf den Schwarzmarkt angewiesen ist, vor einer Vergiftung sch\u00fctzen kann, ist die Antwort schwierig:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Er unterscheidet sich weder von Aussehen noch im Geruch von herk\u00f6mmlichem Cannabis. Allein der mikroskopische Untersuchung l\u00e4sst eine Bestimmung zu<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p> erkl\u00e4rt der Z\u00fcricher Chemiker Christian Bissig. Allerdings r\u00e4t der Berner Experte Alexandre Brodard, <strong>besondere Vorsicht walten zu lassen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wenn Ihr konsumiert, lasst es langsam angehen. Ein, zwei Z\u00fcge \u2013 dann warten. Nach zehn bis 15 Minuten m\u00fcsste klar sein, ob es ein gef\u00e4hrlicher Trip wird.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schwarzmarkt-Ph\u00e4nomen<\/h2>\n\n\n\n<p>Es handelt sich bei dem dem mit synthetischen Cannabinoiden behandelten Nutzhanf um ein <strong>typisches Schwarzmarkt-Ph\u00e4nomen<\/strong>. Niemand m\u00fcsste Cannabis aus zweifelhaften, nicht kontrollierten Quellen beziehen, w\u00e4re dieser legal. Eine Regelung, wie beispielsweise in den USA, w\u00fcrde diese Gefahr ausschlie\u00dfen: <strong>Zertifizierte Verkaufsstellen die Cannabis anbieten, dessen Inhaltsstoffen regelm\u00e4\u00dfig und zuverl\u00e4ssig getestet werden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Es stellt sich nun die Frage, ob die von der Politik vorgeschobene Legalisierungsfrage eine Rolle spielen k\u00f6nnte. M\u00f6glicherweise w\u00e4re <strong>Legalisierung <\/strong>eine logische Antwort, um den <strong>illegalen Markt der synthetischen Cannabinoide zu stoppen und keine weiteren Todesopfer zu riskieren<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quelle:<\/h3>\n\n\n\n<p>www.hanf-magazin.com\/news\/schweiz-neue-welle-synthetischer-cannabinoide\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einem halben Jahr taucht auf dem Schweizer Schwarzmarkt immer h\u00e4ufiger Nutzhanf auf, der mit synthetischen Cannabinoiden behandelt ist. 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