{"id":18394,"date":"2020-10-09T08:29:17","date_gmt":"2020-10-09T08:29:17","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2020\/10\/09\/cannabis-als-therapie-viel-potenzial\/"},"modified":"2023-01-23T15:11:25","modified_gmt":"2023-01-23T14:11:25","slug":"cannabis-als-therapie-viel-potenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cannabis-als-therapie-viel-potenzial\/","title":{"rendered":"Cannabis als Therapie: Zuviel Potenzial f\u00fcr die zweite Reihe"},"content":{"rendered":"\n<p>Die <strong>Versorgung von Patienten<\/strong>, die aufgrund der unterschiedlichsten medizinischen Indikationen von Cannabis profitieren w\u00fcrden, ist in <strong>Deutschland <\/strong>nicht sichergestellt. F\u00fcr viele<strong> Apotheken lohnt sich das Rezeptgesch\u00e4ft mit Pr\u00e4paraten <\/strong>der Heilpflanze nicht. Und wer sich als Apotheker daf\u00fcr entscheidet, muss erst einen <strong>aufwendigen Verwaltungsprozess<\/strong> durchlaufen. Aber auch von \u00e4rztlicher Seite ist man zur\u00fcckhaltend mit Verschreibungen, schlie\u00dflich fehlt es auch hier an Akzeptanz. Besonders kritisieren Experten, dass eine <strong>Cannabis-Therapie<\/strong> bislang nicht in die <strong>Leitlinien zur Behandlung chronischer Schmerzen<\/strong> aufgenommen wurde. Dabei ist Hanf sehr wirksam und hat weitaus weniger Nebenwirkungen als beispielsweise Morphine. Was fehlt sind <strong>offizielle Studien<\/strong>, die eine Aufnahme in die Leitlinien erleichtern w\u00fcrden. Aber auch dies gestaltet sich als sehr schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eAm liebsten gestern!\u201c<\/strong>, so die deutliche Einsch\u00e4tzung von Melanie Dolfen, Apothekerin und Mitglied im <strong>Verband der Cannabis versorgenden Apotheker (VCA<\/strong>), wann und wie <strong>dringend Cannabis als offizielle Therapie gegen chronische Schmerzen<\/strong> in die entsprechenden Leitlinien aufgenommen werden sollte. Denn das genau dies bis heute nicht der Fall ist, ist auch Grund daf\u00fcr, dass<strong> Schmerzpatienten<\/strong> das Pflanzenprodukt nur sehr zur\u00fcckhaltend von ihren \u00c4rzten verschrieben bekommen. <strong>An Evidenz mag es mangeln, nicht aber an ermutigenden Patientenberichten.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aufnahme in Leitlinien durch mehr Placebo-kontrollierte Studien&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Abgesehen von der<strong> fehlenden Abbildung in den Leitlinien<\/strong> besteht de facto kein Zweifel daran, dass mit Hanf eine Schmerzreduktion erzielt werden kann, jedenfalls bei sehr vielen Patienten. Schaut man auf das Nebenwirkungsprofil, schneidet Cannabis ebenfalls g\u00fcnstig ab. Es gilt als vertr\u00e4glicher als andere Schmerzmittel, wie zum Beispiel Opiate.<strong> Als einzige Chance auf eine Aufnahme in die Leitlinien zur Behandlung chronischer Schmerzen ist mehr Evidenz. <\/strong>Gerade Placebo-kontrollierte Studien mit Cannabis-Produkten erweisen sich als schwierig. Doch Marcus Reussmann vom deutschen Cannabisunternehmen Aurora ist vorsichtig optimistisch: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eAktuell laufen mehrere kleine Studien in verschiedenen Indikationen, die in den n\u00e4chsten Jahren f\u00fcr eine hoffentlich bessere Evidenz sorgen werden\u201c, so der Branchen-Insider.&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fl\u00e4chendeckende Versorgung durch Apotheken ist nicht gegeben<\/h2>\n\n\n\n<p>Doch selbst wenn der Arzt das Rezept schlie\u00dflich ausgestellt hat, bedeutet das noch lange nicht, dass der Patient schnell zu seinem Pr\u00e4parat kommt. Denn eine fl\u00e4chendeckende Versorgung ist nicht gegeben. <strong>Die Belieferung durch H\u00e4ndler an station\u00e4re Apotheken ist zeitaufw\u00e4ndig und nicht immer zuverl\u00e4ssig, zudem lohnt sich das Rezeptgesch\u00e4ft mit Cannabis-Pr\u00e4paraten finanziell oft nicht. <\/strong>Hier, so Melanie Dolfen, sind Vereinfachungen seitens der Gesetzgeber dringend erforderlich. <strong>Aktuell ist die Entwicklung teilweise kontr\u00e4r: Anstatt einer Aufnahme in die Leitlinien oder einer generelle Rezeptpflicht gibt es politische Bestrebungen, viele Cannabis-Produkte wieder als BTM einzustufen. <\/strong>Da geh\u00f6rt es laut Meinung vieler Experten definitiv nicht hin. Denn das w\u00e4re ein Platz in der dunkelsten Ecke. Und betrachtet man die Erfahrungen, die gerade Schmerzpatienten mit der Heilpflanze gemacht haben, geh\u00f6rt Hanf nicht einmal in die zweite, sondern in die erste Reihe einer modernen Therapie. Aber dazu geh\u00f6rt nun einmal eine Abbildung in den Leitlinien und eine breite Versorgung durch die Apotheken.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quellenangabe<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Lang C. Diskussionsrunde: Cannabis muss als Therapieoption selberverst\u00e4ndlich werden. Pharmazeutische Zeitung, Ver\u00f6ffentlichungsdatum: 06.10.2020, Abrufdatum: 08.10.2020<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Versorgung von Patienten, die aufgrund der unterschiedlichsten medizinischen Indikationen von Cannabis profitieren w\u00fcrden, ist in Deutschland nicht sichergestellt. F\u00fcr viele Apotheken lohnt sich das Rezeptgesch\u00e4ft mit Pr\u00e4paraten der Heilpflanze nicht. Und wer sich als Apotheker daf\u00fcr entscheidet, muss erst einen aufwendigen Verwaltungsprozess durchlaufen. 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