{"id":18653,"date":"2021-06-07T09:06:00","date_gmt":"2021-06-07T09:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2021\/06\/07\/cannabiskonsum-kein-kognitiver-leistungsabfall\/"},"modified":"2023-01-23T18:41:55","modified_gmt":"2023-01-23T17:41:55","slug":"cannabiskonsum-kein-kognitiver-leistungsabfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cannabiskonsum-kein-kognitiver-leistungsabfall\/","title":{"rendered":"Sorgt Cannabiskonsum f\u00fcr kognitiven Leistungsabfall?"},"content":{"rendered":"\n<p>In einer <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/31753729\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" class=\"rank-math-link\">neuen <strong>Langzeitstudie<\/strong><\/a><strong> <\/strong>wurde untersucht, ob <strong>Cannabiskonsum<\/strong> <strong>negative Einfl\u00fcsse auf kognitiven F\u00e4higkeiten<\/strong> habe. Bisher haben viele Studien zu diesem Thema widerspr\u00fcchliche Antworten geliefert. Insbesondere solle der <strong>Cannabiskonsum bei Jugendlichen zu einer reduzierten kognitiven Funktion und einem geringeren IQ<\/strong> im sp\u00e4teren Leben f\u00fchren. Nun liegen <strong>neue Studienerkenntnisse<\/strong> vor. Diesbez\u00fcglich wurden Zwillingspaare untersucht, bei denen der eine Cannabis konsumiert und der andere nicht.  <\/p>\n\n\n\n<p>Festgestellt wurden zwar <strong>leichte IQ-Abf\u00e4lle<\/strong>, die mit dem Cannabiskonsum im Zusammenhang stehen, jedoch seien diese <strong>Abf\u00e4lle nicht von Cannabis ausgel\u00f6st<\/strong> worden. Resultierend wird eine Verbindung zwischen einer <strong>genetischen Veranlagung f\u00fcr kognitiven Abbau<\/strong> und der Wahrscheinlichkeit, <strong>\u00fcberhaupt Cannabis zu konsumieren<\/strong>, vermutet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Forschungsergebnisse<\/h2>\n\n\n\n<p>Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass <strong>fr\u00fchere Studien<\/strong> m\u00f6glicherweise<strong> falsch interpretiert<\/strong> wurden oder dass es an <strong>methodischen Einschr\u00e4nkungen<\/strong> liegen k\u00f6nnte. Die neuen Hinweise deuten darauf hin, dass der <strong>Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und kognitivem Verfall nicht begr\u00fcndet ist<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zwillingspaare: Die ultimative Kontrollgruppe<\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.pnas.org\/content\/pnas\/109\/40\/E2657.full.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" class=\"rank-math-link broken_link\">In der Studie von 2012 <\/a>kontrollierten die Forscher Personen, die Medikamente gegen Schizophrenie und anderen Medikamente einnahmen. Faktoren wie <strong>genetische Unterschiede und Unterschiede in der Umgebung<\/strong>, in der jemand aufgewachsen ist, wurden dabei jedoch nicht ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Daraufhin wurden Hunderte von Zwillingspaaren untersucht, da Zwillinge die <strong>gleiche DNA<\/strong> haben und normalerweise <strong>in gleicher Umgebung aufwachsen<\/strong>. Der Vorteil liegt darin, dass <strong>wichtige Faktoren im Vergleich zu anderen Studien<\/strong>, bei denen Individuen untersucht wurden, <strong>nicht getr\u00fcbt<\/strong> werden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Hypothese der Forscher: <strong>Wenn Cannabis tats\u00e4chlich einen kognitiven R\u00fcckgang verursacht, muss dieser Unterschiede bei Zwillingspaaren messbar sein<\/strong>. Der Cannabis konsumierende Zwilling sollte eine niedrigere Punktzahl bei kognitiven Messungen haben als derjenige, der auf Cannabis verzichtete.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Studienergebnisse<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie sich herausstellte,<strong> unterschieden sich die Zwillingspaare<\/strong> im Allgemeinen trotz der Unterschiede im Cannabiskonsum <strong>nicht in ihren kognitiven Funktionen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde zwar ein R\u00fcckgang des IQs und der exekutiven Funktionen im Erwachsenenalter verzeichnet, doch stimmten diese Werte meist bei beiden Zwillingen des Paares \u00fcberein. Dementsprechend scheint der <strong>Cannabiskonsum nicht f\u00fcr kognitive Abf\u00e4lle verantwortlich zu sein<\/strong>. Stattdessen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass <strong>andere Faktoren<\/strong> -wahrscheinlich <strong>genetische oder umweltbedingte<\/strong>&#8211; einige Jugendliche dazu veranlagen, sowohl Cannabis zu konsumieren als auch im Erwachsenenalter an IQ zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine wachsende Zahl an Beweisen<\/h3>\n\n\n\n<p>Dies ist nicht die erste Studie, die den <strong>Zusammenhang zwischen Cannabis und kognitivem Abbau infrage stellt<\/strong>. Eine 20-j\u00e4hrige L\u00e4ngsschnittstudie von mehr als 2.000 Zwillingen aus dem Jahr 2004 fand Ver\u00e4nderungen zwischen den Zwillingen bei nur einer von mehr als 50 Messungen der Kognition. Das ist nicht viel.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch andere Zwillingsstudien mit \u00e4hnlicher Vorgehensweise haben im Jahr <a href=\"https:\/\/www.pnas.org\/content\/113\/5\/E500\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" class=\"rank-math-link broken_link\">2016<\/a> und <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/28734078\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" class=\"rank-math-link\">2017 <\/a>herausgefunden, dass <strong>der kognitive R\u00fcckgang nicht mit dem Cannabiskonsum innerhalb von Zwillingspaaren zusammenhing<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorherige Studienlage<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Studie aus dem Jahr 2017 deutet darauf hin, dass sogar <strong>gelegentlicher Cannabiskonsum die kognitiven F\u00e4higkeiten von Teenagern tats\u00e4chlich verbessern k\u00f6nne<\/strong>. Hierbei wurden 14- bis 21-J\u00e4hrige untersucht, die Nicht-Konsumenten, gelegentliche Cannabiskonsumenten oder h\u00e4ufige Cannabiskonsumenten waren. <\/p>\n\n\n\n<p>Diejenigen, die h\u00e4ufig Cannabis konsumierten, hatten etwas niedrigere Werte bei den Messungen der exekutiven Kontrolle als die Nicht-Konsumenten. Das entspricht auch den fr\u00fcheren Untersuchungen. <strong>Die Forscher sahen jedoch nicht die erwarteten Verschlechterungen in anderen Bereichen der kognitiven Funktionen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Forscher am meisten \u00fcberraschte, war, <strong>dass Jugendliche, die selten Cannabis konsumierten, bei Messungen wie sozial-kognitiven, exekutiven Kontroll- und Ged\u00e4chtnisf\u00e4higkeiten tats\u00e4chlich besser abschnitten als Nicht-Konsumenten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich also festhalten, dass die Beziehung zwischen Cannabiskonsum und Kognition komplex ist und weitere Studien erforderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Quelle:<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/31753729\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" class=\"rank-math-link\">https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0376871619304892?via%3Dihub<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer neuen Langzeitstudie wurde untersucht, ob Cannabiskonsum negative Einfl\u00fcsse auf kognitiven F\u00e4higkeiten habe. 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