{"id":18664,"date":"2021-06-16T07:30:00","date_gmt":"2021-06-16T07:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2021\/06\/16\/topisches-cannabis-bei-venoesen-beingeschwueren\/"},"modified":"2022-02-09T11:44:35","modified_gmt":"2022-02-09T10:44:35","slug":"topisches-cannabis-bei-venoesen-beingeschwueren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/topisches-cannabis-bei-venoesen-beingeschwueren\/","title":{"rendered":"Topisches Cannabis bei ven\u00f6sen Beingeschw\u00fcren"},"content":{"rendered":"\n<p>Kanadische Forscher untersuchten in einer <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/34013652\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">offenen Studie<\/a> die <strong>Wirkung von cannabis-basierten Medikamenten gegen ven\u00f6se Beingeschw\u00fcre<\/strong>. Diese Erkrankung wird auch  \u201e<strong>offenes Bein<\/strong>\u201c genannt und zeichnet sich durch <strong>tiefe, schlecht heilende Wunden <\/strong>am Unterschenkel aus. Es stellte sich bei der Studie heraus, dass die <strong>Wundheilung von ven\u00f6sen Beingeschw\u00fcren durch \u00e4u\u00dferliche cannabis-basierte Medikamente beschleunigt werden konnte.<\/strong> Verantwortlich daf\u00fcr sind unter anderem die Cannabinoide Tetrahydrocannabinol (<a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/thc\/\">THC<\/a>) und Cannabidiol (<a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cannabidiol-cbd\/\">CBD<\/a>) sowie Flavonoide und <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/terpene\/\">Terpene<\/a>, die in der Cannabispflanze enthalten sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"ursache-von-venosen-beingeschwuren\">Ursache von ven\u00f6sen Beingeschw\u00fcren<\/h2>\n\n\n\n<p>Diese Erkrankung ist eine <strong>Folge von Durchblutungsst\u00f6rungen<\/strong> in den Beinen, ausgel\u00f6st durch eine Beinvenenschw\u00e4che. Der<strong> R\u00fccktransport des Blutes zum Herzen<\/strong> ist hier beeintr\u00e4chtigt. Behandelt werden die Geschw\u00fcre normalerweise mit <strong>Kompressionsverb\u00e4nden<\/strong>, die den R\u00fccktransport des Blutes f\u00f6rdern. Auch Medikamente zur \u00e4u\u00dferen Anwendung, sogenannte<strong> topische Medikamente<\/strong>, sind bei ven\u00f6sen Beingeschw\u00fcren g\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Genesungschancen <\/strong>liegen bei topischen Medikamenten jedoch <strong>nur bei 50 &#8211; 75 %<\/strong> nach sechs-monatiger, optimaler Behandlung. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Geschw\u00fcre innerhalb eines Jahres wiederkommen, liegt bei 40 &#8211; 70 %. Vorbeugend sollten Betroffene Kompressionsstr\u00fcmpfe&nbsp;tragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Risikofaktoren <\/strong>f\u00fcr ven\u00f6se Beingeschw\u00fcre sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Chronisch-ven\u00f6se Insuffizienz (Beinvenenschw\u00e4che)<\/li><li>Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)<\/li><li>Verminderte Gehf\u00e4higkeit<\/li><li>H\u00f6heres Lebensalter<\/li><li><a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cbd-bei-uebergewicht\/\">\u00dcbergewicht<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cbd-bei-diabetes\/\">Diabetes mellitus<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/bluthochdruck\/\">Bluthochdruck<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"studienteilnehmer\">Studienteilnehmer<\/h3>\n\n\n\n<p>Als Studienteilnehmer des Wundzentrums in Toronto z\u00e4hlten <strong>14 Erkrankte mit insgesamt 16 Wunden<\/strong>. Bei den Betroffenen hatten die <strong>\u00fcblichen Therapiema\u00dfnahmen nicht angeschlagen<\/strong> und die Geschw\u00fcre waren im Durchschnitt \u00e4lter als 6 Monate. Einer der Teilnehmer litt bereits seit 12 Jahren an einer Wunde. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 75,8 Jahren, die derweil an <strong>komplexeren Begleiterkrankungen<\/strong> litten. Auch lagen bei den Patienten Faktoren vor, die eine Wundheilung verhinderten: Wundheilung wie \u00d6deme (Wassereinlagerungen) und periphere arterielle Durchblutungsst\u00f6rungen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"studiendurchfuhrung-und-ergebnis\">Studiendurchf\u00fchrung und Ergebnis<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der Studie wurden die Teilnehmer <strong>mit topischen cannabis-basierten Medikamenten und Kompressionsverb\u00e4nden behandelt<\/strong>. Die Rezeptur enthielt die <strong>Cannabinoide THC und CBD, die Flavonoide Quercetin, Diosmin und Hesperidin sowie das Terpen Beta-Caryophyllen<\/strong>. Jeden zweiten Tag haben sich die Patienten die Cannabiszubereitung auf die betroffenen Geschw\u00fcre und anliegenden Stellen aufgetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Resultat <\/strong>der Behandlung mit dem topischen Cannabis war <strong>\u00e4u\u00dferst positiv<\/strong>. Bei 11 Studienteilnehmern (79 %) und insgesamt 13 Geschw\u00fcren (81 %) wurde <strong>nach durchschnittlich 34 Tagen ein vollst\u00e4ndiger Wundverschluss<\/strong> festgestellt. Bei den anderen Patienten wurde eine <strong>deutliche Verbesserung der Wundheilung<\/strong> beobachtet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"wirkung-von-cannabinoiden-flavonoiden-und-terpenen\">Wirkung von Cannabinoiden, Flavonoiden und Terpenen<\/h3>\n\n\n\n<p>Das<a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/endocannabinoidsystem\/\"> Endocannabinoidsystem (ECS)<\/a> tr\u00e4gt <strong>bei der Wundheilung eine wichtige Rolle<\/strong>, denn Cannabinoide wirken \u00fcber dieses System. Die <strong>entz\u00fcndungshemmenden Wirkungen von THC und CBD<\/strong> werden \u00fcber die <strong>CB1- und CB2-Rezeptoren<\/strong> \u00fcbermittelt. In unserer Haut gibt es reichlich dieser Rezeptoren. Eine weitere Wirkung der Cannabinoiden ist die <strong>Erweiterung der Blutgef\u00e4\u00dfe<\/strong>, wodurch die Gewebedurchblutung und die Sauerstoffversorgung verbessert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Terpen Beta-Caryophyllen wirkt ebenfalls entz\u00fcndungshemmend<\/strong> und bindet an CB2-Rezeptoren an. Auch das <strong>Flavonoid Quercetin kann die Wundheilung beschleunigen<\/strong> und <strong>Diosmin, Hesperidin sowie Flavonoide st\u00e4rken die Venen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"fazit\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst zeigt die Studie <strong>eine Beschleunigung der Wundheilung bei \u00e4u\u00dferlicher Anwendung&nbsp;von Cannabispr\u00e4paraten im Fall von ven\u00f6sen Beingeschw\u00fcren<\/strong>. Auch dort, wo g\u00e4ngige Therapien zur Wundheilung nicht beitragen konnten, wurde durch Cannabis eine deutlich schnellere Heilung sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren ist auch die <strong>unkomplizierte Anwendung<\/strong> ein gro\u00dfer Vorteil. Zudem kommt, dass Patient:innen diese <strong>Anwendung selbstst\u00e4ndig zu Hause<\/strong> durchf\u00fchren k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Geplant ist, in Zukunft weitere Studien zu topischen Cannabispr\u00e4paraten durchzuf\u00fchren, wo die<strong> Wirkungsweise von Cannabis auch bei andere Wundarten<\/strong> untersucht wird.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"quelle\">Quelle:<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/34013652\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/34013652\/<\/a><\/li><li>https:\/\/www.canpharma.eu\/de\/studie-topisches-cannabis-beschleunigt-wundheilung-bei-venoesen-beingeschwueren\/<\/li><li>https:\/\/www.kalapa-clinic.com\/de\/news-topische-cannabismedikamente-beschleunigen-wundheilung-bei-venoesen-beingeschwueren\/<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kanadische Forscher untersuchten in einer offenen Studie die Wirkung von cannabis-basierten Medikamenten gegen ven\u00f6se Beingeschw\u00fcre. 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