{"id":18823,"date":"2022-02-23T06:11:00","date_gmt":"2022-02-23T05:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2021\/11\/03\/toedliche-thc-dosis-saeugetiere\/"},"modified":"2022-02-23T08:11:19","modified_gmt":"2022-02-23T07:11:19","slug":"toedliche-thc-dosis-saeugetiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/toedliche-thc-dosis-saeugetiere\/","title":{"rendered":"Ist eine THC-\u00dcberdosis bei S\u00e4ugetieren m\u00f6glich?"},"content":{"rendered":"\n<p>In den 1970er Jahren wurde ein Experiment durchgef\u00fchrt, wo herausgefunden werden sollte, <strong>ob es eine t\u00f6dliche Dosis von Cannabinoiden bei S\u00e4ugetieren gibt<\/strong>. Die Studie hatte den Titel &#8222;<strong>Vergleich der akuten oralen Toxizit\u00e4t von Cannabinoiden bei Ratten, Hunden und Affen<\/strong>\u201c und wurde am Mason Research Institute in Worcester, Massachusetts, durchgef\u00fchrt. Das grobe Ergebnis wurde wie folgt zusammengefasst:<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein <strong>Rhesusaffen <\/strong>eine &#8222;massive&#8220; Dosis <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/thc\/\">THC<\/a> verabreicht bekommt, aus welchem Grund auch immer, ist <strong>die Wahrscheinlichkeit zu sterben nicht hoch<\/strong>. M\u00f6glicherweise wird er extrem berauscht sein und stundenlang mit dem Kopf in den H\u00e4nden dasitzt. Anders ist es <strong>bei Ratten, massive Dosen von THC enden bei ihnen t\u00f6dlich<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"warum-tierversuche-bei-hohen-dosen-wichtig-sind\">Warum Tierversuche bei hohen Dosen wichtig sind<\/h2>\n\n\n\n<p>Tierversuche erscheinen zwar grausam, spielen aber dennoch eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, zu verstehen, wie Medikamente in unserem K\u00f6rper wirken. <strong>Insbesondere sind Tierversuche wichtig bei Einsatz hoher Dosen, deren Pr\u00fcfung am Menschen unethisch w\u00e4ren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"durchfuhrung-der-studie\">Durchf\u00fchrung der Studie<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Studie wurden gewaltige Dosen von Delta-8 THC mit Delta-9 THC mit einem Marihuana-Rohextrakt (CME) verglichen. Dieser CME enthielt haupts\u00e4chlich Delta-9 THC, aber auch erhebliche Mengen <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cannabidiol-cbd\/\">CBD<\/a>, <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/cbn-cannabinol\/\">CBN <\/a>und Delta-8 THC. Die Dosierungen wurde Ratten, Rhesusaffen und Beagles durch orale &#8222;Injektionen&#8220; (Schlundsonde) verabreicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"thc-dosierung-endet-fur-ratten-todlich\">THC-Dosierung endet f\u00fcr Ratten t\u00f6dlich<\/h3>\n\n\n\n<p>Insgesamt starben 373 Nagetiere w\u00e4hrend der Studie. 95% der Ratten starben bereits in den ersten 36-72 Stunden nach der oralen Verabreichung. Die haupts\u00e4chliche Ursache beschrieben die Forscher als &#8222;<strong>schwere Unterk\u00fchlung und andere zentrale Effekte<\/strong>&#8222;. <strong>Unterk\u00fchlung ist eine bekannte Nebenwirkung von THC<\/strong>, auch beim Menschen. Es wurde auch eine interessante Beobachtung bei den Nagetierversuchen gemacht. Trotz der Tatsache, dass fast alle Nagetiere an Unterk\u00fchlung infolge der Aktivierung des CB1-Rezeptors durch THC starben, gab es Unterschiede bei den Organsch\u00e4den nach Verabreichung von CME und den THC-Isolaten. Sowohl Delta-9- als auch Delta-8-THC verursachten bei den Nagetieren erhebliche Organsch\u00e4den und Toxizit\u00e4t. <strong>Die Verabreichung des Marihuana-Rohextrakt jedoch verursachte trotz der gleichen THC-Menge kaum Organsch\u00e4den.<\/strong> <strong>Das Ausbleiben der Toxizit\u00e4t wirft die Frage nach der sch\u00fctzenden Wirkung der vom CME gelieferten Cannabinoide auf<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"keine-todliche-thc-dosierung-fur-affen-gefunden\">Keine t\u00f6dliche THC-Dosierung f\u00fcr Affen gefunden <\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Affen starben bei dem Versuch zwar nicht, waren aber sehr deutlich von den massiven THC-Dosen betroffen. <\/strong>Es \u00e4u\u00dferte sich darin, dass sie unter Verhaltens\u00e4nderungen und Depressionen litten. Ein kleiner Prozentsatz der Affen wurde nach der Verabreichung erst <strong>hyperaktiv<\/strong>. Kurz danach folgte allerdings eine <strong>Phase der Inaktivit\u00e4t<\/strong>, die durch Lethargie (mangelnde Koordination, Unausgeglichenheit, Schl\u00e4frigkeit und\/oder eine charakteristische zusammengekauerte Haltung) gekennzeichnet ist. In jedem Fall nahmen die Affen eine sitzende Position ein, oft mit Blick auf die R\u00fcckseite ihres K\u00e4figs, und st\u00fctzten ihr Gesicht in die H\u00e4nde oder zwischen ihre Knie. <strong>Letztlich konnten die Forscher keine THC-Dosis finden, die f\u00fcr einen Affen t\u00f6dlich w\u00e4re<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"thc-bei-hunden-nicht-todlich\">THC bei Hunden nicht t\u00f6dlich<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch den Beagles wurden ebenfalls Riesendosen verabreicht. Zwei der Beagles starben w\u00e4hrend der Studie. Allerdings war die Todesursache nicht auf THC zur\u00fcckzuf\u00fchren; vielmehr dass die Hunde durch den Cannabis, der ihnen \u00fcber einen Schlauch in den Magen verabreicht wurde, erstickten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"tierversuche-in-der-cannabisforschung-ethisch\">Tierversuche in der Cannabisforschung &#8211; ethisch?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Tierversuche sind in der Cannabisforschung weit verbreitet und werfen eine Menge ethischer Fragen auf<\/strong>. Insbesondere kann beobachtet werden, dass vor allem an Nagetieren in Laborstudien Tests durchgef\u00fchrt werden. <strong>Fraglich ist und bleibt, ob die gleichen Ergebnisse auch beim Menschen erzielt werden k\u00f6nnen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"grunde-warum-tierversuche-sinnvoll-sind\">Gr\u00fcnde warum Tierversuche sinnvoll sind<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn man vom Leid der Tiere absieht, sind Tierversuche <strong>insofern sinnvoll, weil alle Wirbeltiere (auch Menschen) \u00fcber ein <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/endocannabinoidsystem\/\">Endocannabinoid-System <\/a>verf\u00fcgen, das durch die Phytocannabinoide in Cannabis beeinflusst werden kann<\/strong>. Diese System ist bei Ratten als auch bei Menschen &#8222;funktionell ausgepr\u00e4gt&#8220;. Die Wirkung von Cannabinoiden wie THC kann jedoch ganz unterschiedlich ausfallen. In der Studie beispielsweise starben 95% der Ratten, Affen hingegen nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tierversuche k\u00f6nnen des Weiteren dabei helfen, die potenziellen Risiken von Medikamenten auf Cannabinoidbasis abzusch\u00e4tzen.<\/strong> Dazu geh\u00f6rt der Mechanismen der Belohnung durch Cannabinoide, das Missbrauchspotenzials neuer Medikamente und die Wirksamkeit von Medikamenten, die zur Behandlung der Cannabisabh\u00e4ngigkeit entwickelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Affen sind am besten dazu geeignet, um die kognitiven Wirkungen von Cannabis \u0131n Bezug auf den Menschen zu beurteilen und zu untersuchen. <\/strong>Vor allem wird sichtbar, wie sich Cannabis auf die menschliche Gehirnentwicklung auswirkt. Beispielsweise wurde im Jahr 2014 in einem Artikel ver\u00f6ffentlicht, dass die Erforschung der chronischen Cannabisverabreichung an Teenagern nicht an menschlichen Probanden durchgef\u00fchrt werden kann:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Ein Modell der chronischen Cannabisexposition bei Affen bietet die M\u00f6glichkeit, die direkten biologischen Auswirkungen des aktiven Bestandteils von Marihuana auf das sich entwickelnde Primatengehirn und seine kognitiven Funktionen zu beobachten, unabh\u00e4ngig von den St\u00f6rungen, die bei Beobachtungsstudien an Teenagern auftreten.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Bei Tierversuchen kommen vor allem M\u00e4use und Ratten <\/strong>zum Einsatz, da sie klein, preiswert und leicht zu f\u00fcttern und pflegen sind. Im Laufe einer einzigen Studie k\u00f6nnen mehrere M\u00e4usegenerationen beobachtet werden, da die Lebenserwartung ziemlich kurz ist. F\u00fcr Viele gelten Versuche an M\u00e4usen und Ratten auch weniger bedenklich als Versuche an Tieren wie z.B. Hunden oder Affen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist davon auszugehen, dass auch <strong>zuk\u00fcnftig Tierversuche<\/strong> durchgef\u00fchrt werden. Dazu z\u00e4hlen klinischer Studien in der Tiermedizin, <strong>um die Wirksamkeit von Arzneimitteln und Produkten auf Cannabisbasis bei Tierpatienten zu erforschen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"quelle\">Quelle:<\/h4>\n\n\n\n<p>cannigma.com\/cannabis-news\/your-pet-monkey-wont-die-from-a-thc-overdose\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den 1970er Jahren wurde ein Experiment durchgef\u00fchrt, wo herausgefunden werden sollte, ob es eine t\u00f6dliche Dosis von Cannabinoiden bei S\u00e4ugetieren gibt. 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