{"id":18828,"date":"2022-01-26T06:28:00","date_gmt":"2022-01-26T06:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/2021\/11\/04\/drogenbericht-2021\/"},"modified":"2022-01-26T09:26:07","modified_gmt":"2022-01-26T09:26:07","slug":"drogenbericht-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/drogenbericht-2021\/","title":{"rendered":"Drogenbericht 2021 zeigt steigenden Cannabiskonsum"},"content":{"rendered":"\n<p>Der diesj\u00e4hrige Drogenbericht wurde k\u00fcrzlich von Daniela Ludwig, der Drogenbeauftragten der deutschen Bundesregierung, vorgestellt. Dabei geht sie auf die vier zentralen Schwerpunkte der deutschen Drogenpolitik ein: <strong>Suchtpr\u00e4vention, Beratung und Behandlung, Schadensreduzierung und Angebotsminderung durch Strafverfolgung<\/strong>. In dem Jahresbericht 2021 werden viele Modellprojekte und Werbekampagnen vorgestellt, die dazu dienen sollen das Sucht- und Konsumverhalten der deutschen B\u00fcrger zu beeinflussen. Generell ist zu beobachten, dass der <strong>Tabakkonsum seit einigen Jahren deutlich zur\u00fcckgeht<\/strong>. <strong>Drogen hingegen wie Cannabis aber auch Kokain und Crystal-Meth werden immer h\u00e4ufiger konsumiert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Positive Entwicklung: Tabakkonsum geht zur\u00fcck<\/h2>\n\n\n\n<p>Beim Tabakkonsum war zu beobachten, <strong>dass immer weniger junge<\/strong> <strong>Menschen zur Zigarette greifen<\/strong>. Nur noch ca. 5,6% der Jugendlichen zwischen 12-17 Jahren konsumieren Tabak, damit ist der Wert dreimal niedriger als vor 10 Jahren. Auch bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahren konnte eine positiv Ver\u00e4nderung beobachtet werden. Dort konnte ein R\u00fcckgang von 38,2% auf 21,2% in den letzten 10 Jahren verzeichnet werden. Diese Tatsache ist hoch erfreulich, denn die Kosten des Tabakkonsums in Deutschland belaufen sich im Jahr auf 97 Mrd. \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sorge der Regierung: steigender Cannabiskonsum<\/h3>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Sorgen bereiten der Regierung die <strong>steigenden Zahlen beim Cannabiskonsum<\/strong>: Bei den 18-25-J\u00e4hrigen konnte eine Steigerung des Konsums von 15,3 % (2015) auf 24,1 % (2018\/2019) verzeichnet werden, demnach ein Anstieg um 58% in nur 3 Jahren. Auch im letzten <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/uebersicht-zur-rauschgiftkriminalitaet\/\">Bundeslagebild zum Drogenkonsum<\/a> wurde ein signifikanter Anstieg beim Cannabiskonsum beobachtet. <\/p>\n\n\n\n<p>Ob die bisherige Vorgehensweise der Regierung zielf\u00fchrend war, bleibt aufgrund der hohen Konsumzahlen von Cannabis fraglich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kein L\u00f6sungsansatz f\u00fcr die Verbreitung von synthetische Cannabinoiden<\/h3>\n\n\n\n<p>Seit l\u00e4ngerem ist immer wieder die <a href=\"https:\/\/cannatrust.eu\/wiki\/synthetische-cannabinoide-daniela-ludwig-warnt\/\">Rede von synthetischen Cannabinoiden<\/a> auf dem Cannabis-Schwarzmarkt. Die zunehmende Verbreitung sorgt f\u00fcr Beunruhigung. Diese <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/service\/begriffe-von-a-z\/n\/nps.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">&#8222;Neuen psychoaktiven-Stoffe&#8220; (NpS)<\/a> gelten als <strong>h\u00f6chst gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Gesundheit der Konsumenten<\/strong>. Die Tatsache, dass diese synthetischen Produkte nicht gleich erkennbar sind, macht die Sache noch komplexer. In dem diesj\u00e4hrigen Drogenbericht wurden leider <strong>keine Ma\u00dfnahmen zum Konsumentenschutz vor synthetischen Cannabinoiden<\/strong> genannt. Auch sind keine Strategien diesbez\u00fcglich in Aussicht gestellt worden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mangel an Substitutionsma\u00dfnahmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Suchtkranke, die an einer <strong>Opioidabh\u00e4ngigkeit <\/strong>leiden, brauchen besonderen Schutz durch Schadensreduzierung. Der Grund daf\u00fcr sind die <strong>gesundheitlichen Risiken durch verunreinigte Substanzen, \u00dcberdosierung oder Infektionen<\/strong>. Durch eine Substitutionstherapie&nbsp;kann der Schaden dieser Sucht bei Konsumenten m\u00f6glichst gering gehalten werden. Generell gilt ein <strong>Nachwuchsproblem bei \u00c4rzten<\/strong> und leider auch bei Substitutions\u00e4rzten. Im Drogenbericht wurde aufgezeigt, dass in bestimmten Bundesl\u00e4ndern <strong>Opioidabh\u00e4ngige&nbsp;kaum Behandlungschancen<\/strong> wegen \u00c4rztemangel haben. Die Aufgabe der n\u00e4chsten Bundesregierung wird es sein, diese <strong>Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine weiteres Entgegenkommen f\u00fcr intraven\u00f6s-konsumierende Opiodabh\u00e4ngige soll der <strong>&#8222;Check-up 35&#8220;<\/strong> sein. Dies umfasst einen <strong>kostenlosen Hepatitis B und C Test<\/strong> f\u00fcr gesetzlich-versicherte Deutsche ab 35 Jahren.  Diese Ma\u00dfnahme soll dazu dienen, um <strong>unentdeckte Infektionen zu identifizieren<\/strong>. Erschreckend hoch ist der Hepatitis-C-Anteil bei Opiodabh\u00e4ngigen: n\u00e4mlich 68%.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kaum Beratung- und Behandlungsma\u00dfnahmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Kapitel \u201cBeratung und Behandlung\u201d f\u00fcllt gerade einmal drei Seiten (von 80 Seiten) des Drogenberichts und wirft dadurch Fragen auf. Die Verantwortung f\u00fcr Suchtberatung und Behandlung liegt vollst\u00e4ndig in der Hand von L\u00e4ndern und Kommunen. Der <strong>Drogenbericht beinhaltet lediglich Rahmensetzungen und Modellprojekte<\/strong>. Um Beratung und Behandlung von Suchtkranken durchzuf\u00fchren, muss auf kommunaler Ebene ausreichend Fachwissen und Fachpersonal zur Verf\u00fcgung stehen. Diese Aufgabenverteilung stellt demnach ein strukturelles Problem in der Patientenversorgung dar. <strong>Einer der zentralen Schwerpunkte der Drogenpolitik ist &#8222;Beratung und Behandlung&#8220;<\/strong>. Dass dieser Bereich nun so mager ausf\u00e4llt, erweckt den Anschein mangelnder Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst beinhaltet der Drogenbericht viele bunte Bildchen und Eigenzitate, wobei inhaltlich einiges w\u00fcnschenswert bleibt: <strong>konstruktive, nachhaltigen L\u00f6sungen f\u00fcr einen reflektierten Umgang mit Drogen<\/strong>. Es besteht nun <strong>Zuversicht, dass die n\u00e4chste Bundesregierung dem Thema Sucht und Drogenkonsum mehr Aufmerksamkeit widmen wird<\/strong>, nachdem die Prohibition offensichtlich gescheitert ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Quelle:<\/h4>\n\n\n\n<p>myweedo.de\/gruene-seiten\/politik\/drogenbericht-2021\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der diesj\u00e4hrige Drogenbericht wurde k\u00fcrzlich von Daniela Ludwig, der Drogenbeauftragten der deutschen Bundesregierung, vorgestellt. Dabei geht sie auf die vier zentralen Schwerpunkte der deutschen Drogenpolitik ein: Suchtpr\u00e4vention, Beratung und Behandlung, Schadensreduzierung und Angebotsminderung durch Strafverfolgung. 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