Cannabis Medikament könnte Therapie des Glioblastoms unterstützen

Cannabis gegen Glioblastome

Das Glioblastom ist der häufigste Hirntumor. In Kombination mit einer Chemotherapie könnte ein Cannabis Spray die Überlebenszeit von Patienten mit diesem bösartigen Tumor verlängern. Darauf deuten die Ergebnisse einer frühen klinischen Studie aus Großbritannien hin. Die Veröffentlichung fällt in eine Zeit, da die Wissenschaft ohnehin vermehrt auf die Erforschung von Cannabinoiden in der Krebsbehandlung setzt und derartige Forschungsprojekte vielseitig finanziert werden. Als „wirklich vielversprechend“ schätzt die Leiterin der Organisation „The Brain Tumor Charity“ die Resultate der Studie ein. Und kündigt an, die Forschung in diesem Bereich weiterhin massiv unterstützen zu wollen

„Mit aktuell so wenigen verfügbaren Therapieoptionen benötigen jedes Jahr Tausende von Menschen, die in Großbritannien von einem Glioblastom betroffen sind, dringend neue Behandlungen und neue Hoffnung“,

sagt Sarah Lindsell, CEO von The Brain Tumor Charity, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, die u. a. Forschungsprojekte zur Therapie von Glioblastomen unterstützt. Und erste Hoffnungsschimmer sind tatsächlich zu erkennen

Veröffentlichung der Studie im British Journal of Cancer (BJC)

Unter der Leitung von Prof. Susan Short fand eine neue Phase-1b-Studie an der britischen University of Leeds statt, in der die Wirksamkeit und Sicherheit des Cannabis-basierten Medikaments Sativex als Ergänzung zu einer Chemotherapie mit Temozolomid bei Patienten mit rezidivierendem Glioblastom untersucht wurde. Der aus der Hanfpflanze gewonnene Wirkstoff wird als orales Spray verabreicht. Und erzielte überraschende Ergebnisse. 

Fast doppelt so hohe Überlebensrate in Sativex Kohorte

21 Patienten wurden für die Studie randomisiert. Beide Kohorten erhielten für die Dauer von einem Jahr Temozolomid als Chemotherapeutikum. Den Probanden aus der Interventionsgruppe wurde zudem mehrmals täglich (patientenindividuell) Sativex verabreicht, während die Kontrollgruppe lediglich ein Placebo erhielt. 10 von 12 (83,3%) Patienten, die Sativex erhielten, lebten nach einem Jahr noch, verglichen mit 4 von 9 (44,4%) Patienten im Placebo-Arm. Das Forscherteam merkte aber an, dass zwei Patienten in der Kontrollgruppe bereits 40 Tage nach Studienbeginn verstarben. Diese Ergebnisse könnten das Gesamtbild zu Ungunsten des Temozolomids verzerren. Dennoch herrscht Optimismus. 

Tumor Braun Charity will weitere Forschungen finanzieren

Positiv gestimmt und hoffnungsvoll kommentiert Sarah Lindsell die Resultate aus Leeds:

„Dies sind wirklich vielversprechende Ergebnisse, und wir müssen jetzt dringend eine größere klinische Studie durchführen, um zu verstehen, ob die Zugabe von Cannabinoiden zur Chemotherapie wertvolle zusätzliche Lebenszeit für Menschen mit einem Glioblastom bieten kann.“

Führende britische Forscher sehen dies ähnlich und formulieren in einem Artikel, dass „eine dringende Untersuchung der Kombination von Temozolomid und Sativex (Wirkstoff Nabiximols) in einer ausreichend leistungsfähigen größeren Studie gerechtfertigt ist“. Zu wünschen wäre es den Patienten dieser heimtückischen Tumorerkrankung allemal. 

Quellenangabe:

https://www.thebraintumourcharity.org/media-centre/news/research-news/cannabis-based-drug-trial-developments-glioblastom/

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