Höherer THC-Gehalt für Nutzhanf ab 2023 möglich

Feld mit Nutzhanf

Bis Ende dieses Jahres liegt der THC-Höchstgehalt für Nutzhanf auf dem Feld, deren Sorten im EU-Katalog eingetragen sind und für die es Direktzahlungen gibt, bei 0,2 Prozent. Der Rat der EU hat den Vorschlag des europäischen Parlaments angenommen, den THC-Höchstgehalt ab dem 1.1.2023 auf 0,3 Prozent anzuheben, wie die European Industrial Hemp Association (EIHA) mitteilte. Dies geschieht im Rahmen der neuen Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP).  

Was sich ändert und was gleich bleibt 

Durch diese Entscheidung werden weitere Hanfsorten zugelassen, für die Landwirte Direktzahlungen erhalten können. Hanfsorten mit höherem THC-Wert können in Ländern mit höheren Grenzwerten angebaut werden, allerdings erhalten die Landwirte für diese keine Direktzahlungen. So liegt der Grenzwert in Italien beispielsweise bei 0,6 Prozent, in Tschechien sogar bei einem Prozent.  

Stimmen aus der Branche

Daniel Kruse, der Präsident der EIHA sagte dazu:  

„Ich habe über ein Jahrzehnt für diesen Moment gekämpft. Mein Dank geht an unser hervorragendes Team in Brüssel für die erfolgreiche Umsetzung. Dies ist ein großer Tag für den Hanfsektor und für eine grünere Zukunft in Europa. Im internationalen Vergleich sind 0,3 % immer noch ein niedriger Grenzwert. Die Schweiz, im Herzen Europas, und auch andere EU-Länder arbeiten bereits mit höheren Grenzwerten, um Marihuana von Industriehanf zu unterscheiden. Wissenschaftliche Studien und langjährige Erfahrungen belegen, dass höhere Grenzwerte absolut kein Sicherheitsrisiko darstellen. Endlich legt die EU den Grundstein für einen wachsenden, grünen und nachhaltigen Industriehanfsektor in der gesamten Union. Das ist die Chance, im weltweiten Wettbewerb wieder gleiche Ausgangsbedingungen zu schaffen. Jetzt wird der EU-Hanfmarkt einen starken Impuls erfahren, um mit der internationalen Konkurrenz gleichzuziehen.“ 

Die Geschäftsführerin der EIHA, Lorenza Romanese, äußerte sich wie folgt:  

„Ich bin stolz auf das, was wir heute erreicht haben. Wir haben hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass Hanf in der Gemeinsamen Agrarpolitik die Anerkennung erhält, die er verdient. Ich würde sagen, dass dieser kleine Schritt zeigt, dass die EU-Gesetzgeber näher dran sind, die Existenz eines legitimen europäischen Hanfsektors vollständig anzuerkennen und zu würdigen. Wie ich bereits mehrfach gesagt habe, ist dies jedoch noch nicht alles. Wir müssen weiter zusammenarbeiten, denn es gibt noch andere Bereiche, in denen Hanf eine bessere Regulierung verdient, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“ 

Quellen:

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