Cannabinoide

THC

thc
Geschrieben von Dennis Mattern

Tetrahydrocannabinol und seine Wirkung

THC, die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol, ist vielen Menschen als berauschender Bestandteil von Haschisch (Harz des Hanfes) und Marihuana (Hanfkraut) ein Begriff. Das THC wiederum auch für therapeutische und medizinische Zwecke genutzt werden kann, wissen dann jedoch wiederum sehr wenige Menschen. Grund genug, um in diesem Artikel einen Blick auf das Tetrahydrocannabinol zu werfen.

Was ist THC?

THC steht für Tetrahydrocannabinol. Eigentlich ist der korrekte Begriff (–)-Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol, aber aufgrund der Komplexität des Wortes ist die geläufige Bezeichnung selbst unter Chemikern in der Regel Tetrahydrocannabinol.

Als natürlicher Stoff kommt THC in Form von zwei THC-Säuren in Pflanzen der Gattung Hanf (Cannabis, Familie der Hanfgewächse) vor. Hitze wandelt diese Säuren in THC um. Dieser Vorgang nennt sich Decarboxylierung. Seit etwa 2010 ist es mittels der heterologen Biosynthese auch möglich, THC synthetisch herzustellen [1].

Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Cannabinoide, von der aktuell 113 bekannt sind und agiert bei Einnahme mit dem menschlichen Endocannabinoid-System.

Aufgrund seiner psychoaktiven Wirkung unterliegt Tetrahydrocannabinol in Deutschland einer strengen Reglementierung und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Während der Besitz zum Zwecke des Eigenbedarfs geduldet wird (geringe Menge), sind Anbau und Handel mit THC-haltigen Produkten nicht erlaubt.

Als Ausnahme gilt aktuell die Regel, dass der sogenannte Nutzhanf (auch Industriehanf genannt) einen maximalen Prozentsatz von 0,2% THC enthalten darf, um verkehrsfähig zu sein. Hierbei wird davon ausgegangen, dass ein Konsum in Mengen, die einen Rausch verursachen, nicht möglich ist.

Entsprechend dürfen auch andere Cannabinoid-Produkte, wie zum Beispiel Hanf-Öl, CBD Öl (Cannabidiol Öl) oder CBD Kapseln, maximal 0,2% THC enthalten.

Die Wirkung von Tetrahydrocannabinol  (THC)

Obwohl THC in reiner Form bereits seit 1964 bekannt ist, sei vorab angemerkt, dass der Wirkmechanismus von THC noch immer nicht vollständig erforscht ist. Dennoch gibt es natürlich inzwischen eine Reihe bewiesener Wirkungen.

Erwünschte Wirkung von THC

Vor allem aufgrund seiner schmerzlindernden Wirkung wird Tetrahydrocannabinol gerne von Schmerzpatienten konsumiert. Nicht zuletzt, weil die Nebenwirkungen sich im Gegensatz zu starken Schmerzmitteln, wie z.B. Opioiden, in Grenzen halten. Unter anderem Schmerzpatienten haben die Möglichkeit, medizinischen Cannabis auf Rezept zu erhalten. Die Hürden sind allerdings hoch.

Cannabis-basierte Medikamente können bei chronischen Schmerzen, neuropathischen Schmerzen, Appetitlosigkeit und Erbrechen verordnet werden.

Ebenfalls untersucht wird eine positive Wirkung von THC-haltigen Stoffen bei Depressionen, dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS), Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS).

Weiterhin wird vermutet, dass eine positive Wirkung bei neurologischen Problemen (Spastik und Bewegungsstörungen), Hautkrankheiten (insbesondere Neurodermitis und Psoriasis, sowie übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis)), sowie dem Glaukom (Augenerkrankung) gegeben ist.

Unerwünschte Wirkungen von THC

THC kann auch negative Wirkungen haben, wenn die konsumierte Dosis zu hoch ist. Besonders beim Verzehr von THC-haltigen Nahrungsmitteln lässt sich die Wirkung durch die verzögerte Resorption im Darm nicht steuern. Der Betroffene fühlt sich dann benommen, es kann zu Übelkeit und unaufhörlich kreisenden Gedanken kommen. Häufig leidet zudem das Sprachsystem; eine verständliche Artikulation ist nicht mehr möglich. Ängste und Panikattacken sind möglich, zum Glück jedoch selten.

Der Unterschied zwischen CBD und THC

CBD, also Cannabidiol, gehört ebenfalls zur Gruppe der Cannabinoide und wirkt auf das menschliche Endocannabinoid-System.

Der Unterschied zwischen CBD und THC in der Wirkungsweise im Körper liegt vor allem darin, dass THC vornehmlich am CB1-Rezeptor andockt, während CBD den CB1-Rezeptor und den CB2-Rezeptor besetzt.

  • 1. CBD Öl ist kein Wundermittel, kann aber helfen!

    Cannabis und der darin enthaltene Stoff "CBD" ist sicherlich kein Wundermittel, aber für viele Menschen ein natürliches Hilfsmittel bei über 65 verschiedenen Krankheitsbildern. CBD ist noch recht unerforscht, aber viele Wissenschaftler, Ärtze und Apotheker entledigen sich des Cannabis-Stigmas und erforschen die möglichen Wirkungen von Cannabidiol. Wichtig ist hier immer: Es kann helfen - muss aber nicht.

  • 2. CBD spricht das Endo-Cannabinoid-System an

    Kein Mensch nimmt CBD ohne Grund ein! CBD gehört zu der Gruppe der Cannabinoiden, die in vielen verschiedenen Pflanzen und Lebensmitteln natürlicher Weise vorkommen. Diese Cannabinoide sprechen das Endo-Cannabinoid-System an, welches jeder Mensch besitzt. Über verschiedene Rezeptoren innerhalb dieses Systems werden dann die verschiedenen Baustellen im Körper natürlich reguliert, erneuert und repariert.

  • 3. Auch in der Muttermilch ist CBD enthalten!

    In einer Studie von 2017 wurde belegt, dass Cannabinoide nicht nur natürliche Bestandteile der Cannabis-Pflanze sind, sondern dass sie schon in der Muttermilch vorkommen. Sie sind nicht nur für wichtige neurologische Wachstumsphasen wertvoll, sondern haben noch weitere erstaunliche Funktionen. Ohne die Cannabinoide der Milch würden die Babys nicht mehr hungrig sein und weniger saugen! Erstaunlich, aber wahr.

  • 4. CBD ist der Allrounder unter den Cannabinoiden

    Obwohl jedes Cannabinoid für sich selber spezielle Wirkungsmechanismen hat und nicht ohne Grund besteht, ist CBD der Allrounder unter den Cannabinoiden. So kann es nicht nur entzündungshemmend, sondern unter anderem auch das Zellwachstum von kranken Zellen hemmen, anxiolytisch oder immunsuppressiv wirken. Somit empfiehlt es sich immer CBD zu sich zu nehmen und ergänzend dazu (z.B. in einem Vollspektrum Öl) auch andere Cannabinoide wirken zu lassen.

  • 5. CBD macht nicht high und bekämpft das THC

    Cannabidiol ist der sogenannte Antagonit des THC´s. THC steht für Tetrahydrocannabinol. Es wirkt psychoaktiv und ist in gezüchteten Cannabisblüten enthalten. Das CBD wirkt dabei gegen das "high" Gefühl. So ist in CBD Produkten nicht nur lediglich ein Spurenelement an THC (weniger als 0,2% THC) enthalten, sondern durch den hohen CBD Gehalt wird das "high" komplett eingedämmt. Auf diese Weise sind CBD Produkte völlig legal und für den Alltag geeignet.

  • 6. Die WHO hält CBD für unbedenklich

    Die Welt-Gesundheits-Organisation - WHO - hält CBD in einem kritischen 27-Seiten-Report für unbedenklich. So heißt es: „Reines CBD und Produkte daraus mit weniger als 0,2 % THC-Gehalt werden in keiner Weise in die Drogenkonventionen aufgenommen“. Als Grund wird genannt, dass bei CBD keine Gefahr der Abhängigkeit besteht und es kein Missbrauchspotenzial gibt. CBD ist somit genauso unbedenklich wie Wasser!

  • 7. CBD ist kein Dopingmittel und wird im Profisport genutzt

    Aufgrund seiner positiven Eigenschaften kann CBD zum Beispiel Entzündungen lindern oder die Regeneration fördern. Auf diesen Gründen nutzen vornehmlich in den USA viele Profisportler aus dem Football, Basketball oder Kampfsportarten das legale CBD. So gibt es sehr bekannte Profisportler, die für diese Präperate werben. Im August 2019 sorgte UFC Champion Nate Diaz für Aufsehen, als er vor einem Kampf einen CBD Joint rauchte und dies völlig legal war. CBD ist auf der Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur explizit ausgeschlossen und nicht aufgeführt.

  • 8. CBD kann auch verschrieben werden

    Natürlich ist Cannabidiol in der Schulmedizin noch nicht so verbreitet, da sich die Ärtze erst einmal über CBD informieren, Stigmatas ablegen und Erfahrungen sammeln müssen. Es gibt jedoch jetzt schon etliche Fachärzte und Allgemeinmediziner, die gerne auf Cannabis als Medizin zurückgreifen. Bei schwerwiegenden Fällen ist es keine Seltenheit, dass CBD verschrieben wird.

  • 9. CBD bzw. Cannabis kann die Umwelt reinigen

    Cannabis ist eine Pflanze, welche natürlicher Weise fast überall auf der Welt wachsen kann. Sie hat zudem die Eigenschaft, dass sie bis zu viermal so viel CO2 verbraucht wie Bäume. Zusätzlich zieht der Hanf Giftstoffe und radioaktive Chemikalien aus dem Boden! Cannabis kann somit die Umwelt reinigen und würde sehr viel zur Verbesserung des Klimas beitragen.

    https://pixabay.com/de/photos/hanfpflanze-hand-cannabis-sativa-3661210/
  • 10. CBD gibt es in unzähligen Darreichungsformen

    Der großen Allgemeinheit ist CBD in Form eines CBD Öls bekannt. Dies liegt daran, dass es leicht zu dosieren ist und gut aufgenommen werden kann. Aber es gibt noch viele andere CBD Produkte wie zum Beispiel E-Liquids, Salben, Cremen, Pasten, Blüten, Süßigkeiten, Lebensmittel oder Kristalle. Viele dieser Produkte finden Sie auf unserem kostenlosen Bewertungsportal Cannatrust.eu!

Während THC als berauschend / psychoaktiv gilt, ist dies bei CBD nicht der Fall. Im Gegenteil: CBD kann einen THC- Rausch schwächen und wirkt modulierend auf Tetrahydrocannabinol. CBD wird deshalb häufig als Gegenspieler von THC bezeichnet.

THC wirkt in richtiger Dosierung vornehmlich entspannend und schmerzlindernd. Die schmerzlindernde Eigenschaft von CBD ist ähnlich, jedoch hilft CBD auch gegen Angstzustände.

Tetrahydrocannabinol kaufen – Welche Produkte mit THC gibt es?

Abseits von medizinischen Verordnungen ist Tetrahydrocannabinol in Deutschland nicht auf legalem Weg in einer Konzentration zu erwerben, die eine nachgewiesene schmerzstillende oder berauschende Wirkung hat. 

In Hanf Ölen, CBD Ölen und ähnlichen Präparaten ist THC in unter einer Konzentration von 0,2% erlaubt und wird entsprechend angeboten. Hier kann das Tetrahydrocannabinol in Kombination mit den anderen Cannabinoiden unter Umständen besser wirken [2].

Tipps zur richtigen Anwendung von THC

THC ist in Deutschland nur auf Rezept legal erhältlich. Dies sollte unbedingt beachtet werden, da ansonsten gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen wird. THC ist in der Regel in medizinischem Cannabis (Cannabisblüten und Extrakte aus Cannabis), sowie in Form von Haschisch oder Marihuana erhältlich.

Während medizinische Produkte mit THC als Mundspray, in Tablettenform und Tropfen (Öl) daherkommen, werden Haschisch und Marihuana inhaliert (verschiedene Möglichkeiten, z.B. als Joint, in der Pfeife oder per Vaporisator) oder oral aufgenommen (geschluckt). Häufig wird für die orale Einnahme das Produkt in Lebensmitteln verarbeitet. Wie bereits im Kapitel „Die Wirkung von THC“ beschrieben ist, sollte bei oraler Einnahme ein besonderes Augenmerk auf der richtigen Dosis liegen.

Fazit

  • THC ist das wohl bekannteste Cannabinoid.
  • Aufgrund seiner psychoaktiven (berauschenden) Wirkung ist THC weitestgehend illegal.
  • Cannabinoidprodukte dürfen in Deutschland maximal 0,2% THC enthalten.


[1] https://www.bci.tu-dortmund.de/cms/de/Fakultaet/2010/Heterologe-Biosynthese-von-Tetrahydrocannabinol-_THC_-in-Mikroorganismen/index.html

[2] https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00406-019-00978-2

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Dennis Mattern

Dennis Mattern

Dennis ist ein essenzieller Bestandteil des CannaTrust-Teams. Er ist seit Tag 1 beim Projekt dabei und ist seines Zeichens COO und Account Manager bei CannaTrust. Mit CBD und anderen Cannabinoiden hat er selbst schon zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Vor allem aber in seiner Familie nutzen mehrere Personen CBD regelmäßig gegen ihre chronischen Erkrankungen.