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CBD im Vereinigten Königreich wird nicht als Betäubungsmittel klassifiziert

UK plant liberalen Umgang mit CBD
Geschrieben von Gunnar R.

Die britische Lebensmittelaufsichtbehörde FSA hat klargestellt, dass für sie keine Klassifizierung hanfhaltiger Produkte als Betäubungsmittel infrage kommt. Diese Erklärung ist eine Reaktion auf Bestrebungen der Europäischen Kommission, nach vorsichtigen Fortschritten wieder den Rückwärtsgang einzuleiten. In Brüssel denkt man nun noch einmal komplett neu nach und zieht in Betracht, sämtliche Komponenten der Hanfpflanze  – darunter auch das nachweislich nicht psychoaktive CBD – als Betäubungsmittel zu klassifizieren. Damit wäre ein legaler Verkauf der Produkte als Lebensmittel praktisch nicht mehr möglich. Auch ansonsten scheinen sich die Entwicklungen zwischen EU-Staaten und dem Vereinigten Königreich, was Hanf angeht in völlig unterschiedliche Richtungen zu bewegen. Großbritannien könnte zu einem Musterland für Forschung und Entwicklung von Hanfprodukten werden, während man in Europa deutlich zurückfällt.

Zu den spannendsten Fragen, die im Rahmen des Brexit aufgetreten sind, gehörte die nach der Reaktion der britischen Wirtschaft auf das freiwillige Ausscheiden aus einem der größten Staatenbündnisse der Erde. Freilich dürfte eine aussagekräftige Antwort erst in vielen Jahren möglich sein. Die britische und nordirische CBD-Branche könnte aber zu den großen Brexit-Gewinnern werden, das zeichnet sich bereits jetzt ab. Jedenfalls dann, wenn die aktuellen Ankündigungen aus Brüssel und London auch Wirklichkeit werden.

Umgang mit CBD wird im Königreich liberaler 

Die Food Standards Agency (FSA), die Lebensmittelaufsichtsbehörde des Vereinigten Königreiches, hat unmissverständlich klargemacht, dass sie CBD nicht als Betäubungsmittel einstufen werde. Im Gegenteil: Ab Januar 2021 wird die FSA offiziell Anträge auf Inverkehrbringen von CBD als Novel Food annehmen. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt, ab dann endet die offizielle Übergangsfrist nach dem Brexit. Die FSA setzt damit die offizielle Regierungslinie aus London um, wonach CBD nicht als Betäubungsmittel, wohl aber als neuartiges Lebensmittel einzustufen ist. Auch letzterer Punkt wird von Hanfexperten dahingehend kritisiert, als dass Cannabis schon vor Tausenden von Jahren als Lebensmittel genutzt wurde und somit ganz sicher kein „neuartiges Lebensmittel“ ist. Das alles ist aber harmlos gegen das, was CBD-Produzenten in der EU vielleicht bald erwartet. 

Europäische Kommission vor Verschärfung der Hanf-Politik

Während in vielen Teilen der Erde aktiv eine Liberalisierung von Hanf betrieben wird, droht vonseiten der Europäischen Kommission eine Rückwärtswende, wie man sie sich kaum vorstellen mag. In Brüssel diskutiert man darüber, eine Vielzahl an Lebensmittelanwendungen auf CBD-Basis als Betäubungsmittel einzustufen. Ein Kommissionssprecher sagte Medienberichten zufolge :

 „Wir haben Zweifel an CBD (…), im Moment besagt die vorläufige Analyse, dass es nicht als Lebensmittel qualifiziert werden könnte, aber es ist keine endgültige Entscheidung.“

Ein anderer Sprecher wird da deutlicher: 

„Nach vorläufiger Ansicht der Kommission sollte CBD, das aus den blühenden und fruchtbaren Spitzen der Hanfpflanze gewonnen wird, als Betäubungsmittel angesehen werden, das unter das einheitliche Übereinkommen der Vereinten Nationen über Suchtstoffe fällt.“

Trübe Aussichten in Europa, wo man anscheinend zumindest in diesem Thema zurück ins Mittelalter möchte. Wobei diese Formulierung nicht korrekt ist: Im Mittelalter war die Nutzung von Hanf verbreitet und akzeptiert. 

Quelle: https://www.foodnavigator.com/Article/2020/07/15/UK-cannabinoid-industry-spots-opportunity-as-EC-considers-reclassifying-CBD-a-narcotic

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Über den Autor

Gunnar R.

Gunnar R.

Gunnar arbeitet seit der ersten Stunde für CannaTrust und konnte mit dem Projekt sein Enthusiasmus für Cannabis, speziell CBD, in Wort und Schrift umsetzen. Als Wirtschaftsjournalist hat Gunnar bereits für renommierte Medien wie Stern, Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Darüber hinaus verfügt er durch seine Mitarbeit an der größten medizinischen Online-Enzyklopädie Europas über ein überaus detailliertes Verständnis für Wirkungsweisen von Medizinprodukten.