Cannabinoide

CBD

Hanf mit Formel
Geschrieben von Stefan K.

Was ist CBD?

Cannabidiol auch als CBD bekannt, gehört zur Gruppe der sogenannten Cannabinoide. Cannabinoide sind Wirkstoffe, die vor allem in der Cannabis- bzw. Hanfpflanze zu finden sind. CBD kommt dabei vor allem im oberen Drittel der Hanfpflanze, aber auch in den Blüten vor. Insgesamt sind heute mehr als 100 verschiedene Cannabinoide bekannt. Das nicht-psychoaktive Cannabidiol ist neben seinem psychoaktiven Antagonisten Tetrahydrocannabinol (THC) eines der Hauptbestandteile des Naturprodukts Hanf. Nicht-psychoaktiv bedeutet, es löst weder einen Rauschzustand aus, noch steht es im Verdacht, abhängig zu machen.

Seit die medizinische und therapeutische Relevanz des CBD bekannt geworden ist, mehren sich zum einen die Hersteller, zum anderen die nach vielen Studien belegten positiven Eigenschaften von Cannabidiol. Cannabidiol als Substanz ist sowohl in Deutschland als auch in den meisten anderen Ländern der Welt legal.

Definition

  • CBD steht für Cannabidiol, eines der bekanntesten Cannabinoide aus der Hanfpflanze. CBD hat keine psychoaktive Wirkung.

Was unterscheidet CBD von THC?

Beide Wirkstoffe, sowohl CBD als auch THC, werden aus der gleichen Pflanze gewonnen. Beide unterscheiden sich aber stark in Ihrer Wirkungsweise. THC wirkt psychoaktiv, macht den Konsumenten also umgangssprachlich „high“. Dies passiert bei der Einnahme von CBD nicht, denn es wurde nachgewiesen, dass es eine nicht-psychoaktive Substanz ist. Es tritt nach dem Konsum also kein Rauschzustand ein.

Für die Herstellung von Cannabidiol wird zudem speziell gezüchteter, THC-armer Nutzhanf verwendet. In der EU ist THC-reicher Hanf streng kontrolliert und in den meisten Regionen verboten. So sind in der EU ausschließlich Hanfsorten erlaubt, die maximal einen THC-Anteil von 0,2 % enthalten. Diese Sorten sind mittlerweile durch die EU zertifiziert und Hersteller dürfen ausschließlich diese Sorten verwenden.

Die Extraktion von CBD aus der Hanfpflanze

Um CBD aus der Hanfpflanze zu gewinnen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zu den gängigsten Methoden zählen die folgenden:

  • Alkoholextraktion
  • CO2-Extraktion

Dabei muss berücksichtigt werden, dass das therapeutisch wirksame CBD in der Pflanze zunächst in inaktiver Form als Carbonsäure, im konkreten Fall als CBDa, vorliegt. Das A am Ende steht für Acid, also die englische Bezeichnung für Säure. Hanf selber produziert demnach immer nur die Vorstufe dessen, was wir als Produkte nutzen. Das gilt sowohl für CBD als auch für das hierzulande umstrittene THC. Um am Ende ein wirksames Produkt in den Händen zu halten, müssen also zwei entscheidende Schritte erfolgen:

  1. Die Herauslösung der Bestandteile aus der Hanfpflanzen (Extraktion)
  2. Die chemische Aktivierung der Inhaltsstoffe durch eine sogenannte Decarboxylierung (Abspaltung von Kohlenstoffatomen)

Bei der Alkoholextraktion wird die Tatsache genutzt, dass Cannabidiol mit Hilfe von Alkohol leicht aus der Hanfpflanze gelöst werden kann. Diese Methode wird in der Regel verwendet, um reines CBD (CBD-Isolat) herzustellen. Dieses ist weitestgehend frei von anderen Cannabinoiden wie THC.

Die CO2-Extraktion erfolgt grob durch folgende Maßnahmen: Der erste Schritt besteht in einer Zerkleinerung und Erhitzung des Hanfs auf bis zu 150 °C. Anschließend wird unter hohem Druck flüssiges und stark gekühltes Kohlendioxid hinzugeführt, wodurch sich die einzelnen Pflanzenbestandteile trennen und das CBDA zu CBD umgewandelt wird. Im letzten Schritt wird das CBD von den anderen Inhaltsstoffen getrennt. Dieses Verfahren wird heute am häufigsten verwendet, beispielsweise bei der Herstellung von Vollspektrum-Extrakten. Das sind Extrakte, die neben CBD auch zahlreiche weitere Cannabinoide enthalten.

Die Wirkung von Cannabidiol (CBD)

Gelangt der Wirkstoff z. B. in Form von CBD-Öl oder CBD-Kapseln in unseren Körper, wird er über die Blutbahn im Körper verteilt, wo er seine Wirkungen entfaltet.

Durch die Blutbahn im Körper angekommen, tritt CBD in Wechselwirkung mit verschiedenen Rezeptoren im Gehirn und dem Immunsystem. Forscher haben herausgefunden, dass CBD mehr als zehn verschiedene Wirkungsmechanismen entfaltet. Es greift in die verschiedensten Signalwege ein und beeinflusst damit auf positivem Wege den Stoffwechsel. Cannabidiol (CBD) bindet also im menschlichen Körper an die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 agonistisch. Die Gesamtheit der Rezeptoren, auf die CBD einwirkt, heißt Endocannabinoid-System.

Das Endocannabinoid-System ist Teil des Nervensystems und umfasst unter anderem die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Die CB1-Rezeptoren befinden sich hauptsächlich auf den Nervenzellen im Gehirn sowie im Rückenmark. Aber auch in anderen Organen konnten CB1-Rezeptoren nachgewiesen werden. CB2-Rezeptoren liegen vor allem auf den Zellen des Immunsystems, wie zum Beispiel auf den weißen Blutkörperchen. Zudem liegen die CB2-Rezeptoren auf den Zellen, die am Knochenaufbau und Knochenabbau beteiligt sind.

CBD wirkt nachgewiesenermaßen:

  • Antientzündlich/entzündungshemmend
  • Appetitzügelnd
  • Schmerzlindernd
  • Beruhigend
  • Angstlösend
  • Antipsychotisch
  • Zellschützend
  • Krampflösend
  • Antipyretisch (fiebersenkend)
  • Antiemetisch (gegen Übelkeit und Erbrechen)
  • Schlaffördernd
  • Abwehrstärkend
Cannabidiol (CBD)
CBD weist bei Diabetes mellitus Typ 2 positive Wirkungen auf.

Die Anwendungsgebiete von CBD

Cannabidiol interagiert wie beschrieben mit den Rezeptoren im Endocannabinoid-System, sodass es eine vielfältige Wirkung haben kann. Entsprechend vielseitig sind die Anwendungsgebiete und Indikationen. Zu den Krankheiten, bei denen CBD bereits unterstützend erfolgreich eingesetzt wurde, zählen unter anderem:

Zudem wird in Studien die unterstützende Anwendung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Tumorschmerzen und vielen mehr untersucht.

Nebenwirkungen von CBD?

Wer auf gute Qualität und hohe Produktionsstandards bei CBD-Produkten achtet, sollte in der Regel keine Angst vor schädlichen Nebenwirkungen durch den Konsum haben müssen. Grundlegend sollte vor der Einnahme jeglicher Mittel immer prophylaktisch ein Arzt konsultiert werden. Dies gilt besonders bei schon vorhandenen schweren oder gar chronischen Erkrankungen. Gelegentlich erwähnen Anwender Müdigkeit, Schwindel und Übelkeit. Grundsätzlich ist eine schlechte Verträglichkeit immer dann zu befürchten, wenn die Produkte verunreinigt oder nicht reiner Herstellung sind. Durch das breite Wirkspektrum kann es zudem sein, dass man als Anwender Wirkungen verspürt, die nicht seiner ursprünglichen Intention entsprechen. Hier kann jedoch nicht von Nebenwirkungen durch CBD gesprochen werden.

Weil Langzeitstudien bislang fehlen, sollten Schwangere und Stillende auf die Einnahme CBD-haltiger Produkte verzichten oder diese zumindest in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt koordinieren. Es gibt Hinweise, dass CBD aufgrund seiner Wirkungsweise Auswirkungen auf die Funktion der Plazenta haben könnte.

Auch bei natürlich Produkten wie CBD müssen mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten/chemischen Verbindungen berücksichtigt werden. Im konkreten Fall sind dies insbesondere all jene Medikamente, die auf demselben Weg abgebaut werden, wie CBD. Hier sind insbesondere folgende Wirkstoffe zu nennen:

Vorsicht ist auch bei der gleichzeitigen Anwendung von CBD und Alkohol geboten.

Die richtige CBD Einnahme

CBD kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise eingenommen werden. Genaue Informationen hierzu erhalten Sie auf unseren anderen Seiten. Generell sollte man mit einer vergleichsweise geringen Dosierung beginnen und sich dann langsam steigern.

Sowohl die richtige Art der Einnahme als auch die perfekte Dosierung ist für jeden Menschen unterschiedlich. Hier gilt also die alte Weisheit “Probieren geht über Studieren”.

Neben CBD-Öl gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten CBD einzunehmen:


Im Übrigen existieren nahezu all diese Produkte auch als Vollspektrum-Produkte. Zudem existieren auch andere Cannabinoid-Produkte wie beispielsweise CBG Öl und viele mehr. Zusätzlich unterscheiden sich Produkte untereinander vor allem in ihrem Cannabinoidgehalt. So kann man allein beim CBD-Öl beispielsweise 2% CBD Öl, aber auch 30% CBD Öl finden.

Welches letztendlich das beste CBD Produkt für einen ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Die Produkte werden alle unterschiedlich eingenommen und können je nach Anwendungszweck mehr oder minder sinnvoll sein. Mehr dazu finden Sie in den entsprechenden Texten zu CBD Produkten.

Zusammengefasst

  • CBD entstammt der Hanfpflanze, wirkt jedoch nicht berauschend und ist deshalb legal.
  • Für die Herstellung von CBD wird ausschließlich THC-armer Nutzhanf verwendet.
  • Hanf selbst beinhaltet die Vorstufe CBDa. Durch Decarboxylierung wird daraus Cannabidiol
  • Das Cannabinoid hat zahlreiche positive Wirkungen auf den Körper.

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, dann so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.


[1] https://psychcentral.com/news/2012/06/07/marijuana-compound-may-beat-antipsychotics-at-treating-schizophrenia/39803.html – 30.07.2017

[2] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.2042-7158.1974.tb09252.x – 30.07.2019

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Über den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus Österreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem für das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung überzeugt, schreibt er nun fundiert über alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".