Cannabinoide

CBD

https://pixabay.com/de/photos/marihuana-blätter-cannabis-grün-3678222/
Geschrieben von Stefan K.

Cannabidiol (CBD)

Das nicht-psychoaktive CBD ist neben seinem psychoaktiven Antagonisten THC eines der Hauptbestandteile des Naturprodukts Hanf. Nicht-psychoaktiv bedeutet, es löst weder einen Rauschzustand aus, noch steht es im Verdacht, abhängig zu machen. Seit die medizinische und therapeutische Relevanz des CBD bekannt geworden ist, mehren sich zum einen die Hersteller, zum anderen die nach vielen Studien belegten positiven Eigenschaften von Cannabidiol.

Was ist CBD?

Cannabidiol oder auch CBD gehört zur Gruppe der sogenannten Cannabinoide. Cannabinoide sind Wirkstoffe, die vor allem in der Cannabis- bzw. Hanfpflanze zu finden sind. Insgesamt sind heute mehr als 100 verschiedene Cannabinoide bekannt. Durch das weltbekannte und berauschend wirkende Cannabinoid THC denkt so mancher fälschlicherweise auch bei CBD an illegale Cannabisprodukte. Dies ist jedoch weit gefehlt. Cannabidiol als Substanz ist sowohl in Deutschland als auch in den meisten anderen Ländern der Welt legal. Das Besondere an Cannabidiol: Schon früh nach der Entdeckung des Stoffes begannen Forscher, die heilenden und präventiv gegen Krankheiten helfenden Eigenschaften dieses Stoffes zu erforschen – mit durchschlagendem Erfolg.

Man erkannte rasch, dass CBD schmerzlindernde Wirkstoffe in sich trägt, die sowohl Gelenks- wie auch Muskelschmerzen hemmen können. Einen positiven Effekt hat laut den Forschern CBD auch bei nervlichen Anspannungen, weil es entspannend wirkt. Studien[1] haben zudem ergeben, dass CBD antiepileptisch wirkt und somit bei zahlreichen Formen von Epilepsie eingesetzt werden kann. Auch leichte bis schwere Schlafstörungen können durch die Einnahme von CBD gelindert werden.

Die Wirkung von Cannabidiol (CBD)

Eine Sache muss man im Vorfeld erklären, um die Wirkungsweise des CBD im menschlichen Körper zu verstehen – das Endocannabinoid-System. Dieses ist ein essentieller Bestandteil des organischen Nervensystems. Es trägt Verantwortung für beispielsweise die Schmerzlinderung sowie für das Immunsystem. Was dieses System also beeinflusst, beeinflusst auch unsere Wahrnehmung von Schmerzen, Nervenschäden und den Allgemeinzustand unserer Gesundheit. Wissenschaftler weltweit haben sich mit dem Zusammenspiel des Endocannabinoid-Systems mit CBD auseinandergesetzt und kamen zu dem Schluss, dass das Cannabidiol einen positiven Effekt auf das ECS hat.

Dass Cannabidiol etwas ist, was dem menschlichen Körper gut tut, kann man schon an der Tatsache erkennen, dass in uns körpereigene Cannabinoide tagtäglich hergestellt werden. Zudem sitzen auf unseren Zellen die beiden Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. CB1-Rezeptoren findet man überwiegend auf Nervenzellen, die beispielsweise im Gehirn für den Appetit, die Stimmung, die Schmerzen oder auch für die Koordination zuständig sind. CB2-Rezeptoren dienen speziell bei Zellen im Immunsystem für die Kommunikation zwischen Cannabinoiden und den Zellen an sich. Damit helfen sie, Schmerzen und Entzündungen effektiv entgegenzuwirken. CBD ist kann zudem dabei unterstützen, den körpereigenen Anandamid-Cannabinoid-Haushalt aufrechtzuerhalten. Dadurch wirkt das CBD auch antipsychotisch.

Die erwünschten Wirkungen von CBD

CBD hat zwei grundlegend sehr wünschenswerte Wirkeigenschaften – zum einen lindert es Schmerzen, zum anderen hemmt es Entzündungen. Neben diesen beiden Eigenschaften lässt sich festhalten, dass Cannabidiol eine nachweislich positive Wirkung auf einen zu hohen Blutdruck hat. Diese auch Hypertonie genannte Krankheit kann zu bestimmten Folgekrankheiten führen. Dazu zählen Schlaganfälle, Atherosklerose, Herz- oder Nierenversagen oder auch andere Gefäßerkrankungen. Laut einer Studie[2] senkt die Einnahme von CBD den Blutdruck signifikant. Weitere positive und somit erwünschte Wirkungen von CBD sind, dass es im Körper entkrampfend wirkt und es gegen Diabetes Typ 2 hilft. Mittlerweile ist die Reihe der Krankheiten, bei denen Cannabidiol helfen kann, sehr lang und wird stetig länger.

Nebenwirkungen von CBD?

Wer auf gute Qualität und hohe Produktionsstandards bei CBD-Produkten achtet, sollte in der Regel keine Angst vor schädlichen Nebenwirkungen durch den Konsum haben müssen. Grundlegend sollte vor der Einnahme jeglicher Mittel immer prophylaktisch ein Arzt konsultiert werden. Dies gilt besonders bei schon vorhandenen schweren oder gar chronischen Erkrankungen.

Frauen sollten lediglich während der Schwangerschaft auf die Einnahme von CBD verzichten. Grund dafür ist, dass CBD möglicherweise die Schutzfunktion der Plazenta reduzieren könnte.

Nicht bewiesene, aber potentiell mögliche Nebenwirkungen nach der Einnahme von CBD sind ein erhöhter Augeninnendruck, eventuelle Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, ein trockenes Gefühl im Mund, niedrigerer Blutdruck und leichte Benommenheit und Schläfrigkeit.

Es lässt sich also zusammenfassen, dass bei CBD ganz allgemein gilt, dass es keine Abhängigkeit verursacht, es nicht psychoaktiv wirkt (keine Rauschzustände), es in den meisten Fällen kein Gesundheitsrisiko darstellt und für die Anwendung sowohl beim Menschen als auch bei Tieren geeignet ist.

Was unterscheidet CBD von THC?

Beide Wirkstoffe, sowohl CBD als auch THC, werden aus der gleichen Pflanze gewonnen. Beide unterscheiden sich aber stark in Ihrer Wirkungsweise. THC wirkt psychoaktiv, macht den Konsumenten also umgangssprachlich „high“. Dies passiert bei der Einnahme von CBD nicht, denn es wurde nachgewiesen, dass es eine nicht-psychoaktive Substanz ist. Es tritt nach dem Konsum also kein Rauschzustand ein.

Für die Herstellung von Cannabidiol wird zudem speziell gezüchteter, THC-armer Nutzhanf verwendet. In der EU ist THC-reicher Hanf streng kontrolliert und in den meisten Regionen verboten. So sind in der EU ausschließlich Hanfsorten erlaubt, die maximal einen THC-Anteil von 0,2 % enthalten. Diese Sorten sind mittlerweile durch die EU zertifiziert und Hersteller dürfen ausschließlich diese Sorten verwenden.

CBD kaufen – Welche Produkte mit CBD gibt es?

CBD Produkte gibt es mittlerweile in zahlreichen verschiedenen Ausführungen. Dazu zählen unter anderem:

  • CBD Öl – Die Nummer 1 unter den Produkten

    CBD Öl ist das beliebteste CBD Produkt! Dies liegt ganz einfach daran, dass es eine einfache und zugleich sichere Einnahmevariante ist. Mittels der verschiedenen Stärken (in % auf ml) und der Pipettendosierung lässt sich für jeden Verbraucher eine perfekte Anwendung finden. Das CBD wird dabei entweder als Extrakt (Vollspektrum Öl) oder als Kristall (reines CBD Öl) in ein Trägeröl gemengt. Das Trägeröl ist dabei meistens ein Hanfsamenöl oder auch ein MCT-Öl.

  • Noch nicht so geläufig: CBD Paste

    Die sogenannte CBD Paste wird meistens in einer handelsüblichen Dosierspritze verkauft. In der Regel ist das Extrakt eine weiche, braungrüne Masse und leicht zu dosieren. Die Paste ist quasi eine Vorstufe vor dem Öl und enthält in der Regel ähnlich viele gute Cannabinoide und Terpene. Genau wie bei allen anderen CBD Produkten kann man CBD Pasten in verschiedenen Stärken bezüglich des CBD-Gehalts kaufen und anwenden.

    https://pixabay.com/de/photos/cbd-hanf-unkraut-cannabis-4349287/
  • CBD Blüten – ganz nah am Cannabis

    Die natürlichste und gleichzeitig kontroverseste Variante sind die CBD Blüten. Für den ungeübten Nutzern sind die Blüten nicht von illegalen Drogen zu unterscheiden und dies ist auch der größte Kritikpunkt für den alltäglichen Gebrauch. Allerdings zeichnen sich die "legalen" Blüten durch einen geringen und legalen THC-Gehalt aus, sodass sie jederzeit geraucht werden können. Durch die direkte Aufnahme ergeben sich positive Wirkungsmechanismen, da das CBD schnell aufgenommen wird und wirken kann.

  • Öl gepresst in Kapseln: CBD Kapseln

    Als beliebtes Produkt für Menschen, die aufgrund von Krankheiten oder des Alters mit den Pipetten der CBD Öle sowie dem Zählen der Tropfen nicht klarkommen, gibt es CBD Kapseln. Das CBD Öl wird in zumeist vegane Kapseln gepresst und somit vordosiert. Auf diese Art und Weise können beispielsweise ziemlich genau 20 Tropfen auf einfachem Weg eingenommen werden. In der Regel unterscheiden sich die CBD Kapseln der Hersteller dann im MG-Gehalt von CBD. Tipp: Zerbeißen Sie die Kapsel im Mund und behalten Sie das Öl dort, um eine bessere Aufnahme des CBD´s über die Mundschleimhäute zu gewährleisten.

  • Direkte Aufnahme mit CBD E-Liquids

    Besonders für Raucher, Dampfer und akute Einsätze sind die CBD E-Liquids geeignet. Das Cannabidiol wird dabei in Reinform, aber auch als Vollspektrum dem E-Liquid hinzugefügt und mittels eines Vaporizers oder eine E-Zigarette verdampft. Der Dampf wird nun inhaliert und über die Lungenbläschen direkt aufgenommen. Laut Studien soll das CBD somit zu 30% schneller aufgenommen werden.

  • Wasserlösliches CBD mit einer hohen Bioverfügbarkeit

    Das wasserlösliche CBD, auch als liposomales CBD Produkt bekannt, besitzt eine höhere Bioverfügbarkeit als normales CBD Öl. Das CBD wird auf Molekularebene in das Wasser gelöst und kann somit auf natürliche Weise und sehr gut aufgenommen werden. Man sagt, dass wasserlösliches CBD bis zu fünfmal besser aufgenommen wird. Somit würde die fitkive Stärke eines 4% wasserlöslichen Öls einem herkömmlichen 20% CBD Öl entsprechen.

  • CBD Kosmetik: Salbe, Creme, Lippenstift und Co.

    Die Welt der CBD Kosmetik ist vielfältig und aufregend. Es gibt nicht nur Cannabidiol Cremes, sondern auch spezielle Salben, Shampoo, Lippenstift, Tattoo Balsam und vieles mehr. Die Kosmetikprodukte eignen sich natürlich nur zur äußerlichen Anwendung und können somit genau dort helfen, wo es nötig ist. Oftmals werden die Produkte in Kombination mit einem Öl zur inneren Anwendung kombiniert.

  • CBD in Lebensmitteln und Süßigkeiten nennen sich „Edibles“

    Die CBD Edibles sind in Deutschland noch nicht so bekannt. Ihren Ursprung haben die Lebensmittel und Süßigkeiten in Kanada und der USA. Das Cannabidiol wird dabei zum Beispiel in Gummibärchen, Plätzchen oder Lutscher verarbeitet und kann dann auf herkömmlichen Weg eingenommen werden. Noch ist aber nicht einzuschätzen, ob sich die Edibles mit Cannabis auch in Deutschland durchsetzen können und ob die Behörden dagegen ankämpfen werden.

  • CBD Kaugummis für die schnelle Einnahme zwischendurch

    Da CBD besonders gut über die Munschleimhäute aufgenommen wird, liegt eine Aufnahme und Verarbeitung von CBD in einem Kaugummi auf der Hand. So hat dieses CBD Produkt auch keinen Anschein eines Medikaments und ist perfekt für den Alltagsgebrauch und die Einnahme von geringeren Mengen an CBD geeignet. Kein Wunder also, dass die CBD Kaugummis auch in diversen Drogerien zu finden sind.

  • Das reinste Produkt – CBD Kristalle

    Extrahiert man die Cannabis-Extrakte, dann wird man am Ende reines CBD isolieren können. Das Cannabidiol ist dann kristallförmig, geruch- und geschmackslos. Hierbei können hohe Reinheitsgrade erzielt werden. Die CBD Kristalle können dann sublingual angewendet, weiterverarbeitet oder in Hanfsamenöl gemengt werden. Bei diesem Produkt hat man den Vorteil, dass keinerlei THC (psychoaktiv) enthalten sein kann.

Im Übrigen existieren nahezu all diese Produkte auch als Vollspektrum-Produkte. Zudem existieren auch andere Cannabinoid-Produkte wie beispielsweise CBG Öl und viele mehr. Zusätzlich unterscheiden sich Produkte untereinander vor allem in ihrem Cannabinoidgehalt. So kann man allein beim CBD-Öl beispielsweise 2% CBD Öl, aber auch 30% CBD Öl finden.

Welches letztendlich das beste CBD Produkt für einen ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Die Produkte werden alle unterschiedlich eingenommen und können je nach Anwendungszweck mehr oder minder sinnvoll sein. Mehr dazu finden Sie in den entsprechenden Texten zu CBD Produkten.

Tipps zur richtigen Anwendung von CBD

CBD kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise eingenommen werden. Genaue Informationen hierzu erhalten Sie auf unseren anderen Seiten. Generell sollte man mit einer vergleichsweise geringen Dosierung beginnen und sich dann langsam steigern.

Sowohl die richtige Art der Einnahme als auch die perfekte Dosierung ist für jeden Menschen unterschiedlich. Hier gilt also die alte Weisheit „Probieren geht über Studieren“.

Fazit

  • CBD ist das derzeit beliebteste nicht-psychoaktive Cannabinoid, was nicht zuletzt an seinem enorm breiten und zunehmend gut erforschten Wirkspektrum liegt


[1] https://psychcentral.com/news/2012/06/07/marijuana-compound-may-beat-antipsychotics-at-treating-schizophrenia/39803.html – 30.07.2017

[2] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.2042-7158.1974.tb09252.x – 30.07.2019

Wie gut fandest du diesen Beitrag?

Klicke auf ein Stern um zu bewerten!

Durschnitts Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 6

Über den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus Österreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem für das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung überzeugt, schreibt er nun fundiert über alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".