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Sorgt Cannabiskonsum für kognitiven Leistungsabfall?

Studie bei Zwillingen kognitiver Abfall
Geschrieben von Lena Töws

In einer neuen Langzeitstudie wurde untersucht, ob Cannabiskonsum negative Einflüsse auf kognitiven Fähigkeiten habe. Bisher haben viele Studien zu diesem Thema widersprüchliche Antworten geliefert. Insbesondere solle der Cannabiskonsum bei Jugendlichen zu einer reduzierten kognitiven Funktion und einem geringeren IQ im späteren Leben führen. Nun liegen neue Studienerkenntnisse vor. Diesbezüglich wurden Zwillingspaare untersucht, bei denen der eine Cannabis konsumiert und der andere nicht.

Festgestellt wurden zwar leichte IQ-Abfälle, die mit dem Cannabiskonsum im Zusammenhang stehen, jedoch seien diese Abfälle nicht von Cannabis ausgelöst worden. Resultierend wird eine Verbindung zwischen einer genetischen Veranlagung für kognitiven Abbau und der Wahrscheinlichkeit, überhaupt Cannabis zu konsumieren, vermutet.

Neue Forschungsergebnisse

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass frühere Studien möglicherweise falsch interpretiert wurden oder dass es an methodischen Einschränkungen liegen könnte. Die neuen Hinweise deuten darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und kognitivem Verfall nicht begründet ist.

Zwillingspaare: Die ultimative Kontrollgruppe

In der Studie von 2012 kontrollierten die Forscher Personen, die Medikamente gegen Schizophrenie und anderen Medikamente einnahmen. Faktoren wie genetische Unterschiede und Unterschiede in der Umgebung, in der jemand aufgewachsen ist, wurden dabei jedoch nicht berücksichtigen.

Daraufhin wurden Hunderte von Zwillingspaaren untersucht, da Zwillinge die gleiche DNA haben und normalerweise in gleicher Umgebung aufwachsen. Der Vorteil liegt darin, dass wichtige Faktoren im Vergleich zu anderen Studien, bei denen Individuen untersucht wurden, nicht getrübt werden können.

Hypothese der Forscher: Wenn Cannabis tatsächlich einen kognitiven Rückgang verursacht, muss dieser Unterschiede bei Zwillingspaaren messbar sein. Der Cannabis konsumierende Zwilling sollte eine niedrigere Punktzahl bei kognitiven Messungen haben als derjenige, der auf Cannabis verzichtete.

Studienergebnisse

Wie sich herausstellte, unterschieden sich die Zwillingspaare im Allgemeinen trotz der Unterschiede im Cannabiskonsum nicht in ihren kognitiven Funktionen.

Es wurde zwar ein Rückgang des IQs und der exekutiven Funktionen im Erwachsenenalter verzeichnet, doch stimmten diese Werte meist bei beiden Zwillingen des Paares überein. Dementsprechend scheint der Cannabiskonsum nicht für kognitive Abfälle verantwortlich zu sein. Stattdessen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass andere Faktoren -wahrscheinlich genetische oder umweltbedingte– einige Jugendliche dazu veranlagen, sowohl Cannabis zu konsumieren als auch im Erwachsenenalter an IQ zu verlieren.

Eine wachsende Zahl an Beweisen

Dies ist nicht die erste Studie, die den Zusammenhang zwischen Cannabis und kognitivem Abbau infrage stellt. Eine 20-jährige Längsschnittstudie von mehr als 2.000 Zwillingen aus dem Jahr 2004 fand Veränderungen zwischen den Zwillingen bei nur einer von mehr als 50 Messungen der Kognition. Das ist nicht viel.

Auch andere Zwillingsstudien mit ähnlicher Vorgehensweise haben im Jahr 2016 und 2017 herausgefunden, dass der kognitive Rückgang nicht mit dem Cannabiskonsum innerhalb von Zwillingspaaren zusammenhing.

Vorherige Studienlage

Eine Studie aus dem Jahr 2017 deutet darauf hin, dass sogar gelegentlicher Cannabiskonsum die kognitiven Fähigkeiten von Teenagern tatsächlich verbessern könne. Hierbei wurden 14- bis 21-Jährige untersucht, die Nicht-Konsumenten, gelegentliche Cannabiskonsumenten oder häufige Cannabiskonsumenten waren.

Diejenigen, die häufig Cannabis konsumierten, hatten etwas niedrigere Werte bei den Messungen der exekutiven Kontrolle als die Nicht-Konsumenten. Das entspricht auch den früheren Untersuchungen. Die Forscher sahen jedoch nicht die erwarteten Verschlechterungen in anderen Bereichen der kognitiven Funktionen.

Was die Forscher am meisten überraschte, war, dass Jugendliche, die selten Cannabis konsumierten, bei Messungen wie sozial-kognitiven, exekutiven Kontroll- und Gedächtnisfähigkeiten tatsächlich besser abschnitten als Nicht-Konsumenten.

Abschließend lässt sich also festhalten, dass die Beziehung zwischen Cannabiskonsum und Kognition komplex ist und weitere Studien erforderlich sind.

Quelle:

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Über den Autor

Lena Töws

Lena Töws

Lena ist seit Beginn des Jahres 2020 Teil des Autoren-Teams bei CannaTrust. Für das CannaTrust Magazin schreibt Lena regelmäßig informative Artikel, welche vor allem der Aufklärung unserer Nutzer dienen. Ihre Beiträge füllt sie daher stets mit wissenswerten Fakten aus der Welt der Cannabinoide gepaart mit interessanten und vor allem aktuellen Stories.