Daniela Ludwig reagiert auf Gegenwind

Bundesdrogenbeauftragte äußert sich zur Kritik

Für die meisten Leser war es ein absolutes No-Go, was die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig einer Reporterfrage zur Antwort gab (wir berichteten). Nun stellt sich die CSU-Abgeordnete der Kritik.

„Peinlich“, „keine Ahnung“, „überaus inkompetent“

Dies sind nur ein paar von den negativen Kommentaren, die man unter dem Beitrag findet. Die meisten Leser fordern die Legalisierung von Cannabis, wiederum andere haben beleidigende Kommentare geschrieben. Das ist das Resultat von „Cannabis ist kein Brokkoli“, so die umstrittene Aussage von Daniela Ludwig. Für Abgeordnete gehört es zum politischen Amt dazu, ständig unter kritischer Beobachtung zu stehen. Ludwig selbst sagte nun vor einigen Tagen dazu:

„Es ist auch das gute Recht eines jeden Einzelnen, sich eine persönliche Meinung  zu bilden und diese frei und offen zu äußern.“

Daniela Ludwig ist immer noch der festen Überzeugung, dass die Wirkung von Medizinalcannabis von vielen unterschätzt wird. Sie selber sehe das bei ihren regelmäßigen Besuchen entsprechenden Kliniken, in denen sich über 30.000 Konsumenten in stationärer bzw. ambulanter Behandlung befinden. Vor allem Jugendliche entwickelten laut Fr. Ludwig häufig Psychosen, Angststörungen oder Depressionen. Zusätzlich haben Forschungen deutlich gemacht, dass ein regelmäßiger und häufiger Gebrauch die Hirnleistung und das Gedächtnis verschlechtern würden.

„Menschen, die häufig konsumieren, brechen öfter die Schule ab und haben seltener akademische Abschlüsse“

sagt die Bundesdrogenbeauftragte.

Keine Legalisierung von Cannabis

Die Forderungen vieler Bürger nach einer Legalisierung von Cannabis lehnt die Politikerin weiterhin ganz klar ab. Besonders Patienten, die intensiv Cannabis konsumiert haben, raten der Bundesbeauftragten in Gesprächen immer wieder, eine Legalisierung von Cannabis nicht zuzulassen. Für Daniela Ludwig ist deshalb klar, dass wenn selbst betroffene Menschen dazu abraten, man nur schwer dagegen argumentieren kann. Selbst der freizügige Umgang in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Kanada, wo Medizinalcannabis legal ist, funktioniert ihrer Meinung nach nicht immer gut. Dort beispielsweise wird weiterhin auf dem Schwarzmarkt eingekauft, da die staatlichen Preise von Dealern unterboten werden und das Cannabis dort einen höheren Wirkstoffgehalt hat. Für Daniela Ludwig bedeutet es:

„Der Stoff ist also billiger und gefährlicher.“

Lediglich  bei einer Verabreichung für schwer kranke Patienten hat die Drogenbeauftragte das Nachsehen. Und selbst hier nur als Ausnahme und nicht als Regel.

„Wenn Medizinalcannabis eine erwiesene positive Wirkung haben sollte, dann spricht auch nichts gegen eine Verschreibung nach der begründeten Einschätzung eines Arztes.“

Polizei stuft Cannabis als „No-Go“ ein

Die Polizei unterstützt hier die Einstellung von Daniela Ludwig ausnahmslos. Hierzu folgendes Statement aus dem Polizeipräsidium Oberbayern-Süd in Rosenheim:

„Wenn auch nur jemand einen Joint raucht, zeigen wir ihn an. Das ist unser gesetzlicher Auftrag.“

Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann über das weitere Vorgehen, denn auch für die Polizei gebe es keinen Ermessensspielraum. Persönliche Meinungen haben hier nichts zu suchen.

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