Krankheiten

Angststörungen

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Geschrieben von Stefan K.

CBD bei Angststörungen

Sobald wir Menschen eine Situation als bedrohlich einstufen, beginnen wir damit, das Grundgefühl der Angst zu empfinden. Als Auslöser für ein Angstgefühl können bestimmte Bedrohungsszenarien dienen. Häufig treten hier Bedrohungen der körperlichen Unversehrtheit, des vermittelten Selbstbildes sowie der Selbstachtung in Erscheinung.

Beim Menschen, wie auch bei den meisten Tieren, übernimmt die Angst eine wichtige körperliche Funktion. Sie schärft die Sinne und kann kurzfristig die Körperkraft steigern. Als Überlebens- und Schutzmechanismus wird durch die Angst ein angemessenes Verhalten auf die jeweilige Bedrohung initiiert. Um das Überleben des Individuums zu sichern, reagieren erfolgreiche Spezies relativ rasch mit dem Gefühl der Angst. Daher sind sozusagen Fehlalarme durchaus häufig.

Ist die Angst allerdings nicht rational begründet oder für die tatsächliche Bedrohungslage als Reaktion inadäquat, sprechen Experten von einer sogenannten Angststörung. Der Fachbegriff dafür nennt sich Phobie. Zudem kennt die Fachliteratur auch eine zweite Hauptgruppe von Ängsten. Diese werden diffuse oder unspezifische Ängste genannt. Sie treten ohne Auslöser auf und sind spontan und zufällig. Phobien, so irrational diese auch sein können, haben in der Regel einen Auslöser.

CBD, ein Cannabinoid aus dem Hanf, wird bei Menschen mit Phobien heutzutage immer beliebter. Das Cannabidiol (CBD) ist einer von mehr als 100 Inhaltsstoffen der Cannabispflanze. Neben dem CBD ist das THC der prominenteste Vertreter dieser Stofffamilie. Aber anders als THC wirkt das CBD nicht psychoaktiv, macht nicht abhängig und verursacht keine Rauschzustände. CBD gilt bei vielen von Angststörungen Betroffenen als positive pflanzliche Alternative zu synthetischen Medikamenten.

Was sind Angststörungen?

Als Affekt ist Angst eine körperinhärente Gemütserscheinung. Empfindet man diese allerdings übersteigert, spricht man von einer Angststörung. Bei einer sogenannten generalisierten Angststörung verspüren die Betroffenen ständig das Gefühl von Anspannung und Sorge. Das Gestörte daran ist, dass man die Sorge und höchste Anspannung bezüglich normaler, alltäglicher Ereignisse und Probleme empfindet. Worüber sich die Betroffenen sorgen, ist dabei austauschbar. Manche empfinden eine Angststörung über Krankheiten von Angehörigen, einen eigenen Unfall oder bei gewissen Tieren. Zahlreiches ist hier weiter vorstellbar.

Das sich Sorgen ist eine normale Reaktion. Wie bei allem macht hier die Dosis das Gift. Menschen, die unter generalisierter Angststörung leiden, sorgen sich im Übermaß – speziell dann, wann tatsächlich keine Gefahr besteht. Ihnen entgleitet auch die Kontrolle über die Sorgen.

Psychologen gehen allgemein davon aus, dass erst dann eine generalisierte Angststörung vorliegt, wenn der Zustand über wenigstens sechs Monate anhält. Zudem zeigt die Erfahrung, dass gewisse Symptome vorhanden sind. Zu diesen gehören Schweißausbrüche, Herzklopfen, Schwindel, Magenkribbeln, Hitze- oder Kältegefühle, Sterbensangst, Muskelverspannungen, Reizbarkeit oder auch Konzentrationsstörungen.

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Ursachen von Angststörungen

Wie entstehen Angststörungen? Experten gehen aktuell davon aus, dass Angststörungen vererbt werden können. Man spricht dabei von genetischen Einflüssen. Diese äußern sich zum Beispiel dadurch, dass man bei den Betroffenen immer in bestimmten Bereichen des Gehirns eine Überaktivität im Vergleich zu nicht betroffenen Menschen nachweisen kann. Aktuelle Erklärungsmodelle gehen davon aus, dass bei den Patienten mit Angststörungen bestimmte Botenstoffe im Gehirn, die bei anderen für Entspannung sorgen, kaum bis gar nicht vorhanden sind oder erheblich schlechter wirken.

Beobachtet wurden aber auch psychologische Auslöser. Bei Menschen, die als Kinder keine oder eine schlechte Bindung zu Vertrauenspersonen wie den Eltern hatten, ist das Risiko, an Angststörungen zu erkranken, höher. Neben den Erwähnten gibt es noch viele weitere Auslöser. Diese würden aber hier den Rahmen sprengen.

Symptome von Angststörungen

Ein Symptom, das Patienten mit einer Angststörung aufweisen, ist, dass sie die Unmöglichkeit von absoluter Sicherheit besonders schwer ertragen. Damit ist gemeint, dass im Straßenverkehr, im Haushalt oder auch am Arbeitsplatz immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Dabei reagieren sie mit höchster Sensibilität auf Reize, die für sie oder ihnen wichtige Personen (Partner, Kind, …) eine Gefahr darstellen könnten. Zum Beispiel nehmen die Betroffenen sogenannte mehrdeutige Reize, die überwiegend harmlos und nur selten bedrohlich sind, immer als höchst bedrohlich wahr.

Ein weiteres Indiz, von einer Angststörung betroffen zu sein, ist das Gefühl, sich nur mit präventiven Sorgen vor Enttäuschungen oder Unglücken schützen zu können. Man sagt sich, wer vorsichtshalber Angst hat, ist nicht enttäuscht, falls tatsächlich etwas passieren sollte.

Die Genetik und Neurochemie kennen auch biologische Ursachen. Als Hinweis auf genetische Ursachen werden immer wieder Zwillings- oder Familienstudien herangezogen. Dabei wurde festgestellt, dass ein Ungleichgewicht der Serotonin-, Noradrenalin-, Dopamin- und Adrenalin-Neurotransmitter ursächlich sein können. Ergebnisse aus der Neurochemie bestätigen diese Annahme.

Behandlungsmöglichkeiten von Angststörungen

Aktuell werden die Fälle von Angststörungen mit Psychotherapien sowie mit Medikamenten behandelt. Bei ersteren kommen Verhaltenstherapien, die Tiefenpsychologie sowie gewisse Entspannungsverfahren zum Einsatz. Als hilfreich haben sich auch Selbsthilfegruppen sowie Sport gezeigt.

Angstlösende Medikamente, sogenannte Anxiolytika, werden ebenfalls eingesetzt. Dabei greift man auf selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zurück. Andere Mittel sind Buspiron oder auch Pregabalin. Man sollte bei den Medikamenten auf die verschiedenen Nebenwirkungen wie die Suchtgefahr achten.

Wie herkömmliche Mittel gegen Angststörungen wirken

Sogenannte Anxiolytika haben in der Regel eine angstlösende Wirkung. Die bekanntesten Wirkstoffgruppen hierbei sind Benzodiazepine, Thienodiazepine, H1-Antihistaminika, Antidepressiva oder auch Neuroleptika. Die Benzodiazepine wirken im Allgemeinen rasch, es besteht allerdings die Gefahr der Suchtentwicklung. H1-Antihistaminika wirken angstlösend, erzeugen keine Sucht, sollten aber von Personen über 65 Jahren nicht mehr verwendet werden.

Antidepressiva wirken stimmungsaufhellend. Das „Problem“, bis eine echte Wirkung gegen eine Angststörung auftritt, kann es Wochen dauern. Niederpotente Neuroleptika werden auch als Anxiolytika eingesetzt. Aber aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen verschreiben sie Ärzte und Ärztinnen nur in Sonderfällen.

Angststörungen, Panikattacken, Depressionen und das CBD

Wie oben bereits dargelegt, kann ein Ungleichgewicht im körpereigenen Serotoninhaushalt zu Angststörungen, Panikattacken und Depressionen führen. Die Disharmonie des Serotonins wird in der Regel im Gehirn ausgelöst. Mittlerweile gibt es Studienergebnisse, die den Schluss nahelegen, dass CBD dabei helfen kann. CBD bei Angststörungen, Panikattacken oder Depressionen kann über die Einflussnahme auf den 5-HT1A-Rezeptor im Gehirn wirken. Der 5-HT1A-Rezeptor wird in Fachkreisen auch der Serotoninfüller genannt. Das bedeutet, dass Stoffe, die sich an diesen Rezeptor anbinden, eine angstlösende Wirkung entfalten können.

CBD bei Angststörungen – wie wirkt Cannabidiol?

Hilft CBD gegen Angststörungen? Forschungen haben bislang gezeigt, dass der CBD artverwandte, aber illegale Stoff THC, die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 aktiviert. Die psychoaktive Wirkung des THCs ist laut den Forschern der Grund für die nützliche aber verbotene Wirkung bei Angststörungen.

Die Mechanismen, wie und ob CBD bei Angststörungen wirkt, sind noch nicht bis zur letzten Erkenntnis erforscht.

Studien und Wirkungen – CBD, Angststörungen und Panikattacken

Ebenso wie das THC nimmt das CBD Einfluss auf die Rezeptoren CB1 und CB2. Speziell die Einwirkung auf den CB1-Rezeptor wirft ein positives Bild auf das CBD bei Angststörungen und Panikattacken.

Auch die Einflüsse des CBDs über das Endocannabinoidsystem (ECS) zeigen, dass hier ein positiver Aspekt bei der Behandlung von Angststörungen und Panikattacken herrschen kann. Wissenschaftler gehen hier davon aus, dass die stressreduzierende Wirkung des CBDs mit den paralimbischen und limbischen Gehirnbereichen zusammenhängt. Damit könnte CBD speziell die sozialen Angststörungen reduzieren.

Eine Tierstudie[1] hat gezeigt, dass das Stärken des ECS mittels CBD eine effektive Strategie bei der Bekämpfung von psychischen Folgen und verhaltensbezogenem Stress sein kann. Das CBD wirkt hier so, dass es die Signalübertragung erleichtert und damit den raschen Stressabbau fördert.

Eine aktuelle Studie[2] der Universität Leipzig beschäftig sich mit der Wirkung von CBD bei Angststörungen. Die Studie wurde randomisiert durchgeführt. Über eine Placebogruppe wurden die Ergebnisse geprüft. Im Rahmen der Untersuchung wurden 40 Probanden, die zum Zeitpunkt der Erhebung alle unter einer sozialen Phobie litten, untersucht. Am Anfang wurde jeweils der individuelle Angstwert der Teilnehmer gemessen. Nach 30 Tagen der Einnahme entweder eines CBD Öls oder eines Placebos wurde erneut gemessen. Von den 40 Teilnehmern verließen drei aus persönlichen Gründen das Experiment. Am Ende zeigte sich, dass sich bei 17 von 19 der verbliebenen CBD-Gruppenmitgliedern die Angstwerte signifikant verbessert hatten. Kritisch anzumerken ist, dass die Studie zwar unter Aufsicht von Dozenten, aber dennoch von Studenten und Studentinnen durchgeführt wurde.

Drei unabhängig voneinander durchgeführte Studien[1][2][3] zeigen, dass die Grundbausteine der Cannabis-Sativa-Pflanze eine nachgewiesene positive Wirkung auf Patienten mit einer Angststörung haben.

Zahlreiche Angststörungen gehen auf eine Depression zurück. CBD ist eine Möglichkeit, Depressionen, und somit präventiv Angststörungen zu verhindern. Durch die damit einhergehende beruhigende Wirkung ist es auch möglich, dass der Blutdruck, der Puls und damit der Stress durch CBD bei Angststörungen gemindert werden. Im Rahmen einer Doppelblindstudie[4] wurde Patienten aus einer Gruppe CBD und aus einer anderen Placebos verabreicht. Jene, die CBD erhielten, zeigten einen deutlich gesenkten Cortisolspiegel. Der damit verbundene gesunkene Stresslevel beruhigte und reduzierte auch Ängste.

Wie schnell wirkt CBD Öl bei Angst?

Das CBD gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. So kann man es zum Beispiel als …

… und noch einigen weiteren Einnahmeformen kaufen. Die beliebteste und damit auch häufigste Form ist das CBD Öl. Handelsüblich wird es in den CBD Dosierungen 5, 10, 15 und 20 % angeboten. Die simpelste Anwendung des CBD Öls bei Angst ist, es oral einzunehmen. Man sollte dabei auf die Dosiervorschläge auf der Verpackung achten. Dabei stellt sich CBD als langfristige Lösung bei Angststörungen heraus. Als Betroffener sollte man sich bei der Einnahme von CBD an die beste Dosis herantasten. Daher kann es, bis die potentielle Wirkung einsetzt, einige Zeit dauern. Ein rascheres Ergebnis können CBD Liquide anbieten. Diese werden über einen Vaper (E-Zigarette) aufgenommen. Aber auch hier ist das Herantasten an die passende Dosis durchaus zeitaufwendig

Welches CBD Öl wirkt bei Angststörungen?

Wie schon erwähnt, werden CBD Öle in unterschiedlichen Dosierungsstufen angeboten. Aber welches CBD Öl wirkt bei Angststörungen? Dies hängt ganz von der körperlichen Konstitution des Betroffenen ab. Hier nun ein möglicher Weg, wie man CBD dosieren könnte.

CBD Dosierung bei Angststörungen – wie viel CBD bei Angst?

Als Startpunkte für eine persönliche Dosierungseinstellung könnten folgende Möglichkeiten angedacht werden. Sollte man an Stress und nervösen Zuständen im Rahmen einer diagnostizierten Angststörung leiden, kann man mit 10 Tropfen eines 5%igen CBD Öls dreimal täglich beginnen. Sollten die Angstzustände Hand in Hand mit ausgeprägten Beschwerden gehen, kann man mit 3 Tropfen 10 oder 15%igem CBD Öl dreimal täglich starten. Sinnvoll ist es, die Dosierung mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

CBD bei Angststörungen von Tieren

Nicht nur das Tier Mensch, auch andere Tiere können selbstverständlich von Angststörungen betroffen sein. Nicht nur bei unseren direkten Verwandten, den Primaten, auch bei unseren Hausmitbewohnern, den Hunden und Katzen, kann CBD dazu beitragen, Ängste oder Angststörungen zu lindern.

Ängstliche Tiere neigen zu destruktivem Verhalten. Hunde bellen, Katzen kratzen. Beide Tiergattungen neigen auch zu Verlustängsten. An Tagen wie Silvester oder bei Gewittern können die Tiere Angststörungen vor lauten Geräuschen bekommen. CBD kann hierbei helfen, die Ängste der Haustiere zu dämpfen oder erst gar nicht ausbrechen zu lassen.


Fazit

  • Angst ist eine meist sehr nützliche Reaktion. Tritt sie allerdings übersteigert und ohne Grund auf, spricht man von einer Angststörung. CBD kann dabei helfen, sowohl die körperlichen sowie die psychischen Auslöser zu dämpfen. Damit kann CBD einen Beitrag zur Steigerung des Wohlbefindens von Menschen mit Angststörungen leisten.


[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6326553/ – 21.07.2020

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3079847/ – 21.07.2020

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4604171/ – 21.07.2020

[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8257923/ – 21.07.2020


[1] Leinow, L. & Birnbaum, J. (2019). Heilen mit CBD. Das wissenschaftlich fundierte Handbuch zur medizinischen Anwendung von Cannabidiol. Riva Verlag: München.

[2] https://www.mrs-hanf.de/cbd-studie-uni-leipzig/ – 21.07.2020

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus Österreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem für das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung überzeugt, schreibt er nun fundiert über alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".