Studie: Cannabis macht Frauen ängstlicher als Männer

Studie Cannabiskonsum Unterschied Frauen und Männer

Cannabis gilt als entspannend und angstlösend. Genau aus diesem Grund wird es von gestressten Menschen gerne angewendet. Jedoch kann auch der gegenteilige Effekt eintreten, indem der Gebrauch zu vermehrter Angst und Unruhe führt. In einer kürzlich publizierten Studie wurde nun festgestellt, dass Frauen nach dem Konsum von Cannabis offenbar häufiger unter Ängstlichkeit leiden als Männer. Diese Erkenntnisse sollten bei der Anwendung unbedingt beachtet werden. Zwar gab es diesbezüglich bereits Untersuchungen, diese berücksichtigten aber nur den sehr regelmäßigen, nicht aber den sporadischen Konsum. Zudem wurde bislang nur untersucht, wie sich das Rauchen von Hanfprodukten auswirkt, nicht aber andere Applikationswege. 

Befürworter einer Legalisierung von Cannabis nutzen mitunter das Wort „Feierabend Joint“, der ihrer Ansicht nach ebenso erlaubt sein sollte wie das „Feierabend Bier“. Aus der Wortschöpfung wird schnell klar, dass Cannabis vor allem für die Entspannung nach einem stressigen Tag herangezogen wird. Auch loben viele Nutzer den angstlösenden Effekt des Pflanzenstoffs. Immer wieder berichten  Anwender aber über vermehrte Ängstlichkeit nach dem Konsum von Cannabis. Forscher der Johns Hopkins Universität (USA) fanden nun heraus, dass Frauen häufiger mit diesen Symptomen reagieren. 

Placebokontrollierte und doppelblinde Studie mit Verdampfern und Brownies 

Insgesamt vier doppelblinde, placebokontrollierte Studien führten die US-Wissenschaftler durch. Teilgenommen haben gesunde Frauen und Männer, die gelegentlich Cannabis konsumieren, in den vergangen 30 Tagen aber davon abgesehen haben. In den Studien erhielten die Teilnehmer entweder Cannabis oder ein Placebo (Cannabis mit entfernten Cannabinoiden), das durch einen Vaporizer (Verdampfer) inhaliert oder in als Kuchen (Brownie) verzehrt wurde. Die THC Dosis reichte dabei von 5 mg bis 25 mg. Vor und nach dem Konsum wurden die Probanden bezüglich folgender Faktoren untersucht bzw. befragt:

  • Ängstlichkeit 
  • Kognitive und psychomotorische Leistungsfähigkeit
  • Kardiovaskulärer Zustand (u. a. Blutdruck, Herzfrequenz)
  • Blutkonzentration von THC und seine Abbauprodukte (nach dem Konsum)

Bei den Studienteilnehmer, die tatsächlich Cannabis erhielten, konnte eine erhöhte Herzfrequenz festgestellt werden. Auch war die kognitive und psychomotorische Leistungsfähigkeit bei ihnen herabgesetzt. Besonders interessant war der Unterschied bei der Ängstlichkeit. 

Frauen zeigten signifikant häufiger Ängstlichkeit und Nervosität

Die weiblichen Studienteilnehmer gaben signifikant häufiger an, unter Ängsten, allgemeiner Unruhe und Nervosität zu leiden als Männer. Auch litten die Frauen öfter unter subjektivem Herzrasen. Das bedeutet, dass sie zwar das Gefühl hatten, ihr Puls sei sehr hoch, Untersuchungen aber ergaben, dass die Herzfrequenz nicht wesentlich erhöht war. Zwar sind weitere, tiefergehende Studien notwendig, die Studienautoren raten aber bereits jetzt zu einem vorsichtigen Umgang mit Cannabis, sofern man die genannten Symptome bei sich feststellt. Kommuniziert werden müsse vor allem, dass bei klinischer Anwendung von Hanf möglichst niedrigere Anfangsdosen verwendet werden. Dies, so die Hoffnung der amerikanischen Forscher, könnte die unangenehme Symptomatik bei Betroffenen reduzieren.

Quelle:

www.forbes.com/sites/emilyearlenbaugh/2020/10/08/women-may-be-more-likely-to-get-anxiety-from-occasional-cannabis-use-than-men-study-finds/#6e6d0ee93f3d

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