US-Studie: Kein erhöhtes Schlaganfall Risiko durch Cannabis

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Der Umgang mit Cannabis wird heute in vielen Ländern relativ liberal gehandhabt. Das hat zweifellos viele Vorteile, jedoch bestehen auch Bedenken dahingehend, dass der vermehrte Konsum zu gesundheitlichen Schäden führt. Häufig genannt wird dabei der ischämische Schlaganfall. Einzelne Fallstudien weisen tatsächlich auf ein erhöhtes Auftreten der neurologischen Erkrankung bei regelmäßigem Hanfkonsum hin. Eine US-Studie konnte diesen Zusammenhang jetzt entkräften. Zumindest isoliert betrachtet ist Cannabiskonsum kein Risikofaktor für einen Schlaganfall. Rein epidemiologisch kann es trotzdem sein, dass einige Cannabis Konsumenten statistisch gesehen häufiger eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns erleiden. Denn nicht selten wird Hanf zusammen mit anderen Drogen oder Tabak konsumiert.

Erhöht regelmäßiger Cannabis Konsum tatsächlich das Risiko, an einem ischämischen Schlaganfall zu erkranken? Dieser Frage gingen nun Forscher der University of Mississippi (USA) im Rahmen einer Studie auf den Grund. Einige Fallstudien legen tatsächlich einen Zusammenhang nahe. Ein ischämischer Schlaganfall beruht auf einer Minderdurchblutung des Hirngewebes. Ihm gegenüber steht der sog. hämorrhagische Schlaganfall, bei dem es zu einer Hirnblutung kommt. Dass die erstgenannte Variante bei Cannabiskonsumenten häufiger vorkommt, können die US-Wissenschaftler nicht bestätigen.

Bisherige Studien mit einigen Schwächen

Die erwähnten Studien, die zunächst auf Hanf als Schlaganfall Risikofaktor schließen lassen, untersuchten das Pflanzenprodukt stets im Zusammenhang mit weiteren potenziellen Krankheitsauslösern. So konsumieren nicht wenige Cannabis Nutzer regelmäßig Rauschmittel wie Methamphetamine und Kokain oder schlicht Tabak. Von all diesen Substanzen ist längst erwiesen, dass sie das Schlaganfall Risiko erhöhen. Gleichzeitig konnte keine der bisherigen Studien nachweisen, dass der jeweilige Schlaganfall auch tatsächlich durch Cannabis ausgelöst wurde. Um dessen Rolle als unabhängigen Risikofaktor zu beleuchten, analysierten die Forscher Daten von 9.350 Patienten, die wegen eines ischämischen Schlaganfalls ins Krankenhaus eingeliefert wurden und bei deren Aufnahme man ein Drogenscreening durchgeführt hat. Bei 1.643 Patienten konnte Cannabis nachgewiesen werden. Patienten, deren Testergebnis positiv auf Methamphetamine und Kokain ausfiel, wurden aus der Studie ausgeschlossen, um keine Verwechselung bei den Ergebnissen zu riskieren.

Schlaganfall und Cannabis: Kein direkter Zusammenhang nachweisbar

Zusätzlich wurden weitere potenzielle Risikofaktoren berücksichtigt, so zum Beispiel:

Darüber hinaus fanden Faktoren wie Alter, Geschlecht und Ethnie Berücksichtigung. Bei Betrachtung der Gesamtergebnisses wurden den Wissenschaftlern klar, dass Cannabis kein unabhängiger Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle darstellt. Es fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Kontrollgruppen mit und ohne Cannabis. Besonders erstaunlich: Rechnet man die oben genannten Risikofaktoren heraus, hatten Cannabis Nutzer statistisch gesehen sogar ein geringeres Erkrankungsrisiko. Als Schlaganfallprophylaxe taugt der Pflanzenstoff deswegen freilich nicht. Die beste Vorsorge ist und bleibt eine gesunde Lebensweise.

Quelle:

https://www.forbes.com/sites/emilyearlenbaugh/2020/10/13/cannabis-use-not-associated-with-increased-risk-for-ischemic-stroke-in-recent-study/#1a6b66d16f91

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