Knapp 100.000 Cannabis-Anträge bei Krankenkassen

Cannabis 100.000 Antraege bei Krankenkasse

Deutschland: Anträge bei Krankenkassen über medizinisches Cannabis erreichen die 100.000

Im März 2017 wurde in Deutschland die Möglichkeit geschaffen, Cannabis Präparate auf Rezept in der Apotheke zu erhalten. Seither gehen regelmäßig Genehmigungsanträge bei den Krankenkassen ein. Kürzlich wurde die „Schallmauer“ von 100.000 Anträgen überschritten. Die tatsächliche Zahl der Menschen, die Hanf Produkte für den medizinischen Bedarf auf Rezept nutzen, liegt naturgemäß noch höher als es die Daten der gesetzlichen Krankenversicherer zeigen. Das liegt schon allein an den vielen Selbstzahlern und den Nutzern, die in einer privaten Krankenkasse versichert sind. Interessant: Die Genehmigungsquoten unter den GKV variieren teilweise recht deutlich.

Wer seit 2017 – als die neue Regelung über die Nutzung von Cannabis auf Rezept eingeführt wurde – in der BARMER Ersatzkasse gesetzlich krankenversichert war, hatte die größte Chance, dass sein Erstattungsantrag auf ein medizinisches Hanfprodukt auch genehmigt wurde. Bis zu diesem Jahr bewilligte der Berliner Versicherungskonzern 69 Prozent aller eingehenden Anträge. Zum Vergleich: Andere große GKV hatten seit 2017 einen Genehmigungsquote von nur 58%.

Erstmals stehen umfassende Daten zum Thema Erstattungen zur Verfügung

Im vergangenen Jahr teilte die Regierung noch mit, dass solche Informationen nicht verfügbar seien, nun wurden aber erstmals ausführliche Daten über die Genehmigungspraxis veröffentlicht. Und kürzlich ging bei den GKV der Erstattungsantrag Nummer 100.000 ein. Geschätzt wird, dass von März 2017 bis Mitte 2020 insgesamt 62.322 Anträge auf Erstattung von medizinischem Cannabis durch die gesetzlichen Versicherer genehmigt wurden. Das entspricht einer Quote von 62 Prozent. Da fast 90 Prozent aller Deutschen über eine GKV versichert sind, sind diese Daten durchaus repräsentativ, wobei die 10 Prozent Privatpatienten in diesen Angaben ebenso fehlen wie all jene Nutzer, die ihr Hanf Präparat aus eigener Tasche zahlen, obgleich gesetzlich versichert. Interessant: Schaut man sich die Indikation der Cannabisverschreibung an, liegen Schmerzpatienten vorne.

Genehmigungsrate seit 2017 annähernd konstant

Viele Experten waren sich sicher, dass sich die Genehmigungsrate seit 2017 erhöht. Gründe für ihre Prognose waren vor allem:

  • Ärzte und Patienten lernen, Fehler in der Antragsstellung zu vermeiden
  • Krankenkassen schauen auf die steigende Evidenz, wonach medizinischer Hanf tatsächlich zu einem echten Benefit für die Patienten führt, was zudem durch zahlreiche Studien belegt ist

Die Vermutung ist dennoch nicht eingetreten, die Bewilligungen gehen nicht nach oben. Dr. Yvonne von Coburg, Direktorin für medizinische Angelegenheiten von Cannamedical aus Köln, sagte den Kollegen des Marijuana Business Daily in diesem Zusammenhang:

„Etwas, das zur Erhöhung der Zulassungsrate beitragen würde, sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die Ärzte verwenden und auf die sie verweisen könnten, um GKVs zu zeigen, dass die Behandlung mit Cannabis wirksam ist und den Zustand des Patienten verbessern kann.“


Quelle:

www.mjbizdaily.com/german-medical-cannabis-applications-for-insurance-reach-100000/

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