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Cannabis-ähnliche Substanz im Gehirn gegen Krampfanfälle

Gehirn - cannabis-aenliche Substanz
Geschrieben von Lena Töws

Im Verlauf einer Studie haben Forscher entdeckt, dass das Gehirn bei Anfällen eine Substanz freisetzt, die Anfallsaktivitäten verringern kann. Durch die Freisetzung dieses “THC-Äquivalents” können jedoch auch schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten.

Epileptische Anfälle lösen eine Störung des zentralen Nervensystems aus, wobei die Aktivität im Gehirn abnormal wird. Dies führt zu Krampfanfällen und einer Reihe lebensbedrohlicher Zustände und zwar durch die Freisetzung einer Cannabis-ähnlichen Chemikalie mit Namen 2-AG (2-Arachidonoylglycerol).

Unterstützende Wirkung des 2-Arachidonoylglycerols

In unserem Körper befinden sich eine Menge Endocannabinoide, doch die Substanz 2-AG kommt am häufigsten vor. Sie gehört zu einer Gruppe von Molekülen, die eine elementare Rolle bei diversen körperlichen Prozessen spielen, unter anderem bei Immunreaktionen und Entzündungen. Die Chemikalie 2-AG kommuniziert mit dem Endocannabinoidsystem des Körpers. Daher vermuten Forscher, dass die Substanz auch die Regulierung des Appetits, die Funktion des Immunsystems und die Schmerzbekämpfung unterstützt.

Bei der Studie kam heraus, dass 2-AG nachweislich zur Verringerung der Intensität von Krampfanfällen beiträgt.

Nebenwirkungen der Cannabis-ähnlichen Substanz

Die Mehrzahl epileptischer Anfälle hat ihren Ursprung im Hippocampus, der einen wesentlichen Wert bei der Verarbeitung und dem Abruf des Kurzzeitgedächtnisses und des Lernens hat. Die Forschung zeigte, dass neben den positiven Wirkungen der Substanz 2-AG auch schwere Nebenwirkungen auftreten können: Die Wahrscheinlichkeit von Gedächtnisverlusten erhöht sich.

Da sich 2-AG in Arachidonsäure verwandelt kann, kann es unter Umständen zur Bildung einer bestimmten Sorte von Prostaglandin führen. Diese verursacht eine Verengung winziger Blutgefäße im Gehirn, wo der Anfall die Produktion dieses Prostaglandins ausgelöst hat. Dadurch ist dann die Sauerstoffversorgung dieser Hirnbereiche abgeschnitten, was schlussendlich zum Gedächtnisverlust führen kann.

Besonderheiten der Studie

Viele Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Anfällen und Endocannabinoiden, doch mit dieser Studie konnten Forscher die Produktion und Wirkung von Endocannabinoiden quasi in Echtzeit bei Mäusen beobachten.

Beim Rauchen von Cannabis wird das gesamte Gehirn mit lang-wirkendem THC durchströmt. Endocannabinoide werden hingegen nur an bestimmten Stellen im Gehirn unter bestimmten Gegebenheiten freigesetzt. Ihr schneller Aufbau bewirk, dass sie in dem Bereich bleiben und nur eine kurze Aktivitätszeit haben.

Die Studie zeigte, dass mehrere hundert mal so viel 2-AG freigesetzt wurden, wenn eine Maus einen Anfall hatte, als wenn sie nur auf der Stelle lief.

Medikament zur Umwandlung

Der leitende Forscher äußerte als Fazit:

Ein Medikament, das die Umwandlung von 2-AG in Arachidonsäure blockiert, würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Es würde die 2-AG-Konzentration erhöhen, was die Schwere der Anfälle verringern würde, und den Arachidonsäurespiegel senken, was die Produktion von Prostaglandinen, die die Blutgefäße verengen, unterbinden würde.

Quelle:

https://canex.co.uk/cannabis-substance-2-ag-seizures-side-effects-stanford-study/

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Über den Autor

Lena Töws

Lena Töws

Lena ist seit Beginn des Jahres 2020 Teil des Autoren-Teams bei CannaTrust. Für das CannaTrust Magazin schreibt Lena regelmäßig informative Artikel, welche vor allem der Aufklärung unserer Nutzer dienen. Ihre Beiträge füllt sie daher stets mit wissenswerten Fakten aus der Welt der Cannabinoide gepaart mit interessanten und vor allem aktuellen Stories.