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CBD könnte Rolle in Behandlung von COVID-19 spielen

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Geschrieben von Gunnar R.

Die ganze Welt befindet sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Zwar werden in Deutschland erste Lockerungen eingeführt, trotzdem dürfen wir uns noch lange nicht sicher fühlen. Von einem Durchbruch kann erst dann geredet werden, wenn ein Impfstoff und/oder ein Medikament gegen COVID-19 zur Verfügung steht. In Mainz beginnt nun eine erste Impfstoff-Studie und auch in die Thematik um einen Arzneistoff kommt Bewegung. Bereits Anfang April kamen erste Diskussionen auf, wonach Cannabidiol gegen die Atemwegserkrankung wirksam sein könnte. Offenbar passen vor allem die entzündungshemmenden Eigenschaften des Hanfproduktes gut in das Konzept. Zudem erschwert CBD das Eindringen des Virus in die Zellen.  

Gerade seine entzündungshemmende Eigenschaft macht CBD so wertvoll. Genau eine solche Eigenschaft würde auch Patienten mit COVID-19 helfen, schließlich führt eine Infektion mit dem Corona-Virus im ungünstigsten Fall zu einer doppelseitigen Lungenentzündung. Im kanadischen Lethbridge erforschen die beiden Wissenschaftler Igor und Olga Kovalchuk bereits seit 2015 die medizinischen Wirkungen von Cannabis. Seit Ausbruch der Coronakrise richten die Experten ihren Fokus nun auf die mögliche Wirksamkeit von CBD gegen die weltweit auftretende Lungenerkrankung.

Cannabidiol erschwert Corona das Eindringen in die Zelle

Offenbar, so die Hoffnung der Kovalchuks, wirkt CBD auf zweierlei Weise gegen COVID-19. Schon länger bekannt ist die entzündungshemmende Wirkung von Hanf, weswegen Extrakte der Pflanze schon lange gegen chronisch-entzündliche Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Morbus Crohn eingesetzt werden. Coronaviren lösen bekanntermaßen Entzündungen aus, gleichermaßen sind Antibiotika gegen Viren vollkommen wirkungslos. Insofern scheint zumindest die Hoffnung begründet, Hanf könnte die entzündlichen Prozesse im Rahmen der Infektion hemmen und somit die Erkrankung abmildern.

Mindestens genauso vielversprechend scheint aber die Eigenschaft von CBD zu sein, bestimmte Transportproteine zu beeinflussen. Erst innerhalb einer Zelle entfaltet ein Viruspartikel seine unheilvolle Wirkung. Um dort hinzugelangen, muss es an bestimmte Rezeptoren der Wirtszelle andocken. Genau diesen Eingangsmechanismus scheint Cannabidiol zu verlangsamen.

CBD reduziert Anzahl an Eintrittspforten für Virus

Bindet Corona z. B. an den Rezeptor einer Lungenzelle, öffnet sich sprichwörtlich die Tür für den Eindringling. Genau hier fungiert CBD – etwas salopp ausgedrückt – als grimmiger Türsteher.

Stellen Sie sich vor, eine Zelle ist ein großes Gebäude. Cannabinoide vermindern die Anzahl der Türen im Gebäude um circa 70 Prozent, was bedeutet, dass der Zugang stark eingeschränkt wird. Man hat also größere Chancen, dagegen anzukämpfen

erklärt Olga Kovalchuk. Die Erkenntnisse machen auf jeden Fall Mut. Bevor sich diese allerdings in großem Stil in der Patientenversorgung etablieren können, sind zunächst klinische Studien notwendig. Diese starten nun weltweit und untersuchen, ob man schwererkrankten COVID-19-Patienten mit dem Hanfprodukt helfen kann. Auch in Israel startet man an einem Krankenhaus mit entsprechenden Forschungen.

Mehrere israelische Kliniken forschen an CBD-Wirkstoff gegen COVID-19

Den Fokus auf die antientzündliche Wirkung von Cannabidiol legen Wissenschaftler am Ichilov Hospital in Tel Aviv. Im Verbund mit weiteren Krankenhäusern erforschen Mediziner, inwiefern CBD den Krankheitsverlauf bei COVID-19-Patienten abmildern oder idealerweise völlig zum Stillstand bringen können. An der Untersuchung nehmen zahlreiche Corona-Patienten mit mittelschwerem Krankheitsverlauf teil.

Dies ist ein neuartiger Ansatz zur Behandlung einiger auftretender Symptome unter Verwendung einer Komponente der Cannabispflanze, die als sicher einzusetzen und ganz sicher nicht als süchtig machend gilt

so Studienleiter Dr. Barak Cohen. Im Idealfall entfaltet sich die antientzündliche Komponente der Hanfpflanze in ähnlich guter Weise, wie bei anderen Erkrankungen, gegen die sie bereits erfolgreich eingesetzt wird.

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Gunnar R.

Gunnar R.

Gunnar arbeitet seit der ersten Stunde für CannaTrust und konnte mit dem Projekt sein Enthusiasmus für Cannabis, speziell CBD, in Wort und Schrift umsetzen. Als Wirtschaftsjournalist hat Gunnar bereits für renommierte Medien wie Stern, Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Darüber hinaus verfügt er durch seine Mitarbeit an der größten medizinischen Online-Enzyklopädie Europas über ein überaus detailliertes Verständnis für Wirkungsweisen von Medizinprodukten.