Wo steht die Cannabis Legalisierung?

Cannabis Legalisierung Update

Der Anhörungsmarathon im Gesundheitsministerium von über 200 Experten aus Suchthilfe, Hanf-Wirtschaft und Recht ist vorbei, aber was ist jetzt mit der Cannabis Legalisierung? Obergrenze, Onlinehandel oder Eigenanbau – Was wissen wir über die Eckpunkte der THC Legalisierung in Deutschland? CannaTrust informiert.

Wann wird Cannabis in Deutschland legal?

Jüngst wurde Bundeskanzler Olaf Scholz im ARD-Sommerinterview gefragt: „Wann Bubatz legal?“ Schon vorweg: Im Moment weiß das niemand so genau. Auch wir von CannaTrust können nur ähnlich antworten wie der Bundeskanzler: Im Gesundheitsministerium wurden im Juni rund 200 Experten aus der Medizin, Suchthilfe, Wirtschaft und Recht angehört. Die Expertenaussagen werden im Moment ausgewertet und der weitere Zeitplan der Bundesregierung sieht so aus:

  • Ein Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums soll im Herbst veröffentlicht werden.
  • Ein Gesetzesentwurf wird im Dezember 2022 vorgelegt.
  • Zur Legalisierung könnte es erst 2024 kommen.

Viele Fragen noch ungeklärt

Eine solch umfangreiche Recherche, bevor überhaupt ein Gesetzesentwurf vorgelegt wurde, ist ungewöhnlich und zeigt, wie komplex die Legalisierung von THC wird. Es zeigt auch, dass Deutschland nicht unüberlegt Cannabis legalisieren wird. Neben den priorisierten Themen des Gesund- und Jugendschutzes müssen auch praktische Fragen rund um internationales Recht, Lieferketten oder Lizenzierung geklärt werden.

Viele Fragen sind immer noch offen: Welche Kontrollmaßnahmen soll es geben? Woher soll der Genusshanf überhaupt kommen? Soll es eine THC Obergrenze geben?

Wird es eine THC Obergrenze geben?

Es sieht so aus, als ob es eine nach Alter gestaffelte THC Obergrenze geben könnte. THC ist dasjenige Cannabinoid, das beim Kiffen „high“ macht. Aus der Forschung wissen wir, dass ein hoher THC-Gehalt das Suchtpotenzial stärkt. Die bewusstseinserweiternde Wirkung von THC ist besonders für junge Menschen gefährlich, weil Marihuana die Gehirnentwicklung schädigen kann. Da das Gehirn beim Menschen erst mit bis zu 27 Jahren vollständig entwickelt ist, macht es Sinn, dass z.B. 18- bis 21-jährige Freizeit-Cannabis mit geringerem THC-Gehalt kaufen dürfen als Über-21-Jährige.

Befürworter einer Obergrenze führen die gesundheitlichen Risiken als Argument an. Bspw. hat sich die Bundespsychotherapeutenkammer für eine Obergrenze ausgesprochen, weil in den Psychiatrien viele Patienten mit Cannabis-induzierten Psychosen behandelt werden. Gegner einer Obergrenze argumentieren, dass somit dem Schwarzmarkt doch Raum gegeben wird. Der Schwarzmarkt soll eigentlich durch die Cannabis Legalisierung beseitigt werden.

Soll es Marihuana aus dem Onlinehandel geben?

Im Moment ist immer noch nicht bekannt, ob Genusshanf in lizenzierten Geschäften oder in Apotheken verkauft werden soll. Auch ob man sich Joints aus dem Onlinehandel kaufen werden kann, ist unklar. Zum Thema Eigenanbau gibt es auch keine klare Aussage. Zudem ist es nicht sicher, ob Freizeit-Cannabis importiert werden muss oder ob in Deutschland genug Hanf angebaut werden kann. Da in den meisten Ländern der Welt THC-haltiger Hanf illegal ist, muss vorweg geklärt werden, wie der Bedarf an Freizeit- und Medizinalcannabis gedeckt werden kann.

Allerdings scheint sicher, dass es ein umfassendes Werbeverbot für Cannabisprodukte geben wird.

Cannabis Blüten mit THC legal
Was ist der Stand der Dinge der Cannabis Legalisierung (Juli 2022)?

Internationales Recht: Die Cannabis Legalisierung wird nicht einfach

Deutschland als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und größte in der europäischen Union wird definitiv mit der Cannabis Legalisierung eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Allerdings wird sich die Legalisierung rein rechtlich gesehen nicht leicht gestalten. Denn:

  1. Die Cannabis Legalisierung verstößt gegen EU-Recht.
  2. Deutschland hat zwei Verträge der Vereinten Nationen ratifiziert, die THC als illegale Substanz erklären.

Fazit

Wir von CannaTrust finden es positiv, dass das Gesundheitsministerium vor einem Gesetzesentwurf Experten zurate zieht. Die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch wird einen Wertewandel in der Gesellschaft mit sich ziehen. Denn Erwachsene sollen für ihren Konsum weder kriminalisiert noch stigmatisiert werden. Gerade deswegen ist es wichtig, jeden Schritt der Legalisierung gut zu durchdenken, um die Realisierung für alle Menschen sicher und positiv zu gestalten.

In jüngster Zeit wurden viele Stimmen, vor allem von konservativen Politikern laut, dass die Bundesregierung die gesundheitlichen Risiken von THC-Konsum verharmlose und viele Menschen in Deutschland sehen die geplante Legalisierung kritisch (CannaTrust berichtete). Aber gerade die detaillierte Herangehensweise und (hoffentlich) präzise Planung des Gesundheitsministerium spricht dafür, dass das Thema nicht auf die leichte Schulter genommen wird.

Auch wenn die Cannabis Legalisierung gut durchdacht werden muss, hoffen wir von CannaTrust, dass Deutschland nicht bis 2024 warten muss.

Quellen:

Über den Autor

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