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Drohende Entscheidung der EU: Hanf als Betäubungsmittel?

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Geschrieben von Gunnar R.

Es sind Entwicklungen, die so gar nicht in die aktuelle Agenda einer Liberalisierung von Hanf passen. Die EU-Kommission schickt sich an, Hanfextrakte als Betäubungsmittel einzustufen. Basiert wird diese Planung auf internationale UN-Abkommen aus dem Jahr 1961. Besonders bedrohlich für die hiesige Branche: Nicht nur Hanf allgemein, sondern auch CBD soll als Suchtstoff klassifiziert werden. In diesem Fall würde Cannabidiol wie THC behandelt, was für die gesamte Branche in Europa praktisch das Aus bedeuten würde. Kampflos werden die zahlreichen Unternehmen diese Entwicklung nicht hinnehmen. Mit Unterstützung verschiedener Verbände und spezialisierter Rechtsanwälte möchte man die Situation noch herumreißen. Immerhin geht es um einen Markt, der Experten zufolge bis 2025 ein jährliches Umsatzvolumen von über 17 Milliarden Euro generiert. 

Informationsportale wie CannaTrust, viele Fachverbände, Produzenten und Händler arbeiten seit vielen Jahren hart daran, Aufklärungsarbeit zu leisten. Hanf ist eine vieldiskutierte Pflanze, teilweise sehr umstritten und von der Allgemeinheit gleichgesetzt mit THC. Diese Arbeit droht nun ad absurdum geführt zu werden, denn offenbar gibt es von Seiten der EU-Kommission ernsthafte Pläne, Hanf als Betäubungsmittel einzustufen. Hierzu soll nach dem Willen einiger Politiker auch zertifizierter Nutzhanf fallen, dessen THC-Gehalt garantiert in den gesetzlichen Grenzen liegt. Auch CBD als isoliertes Produkt droht den Status einer suchtfördernden Droge zugeteilt zu bekommen. 

Massiver Widerspruch zur Einschätzung der WHO

Kommt es tatsächlich zu einer solchen Entscheidung, hätte dies weitreichende Konsequenzen:

„Nahezu die gesamte CBD-Branche in Europa stünde vor dem “Aus”. Hanfbauern, Import/Export, Extrakteure, Produzenten, Distributoren, Einzelhändler, und viele mehr“, so Dr. Stefan Meyer, Präsident des neuen Branchenverbandes Cannabiswirtschaft BvCW e. V.

Schwer verständlich wirken die Brüsseler Planungen vor dem Hintergrund der Einstufung von Hanf seitens der WHO. Diese stuft CBD nicht als Rauschmittel ein. Zudem, so die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation, verursacht der Gebrauch von Cannabidiol so gut wie keine Nebenwirkungen.

“Man darf getrost davon ausgehen, dass die WHO ihre Beurteilung keinesfalls leichtsinnig, sondern vielmehr basierend auf aktuellen Studien und Erkenntnissen angegeben hat”, ist sich auch CBD-Unternehmer und BvCW-Vizepräsident Marijn Roersch van der Hoogte sicher. 

Im Fall der Fälle blieben synthetische CBD-Produkte erlaubt 

Auch die ohnehin schon hitzig diskutierte Novel Food Verordnung wäre beendet, wenn sich die Befürchtungen der Hanfbranche bewahrheiten. Denn was als Droge bzw. Betäubungsmittel eingestuft ist, kann unter keinen Umständen mehr als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden – ganz gleich, ob neuartiges Lebensmittel oder nicht. Und auch der Anbau von Hanf als umweltfreundliches Material, als CO2-Speicher oder ökologische und nachhaltige Agrarpflanze würde europaweit in sich zusammenfallen.

Immerhin synthetische CBD-Produkte sollen wohl erlaubt bleiben. Diese würden, so Dr. Meyer, dann vor allem in der deutschen pharmazeutischen und chemischen Industrie hergestellt. Und in China, unter den dort bekanntermaßen dubiosen Umweltbedingungen. 

Quelle:

www.krautinvest.de/unruhe-um-hanfextrakte-einstufung-als-betaeubungsmittel/

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Über den Autor

Gunnar R.

Gunnar R.

Gunnar arbeitet seit der ersten Stunde für CannaTrust und konnte mit dem Projekt sein Enthusiasmus für Cannabis, speziell CBD, in Wort und Schrift umsetzen. Als Wirtschaftsjournalist hat Gunnar bereits für renommierte Medien wie Stern, Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Darüber hinaus verfügt er durch seine Mitarbeit an der größten medizinischen Online-Enzyklopädie Europas über ein überaus detailliertes Verständnis für Wirkungsweisen von Medizinprodukten.