Cannabinoide der Cannabis-Pflanze

Terpene

Terpenen und Entourage-Effekt
Geschrieben von Gunnar R.

Was sind Terpene? 

Wenn von den Inhaltsstoffen der Hanfpflanze die Rede ist, denken wir zuerst an die beiden bekanntesten Vertreter Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Dabei konnten bis heute bereits rund 500 Verbindungen im Hanf nachgewiesen werden. Eine besondere Rolle kommt dabei den Terpenen zu. Diese Stoffe verleihen der Pflanze ihren typischen und unverwechselbaren Geruch. Sie unterstützen aber auch die günstige Wirkung von CBD.

Terpene kommen als sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe in einer ganzen Reihe pflanzlicher Organismen vor. Auch in Pflanzenprodukten, wie Früchte oder Baumharz, und in ätherischen Ölen sind sie in mehr oder weniger hoher Konzentration enthalten. Dabei übernehmen Terpene unterschiedliche Aufgaben, unter anderem regulieren sie das Wachstum, bilden Abwehrstoffe und locken mit ihrem Duft Insekten an. Chemisch betrachtet gehören die Terpene zur Gruppe der ungesättigten Kohlenwasserstoffe. Je nach Pflanzenart liegen sie in verschiedenen Verhältnissen vor, wodurch die unterschiedlichen Gerüche zustande kommen.

Die wichtigsten Terpene

Die Wissenschaft kennt nach aktuellem Stand rund 8.000 Terpene. Rund 120 davon befinden sich in der Hanfpflanze. Schauen wir uns hierzu die wichtigsten Vertreter einmal genauer an.

Linalool: Wohltuender Duft – beruhigende Wirkung

Linalool ist längst nicht nur in Hanf zu finden. Auch in Lavendel, Zimt, in verschiedenen Blüten und der Minze konnte dieses Terpen nachgewiesen werden. Auch manche Pilze enthalten die wohlduftende Verbindung. Naturheilkundler kennen und schätzen die beruhigende und entspannende Wirkung von Linalool, weswegen es auch in der Schlafmedizin eingesetzt wird. In Studien konnte zudem nachgewiesen werden, dass das Terpen das Risiko von Lungenentzündungen senken kann. Linalool ist ein Baustein in der natürlichen Synthese von Vitamin E.

Limonen: Verantwortlich für einen angenehmen Zitronengeruch

Limonen findet sich vor allem in:

  • Zitrusfrüchten
  • Rosmarin
  • Pfefferminze
  • Wacholder
  • Kümmelöl
  • Fichtennadelöl

Es wird medizinisch als Bestandteil verschiedener Salben und Cremes genutzt, da es das Einziehen in die Haut verbessert. Unterstützend inhaliert wird es im Rahmen einer Krebstherapie, zur Vermeidung einer Bronchitis und gegen einen ungewollten Gewichtsverlust. Hanfsorten, die besonders reich an Limonen sind, duften etwas nach Zitrusfrüchten.

B-Myrzen: Bestandteil von Hanf, Hopfen und Eukalyptus

Das Terpen B-Myrzen findet man neben Hanf u. a.  in Hopfen, Eukalyptus, Mango und Zitronengras. Rund die Hälfte aller Terpene in der Hanfpflanze entfallen auf diese moschusartig riechende Verbindung. B-Myrzen ist gut erforscht und Mediziner wissen, dass es Entzündungen hemmt, Muskeln entspannt und als natürliches Beruhigungsmittel geeignet ist.

B-Caryophyllen: Breites medizinisches Wirkspektrum

Sowohl in schwarzem Pfeffer und Zimt als auch in Thai-Basilikum und eben Hanf kommt dieses Terpen vor. Es weist ein holziges und pfeffriges Aroma auf. Studien belegen eine gute Wirksamkeit gegen Depressionen, Ängste und chronisch entzündliche Darmerkrankungen, v. a. Colitis ulcerosa.

Die Wirkung von Terpenen

Wie bereits erwähnt stellen Terpene einen wichtigen Schutzmechanismus für Pflanzen dar. Aber auch für unseren menschlichen Körper bringen sie eine ganze Menge positiver Effekte mit. Beispielsweise greifen sie regulierend in das komplexe System aus neurologischen Botenstoffen ein. In dieser Hinsicht ähneln sie vom Wirkungsmechanismus her dem CBD und THC. Auch diese bekannteren Hanfprodukte beeinflussen das Wechselspiel aus Nervenzelle, Botenstoff und Rezeptor. Für den CBD Nutzer interessant sind vor allem die Effekte auf das Dopamin-Serotonin-System im Gehirn.

Neben den Endorphinen wird Serotonin – ein Botenstoff des Gehirns, der aber auch in vielen weiteren Körperregionen vorkommt – gerne als Glückshormon bezeichnet. Wobei der Begriff Hormon irreführend ist, da es sich um einen Neurotransmitter handelt. Serotonin vermittelt uns ein Gefühl von Glück und Gelassenheit, zudem beugt es Ängsten vor. Normalerweise wird es im Gehirn abgebaut, sobald es an der Impulsübertragung zwischen Nervenzellen mitgewirkt hat.

Terpene sorgen dafür, dass dieser Abbauprozess langsamer abläuft und somit mehr Serotonin zur Verfügung steht. Genau so wirken übrigens auch moderne Antidepressiva aus der Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Anders als diese weisen Terpene aber in der Regel keine Nebenwirkungen auf. Gleichwohl gehört eine Depression in die Hand eines Arztes und in der Regel ist eine schulmedizinisch-medikamentöse Therapie notwendig. Und trotzdem tragen Terpene ganz erheblich zu der günstigen Wirkung von CBD bei, vor allem auf unser Gemüt.

Terpene wirken auch auf den Botenstoff Dopamin. Kurz zum Hintergrund: Dopamin ist der zentrale Neurotransmitter unseres „Belohnungszentrums“ im Gehirn. Es vermittelt

  • Belohnung
  • Motivation
  • Vergnügen
  • Konzentration
  • Koordination
  • Bewegung

All diese Effekte werden nachhaltig verstärkt, wenn Terpene im Gehirn in Kontakt mit den entsprechenden Rezeptoren treten.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben herausgefunden, dass sich CBD und Terpene in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Der Mediziner spricht dabei von einer „Modulation“. Die Terpene interagieren mit denselben Rezeptoren (CB2-Rezeptoren) wie CBD. Dadurch verbessert sich die CBD Wirkung. Dies ist ein weiterer Grund dafür, wieso CBD Öl möglichst rein sein sollte.

Terpene und der Entourage-Effekt: Komplexes Zusammenspiel im Körper

Der Entourage-Effekt wurde 1998 von den beiden israelischen Wissenschaftlern Shimon Ben-Shabat und Raphael Mechoulam beschrieben. Er besagt, dass die Gesamtheit der in der Hanfpflanze vorkommenden Stoffe – hier besonders auch die Terpene – eine verbesserte und stärkere Wirkung entfalten als eine einzelne Verbindung. Genau dieser Effekt trifft auf die Terpene in Kombination mit CBD zu.

Sind Terpene in CBD Produkten wichtig?

Wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben, kann diese Frage eindeutig mit ja beantwortet werden. Die Terpene sorgen für eine verstärkte und effektivere CBD Wirkung und das bereits bei geringeren Dosierungen, als Sie diese ohne die Terpene benötigen würden. Die Hersteller von CBD Produkten sind daher bemüht, dem Endverbraucher möglichst reine Präparate zur Verfügung zu stellen. In solchen Fällen sind Terpene in CBD Produkten in ausreichendem Maß vertreten.

Was sind eigentlich Terpenoide?

Im Zusammenhang mit Terpenen fällt auch häufig der Name Terpenoide. Aber worum handelt es sich dabei? Die Unterscheidung ist rein chemischer Natur. Während Terpene reine Kohlenwasserstoffe sind, besitzen Terpenoide eine funktionelle Gruppe an ihrem Kohlenstoffgerüst. Insgesamt sind mehr als 30.000 Terpenoide bekannt. Auch sie kommen in Pflanzen vor und sind Bestandteil von Hanf. Für die Wirksamkeit sind aber die Terpene von größerer Bedeutung.

Fazit

  • Je naturbelassener das CBD Öl, desto mehr natürliche Terpene sind darin enthalten.
  • Der Terpen-Gehalt hängt zudem stark von der Hanfsorte ab.
  • Terpene wirken ähnlich wie moderne Antidepressiva.
  • Terpene stimulieren das Belohnungszentrum.
  • Terpene verbessern die Wirkung von CBD.

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Gunnar R.

Gunnar R.

Gunnar arbeitet seit der ersten Stunde für CannaTrust und konnte mit dem Projekt sein Enthusiasmus für Cannabis, speziell CBD, in Wort und Schrift umsetzen. Als Wirtschaftsjournalist hat Gunnar bereits für renommierte Medien wie Stern, Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Darüber hinaus verfügt er durch seine Mitarbeit an der größten medizinischen Online-Enzyklopädie Europas über ein überaus detailliertes Verständnis für Wirkungsweisen von Medizinprodukten.