Cannabinoide

CBG

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Geschrieben von Dennis Mattern

Cannabigerol (CBG)

Cannabigerol (kurz CBG genannt) ist ein Phytocannabinoid der Hanf-Pflanze. Da regelmäßig von vielen positiven, therapeutischen Wirkungen berichtet wird, hat auch die Forschung inzwischen ihr Augenmerk stark auf dieses Cannabinoid gerichtet. Werfen wir also ebenfalls einen genaueren Blick auf diesen interessanten Wirkstoff und fassen bisherige Ergebnisse zusammen.

Was ist CBG?

CBG, ausgeschrieben Cannabigerol, kommt in der Hanf-Pflanze in natürlicher Form vor, wobei die Konzentration in den verschiedenen Cannabispflanzenarten unterschiedlich stark ist. Besonders bei der Pflanze Cannabis indica, also dem Indischen Hanf, gilt die Konzentration als besonders hoch.

CBGa, also die Cannabigerolsäure,  ist die Vorstufe von CBG und zugleich der Ausgangsstoff vieler anderer Cannabinoide. In jeder Pflanze ist Cannabigerolsäure (englisch Cannabigerolic acid, kurz CBGA) als Bestandteil vorhanden.

Enzyme wandeln während des Reifeprozesses der Pflanze diese Säure in diverse andere Cannabinoidsäuren um. Zum Beispiel in THCa (Tetrahydrocannabinolic, übersetzt Tetrahydrocannabinolsäure), CBDa (Cannabidiol Acid = Cannabidiolsäure) und weiteren. Mittels weiterer Verarbeitungsschritte gewinnt man dann THC, CBD und auch CBG.

Erstmalig wurde Cannabigerol im Jahre 1964 als Bestandteil von Haschisch, also dem Harz der weiblichen Cannabispflanze, entdeckt.

CBG ist im Gegensatz zu THC, dem berauschenden Bestandteil der Hanfpflanze, nicht-psychotrop, also nicht bewusstseinsverändernd. Aus diesem Grund unterliegt es in Deutschland auch nicht dem Betäubungsmittelgesetz und ist somit frei verkäuflich.

Die Wirkung von Cannabigerol (CBG)

Die Wirkung von CBG ist noch nicht vollkommen erforscht. Der Wirkstoff gilt als entzündungshemmend und gegen oxidativen Stress wirkend. Zudem sind appetitzügelnde Eigenschaften in Versuchen beobachtet worden.

Man geht zurzeit davon aus, dass CBG mit dem CB1-Rezeptor und dem CB2-Rezeptor des menschlichen Endocannabinoidsystems in Wechselwirkung steht. Vermutlich blockt CBG die Wirkung von THC und anderen Cannabinoiden am CB1-Rezeptor.

Welche Wirkung CBG am CB2-Rezeptor genau hat, ist noch nicht endgültig geklärt. Dass es an diesen Rezeptor andockt, ist allerdings klar. Zu diesem Thema wird aktuell viel Forschung betrieben.

In Italien gab es bereits 2013 an der Universität von Neapel eine Studie [1] zu Cannabigerol, die auf eine entzündungshemmende Eigenschaft im Darm hinweist. CBG wurde als Konzentrat unter kontrollierten Bedingungen an Patienten mit einem chronisch entzündlichen Darmsyndrom verabreicht. Im Ergebnis ist zu sehen, dass die Patienten wohl einen Vorteil durch die entzündungshemmenden Eigenschaften des CBG haben.

In verschiedenen Veröffentlichungen des Journal of Ocular Pharmacology and Therapeutics [2][3] wird aufgegriffen, dass Cannabigerol den Augeninnendruck der Augen verringern und die Flüssigkeitsdrainage erhöhen könnte. Dies ist insbesondere beim Glaukom, einer Augenerkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führt, wichtig.

Diese Innendruck-Senkende Wirkung ist unter der Einnahme von Cannabis und Haschisch bereits länger erwiesen. Vermutlich ist auch hier der Bestandteil CBG an der Wirkung beteiligt.

Weitere Studien lassen vermuten, dass Cannabigerol appetithemmend wirkt [4][5] und oxidativem Stress entgegen tritt [6]. In diesem Bereich sind weitere Forschungen jedoch nötig.

Der Unterschied zwischen Cannabidiol (CBD) und Cannabigerol (CBG)

Biochemisch gesehen entstehen CBD und CBG ursprünglich aus der Cannabigerolsäure (CBGa). Dies geschieht während des Reifeprozesses der Hanf-Pflanze unter dem Einfluss von Enzymen und anschließender Weiterverarbeitung.

CBD wirkt vor allem gegen Schmerzen und Angstzustände. Die entzündungshemmenden Eigenschaften sind geringer, als dies bei CBG der Fall ist. Im Gegensatz dazu stehen bei CBG die entzündungshemmenden Eigenschaften, sowie die Chance auf eine Senkung des Augeninnendrucks klar im Vordergrund.

CBG kaufen – Welche Produkte mit CBG gibt es?

Auf dem Markt gibt es aktuell verschiedene Möglichkeiten, Cannabigerol (CBG) zu kaufen. So gibt es heute bereits vor allem CBG Öl sowie auch CBG Kapseln in reiner Form (ausschließlich CBG als Wirkstoff).

Weiterhin befindet sich CBG in vielen Vollspektrum Ölen sowie auch in Vollspektrum CBD Kapseln.

Tipps zur richtigen Anwendung von CBG

CBG ist als Cannabinoid auf verschiedene Weisen einzunehmen. Besonders schnell wirksam ist die Anwendung durch Inhalation mittels Verdampfer (Vaporisator) oder Inhalator. Der Wirkstoff gelangt über den Gasaustausch der Lunge direkt in die Blutbahn. Asthmatiker und andere gefährdete Personen sollten von dieser Anwendungsweise jedoch nach Möglichkeit Abstand nehmen.

Ebenfalls sehr schnell geht der Wirkstoff auch durch Gabe unter die Zunge ins Blut. Hierzu tropft man einfach ein paar Tropfen des entsprechenden CBG Öls unter die Zunge. Die Schleimhäute sorgen dafür, dass der Wirkstoff schnell ins Blut übergeht.

Wer unter Magen-Darm-Beschwerden leidet und das CBG zu diesem Zweck einsetzen will, der sollte es in Kapselform zu sich nehmen (also schlucken). Die normalerweise verwendeten magensaft-resistenten Kapseln transportieren den Wirkstoff direkt in den Darm. Erst hier beginnt sich die Kapsel aufzulösen, so dass der Wirkstoff sein Potenzial voll entfalten kann. Das Schlucken von CBG Öl ist auch möglich. Allerdings kommt deutlich weniger des entzündungshemmenden Wirkstoffs tatsächlich im Darm an.

CBG lässt sich auch direkt auf die Haut auftragen. Einfach ein paar Tropfen Öl auf die betreffende Stelle träufeln und leicht verreiben/einreiben.

Zusammenfassung

  • CBG wird aufgrund seiner Stellung oft auch als Mutter der Cannabinoide bezeichnet.
  • Auch CBG hat zahlreiche positive Eigenschaften für die Gesundheit.
  • CBG Öl sollte nicht in die Augen getropft werden und auch nicht injiziert oder gar intravenös verabreicht werden.


Quellen:

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23415610

[2] https://www.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/jop.2011.0041

[3] https://www.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/jop.2011.0041

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27503475

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28125508

[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6073490/

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, dann so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Dennis Mattern

Dennis Mattern

Dennis ist ein essenzieller Bestandteil des CannaTrust-Teams. Er ist seit Tag 1 beim Projekt dabei und ist seines Zeichens COO und Account Manager bei CannaTrust. Mit CBD und anderen Cannabinoiden hat er selbst schon zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Vor allem aber in seiner Familie nutzen mehrere Personen CBD regelmäßig gegen ihre chronischen Erkrankungen.