Cannabinoide

CBN

cbn
Geschrieben von Stefan K.

Cannabinol (CBN)

Das Cannabinol ist ein Wirkstoff, der aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Er wurde eine lange Zeit von Forschern sowie Produzenten fast nicht wahrgenommen. Der Grund dafür, er bildet sich erst am Ende des Lebens einer Hanfpflanze. Die bekannteren Inhaltsstoffe von Hanf, THC und CBD, entstehen im Gegensatz dazu relativ früh. Allmählich werden aber auch die Vorzüge von CBN erkannt, sodass eine vermehrte Extraktion aus den Pflanzen, unter anderem auch für Vollspektrum-Öle, sinnvoll ist.

Was ist Cannabinol?

Das CBN aus der Hanfpflanze entsteht durch Oxidationsvorgänge. Dabei produziert das Cannabis von sich aus kein Cannabinol. Erst beim längeren Kontakt der getrockneten Hanfpflanze mit Sauerstoff entsteht CBN (Oxidation von THC). Dies ist auch der Grund, warum man Cannabinol in hoher Dosierung bei “alten” Cannabis-Pflanzen findet.

CBN ist ebenso wie das THC ein sogenanntes Phytocannabinoid von Cannabis. Wenn man alle unter dieser Bezeichnung subsumierten Inhaltsstoffe des Hanfs zusammenzählt, erhält man mehr als 100 dieser Cannabinoide. Dabei sind das CBD (Cannabidiol) und das THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) jene, die durch Wissenschaftler und Wirtschaft am besten erforscht sind. Man weiß, das CBD wirkt nicht psychoaktiv, das THC aber durchaus.

CBN entsteht durch das Zusammenspiel von THC und Sauerstoff. Daher wirkt es auch leicht psychoaktiv. Dies ist einer der großen Unterschiede zum CBD. Ein anderer ist, dass CBN im Gegensatz zum Cannabidiol nur sehr schwach an den CB1-Rezeptor im Endo-Cannabinoid-System andocken kann. Über die Bindungseigenschaften von CBN an den CB2-Rezeptor ist laut aktuellem Erkenntnisstand noch wenig bekannt.

Die Wirkung von Cannabinol (CBN)

Die Einwirkung von Cannabis-Produkten über das Endo-Cannabinoid-System auf den Körper ist belegt. Auch CBN hat diese Eigenschaft, auch wenn die Bindungsfähigkeit an die CB1- und CB2-Rezeptoren zum einen geringer als bei anderen Stoffen ausfallen und zum anderen noch nicht ausreichend dargelegt wurden.

CBN hat sedative Effekte auf den Körper. Diese Wirkung wird noch verstärkt, wenn man THC hinzufügt. Viele Experten[1] sind sich sicher, dass 5 mg CBN ebenso beruhigend wirken wie 10 mg des Beruhigungsmittels Diazepam. Diazepam wirkt ebenso wie CBN psychoaktiv – auch wenn diese Wirkung bei CBN nur sehr leicht vorhanden ist. Eine weitere Wirkung von CBN könnte die Förderung des Einschlafens sein.

Einige Wissenschaftler gehen bei CBN sogar davon aus, dass man die sehr leichte psychoaktive Wirkung in der Regel ignorieren kann. Somit stünde einer legalen medizinischen Anwendung von CBN nichts im Weg.

Forschungsergebnisse geben auch Anlass zu der Vermutung, dass CBN durchaus dazu beitragen kann, das Wachstum von Knochengewebe anzuregen. Dies kann dadurch ausgelöst werde, dass CBN eine sozusagen indirekte Rekrutierung von mesenchymalen Stammzellen aus dem umliegenden Knochenmark einleitet. Damit kann CBN durchaus zu einem wichtigen Hilfsmittel dabei werden, Knochenbrüche effektiv zu heilen.

Die erwünschte Wirkung von CBN

CBN kann also bei der Heilung von Knochenbrüchen den Körper unterstützen[2]. Eine weitere Wirkung entfaltet CBN auch bei einer gewissen Hautkrankheit, genannt Psoriasis (Schuppenflechte). Dabei verändert sich die Haut und innerhalb von scharf abgegrenzten, leicht erhabenen und rötlichen Krankheitsherden bilden sich weiße Schuppen, die die Haut bedecken. Meist tritt die Krankheit am Steißbein, an den Ellbogen, den Knien und der Kopfhaut auf. Auch die Nägel können betroffen sein. Die Einnahme von CBN kann hierbei laut einer Studie[3] die Überwucherung von Hautzellen lindern. Dabei unterstützt CBN, dass die Produktion von Hautzellen auf ein Normalmaß hin reguliert wird.

CBN-Schuppenflechte

Diese regulierende Eigenschaft des CBN in Bezug auf die Haut kann laut einer Studie[4] auch dabei helfen, diese nach Verbrennungen besser und effektiver behandeln zu können. Zusätzlich lassen die Studienergebnisse den Schluss zu, dass man CBN auch bei der Behandlung von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) hilfreich sein kann.

Die besonders gut erforschten Eigenschaften des CBN, ebenso wie des CBD, sind die entzündungshemmenden sowie schmerzlindernden. Diese machen CBN bei der Therapie von Verbrennungsopfern zusätzlich zur Hautregulierung zu einem möglicherweise potenten Hilfsmittel.

Die beruhigenden Eigenschaften von CBN stellen auf jeden Fall eine gewünschte Wirkung dar. Eine Studie[5] belegt, dass CBN bei den Probanden (Nagetieren) die Schlafdauer beträchtlich verlängert.

Nebenwirkungen von CBN?

Noch sind keine schädlichen Nebenwirkungen von CBN bekannt. Allerdings sollte man festhalten, dass die beruhigende Wirkung von CBN in großen Dosen eben einschläfernd wirken kann. Dies sollte man berücksichtigen, wenn man zum Beispiel Autos, LKWs oder andere schwere Maschinen im Anschluss an die Einnahme bedienen möchte.

Ganz allgemein wird Schwangeren und auch anderen Personen, die Medikamente einnehmen, geraten, auch vor der Einnahme von CBN darüber ausführlich mit ihrem behandelnden Arzt zu sprechen. Dieser kann die Lage in der Regel gut einschätzen.

Zwar ist der aktuelle Erkenntnisstand über CBN noch ausbaufähig, aber bezugnehmend auf andere Cannabisprodukte (außer THC) kann man festhalten, dass bei diesen bisher keine nachteiligen Wirkungen auf den menschlichen Körper festgestellt wurden.

Was unterscheidet CBN von THC und CBD?

Einer der Hauptunterschiede zwischen CBD und CBN ist deren Interaktion mit den Rezeptoren innerhalb des Endo-Cannabinoid-Systems. Dockt das CBD relativ einfach an den CB1- und CB2-Rezeptoren an, ist hierbei CBN nicht so reaktiv. CBN scheint, anderes als das CBD, eben nicht indirekt über die Rezeptoren, sondern direkt auf das ECS Einfluss zu nehmen.

Ein anderer Unterschied zwischen CBD und dem CBN besteht darin, dass CBD zusammen mit dem THC am Beginn des Lebens der Cannabispflanze entsteht. Ansonsten hat CBD mit dem THC grundlegend nichts gemeinsam. Bei CBN ist dies anders. Ohne das THC würde es das CBN nicht geben. Vereinfacht ausgedrückt, setzt man THC lange genug Sauerstoff aus, bildet sich CBN.

CBN kaufen – welche Produkte mit CBN gibt es?

CBN kann in geringer Dosierung in sogenannten Vollspektrum-Produkten den Entourage-Effekt hervorheben. Dieser Effekt inkludiert viele verschiedene Cannabis-Inhaltsstoffe. Der Entourage-Effekt sagt, dass alle Inhaltsstoffe gemeinsam mehr sind als die Summe ihrer Teilchen.

CBN kann zum Beispiel in …

… und in vielen weiteren Produkten stecken.

Aus der großen Bandbreite an Mitteln sollte jeder für sich versuchen, das Beste herauszufinden. Der beste Weg inkludiert Beratung, ärztliche Konsultation und einfaches Ausprobieren. In den Beschreibungen vieler Produkte kann man auch viel Informatives und damit Nützliches über CBN nachlesen.

Tipps zur richtigen Anwendung von CBN

Wie es verschiedene Produkte mit CBN gibt, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten der Anwendung. Öle können einfach unter die Zunge getropft werden und gehen somit sehr rasch in die Blutbahn über. Salben und Cremes werden an der gewünschten Stelle aufgetragen und entfalten zwar punktuell, aber langsamer als Öle ihre Wirkung. Liquide werden über Vaper (E-Zigaretten) aufgenommen. Dabei gehen die Wirkstoffe über die Lunge rasch in den Körper über.

Fazit

  • CBN ist ein gut dosierbares und effektives Beruhigungsmittel.
  • Gewonnen wird es durch Oxidation aus dem psychoaktiven THC. Dabei ist diese Wirkung kaum bis nicht mehr im CBN enthalten.
  • Durch die hautregulierenden, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften ist CBN besonders für die Behandlung von Verbrennungen auf der Haut geeignet.
  • Wer Einschlafprobleme hat, kann auf die beruhigende Wirkung von CBN setzten.


[1] https://www.steephill.com/blogs/34/Cannabinol-(CBD):-A-Sleeping-Synergy – 07.11.2019

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17205329 – 07.11.2019

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17157480/ – 07.11.2019

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18681481 – 07.11.2019

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7728937 – 07.11.2019

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus Österreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem für das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung überzeugt, schreibt er nun fundiert über alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".