Krankheiten

Huntington-Syndrom

huntignton_syndrom
Geschrieben von Stefan K.

CBD beim Huntington-Syndrom

Die Huntington-Krankheit, auch Chorea Huntington oder das Huntington-Syndrom genannt, stellt eine Erkrankung des Gehirns dar. Das Huntington-Syndrom ist eine Erbkrankheit, die bei den Betroffenen bestimmte Bereiche des Gehirns mit der Zeit Schritt für Schritt zerstört. Diese Bereiche sind in der Regel für psychische Funktionen sowie für die Steuerung der Muskeln besonders wichtig. Der Grund, die Nervenzellen gehen zugrunde. Ursächlich für das Huntington-Syndrom ist ein fehlerhaftes Gen.

Der Name Chorea Huntington fußt auf dem amerikanischen Arzt George Huntington. Er war es, der die Krankheit 1872 erstmals beschrieb und erkannte, dass es sich um eine Erbkrankheit handelt. „Chorea“ ist griechisch und bedeutet Tanz.

Chorea Huntington gilt als eine sehr seltene Erbkrankheit. In Deutschland sollen in etwa 8.000 Menschen an ihr leiden. In Westeuropa und in Nordamerika sollen laut aktuellen Zählungen rund zehn von 100.000 Menschen vom Huntington-Syndrom betroffen sein. Der Ausbruch von Chorea Huntington kann in jedem Alter passieren. Überdurchschnittlich häufig zeigen sich erste Symptome in der Zeit zwischen dem 35 und dem 45 Lebensjahr. Aber auch Kinder und ältere Menschen können davon betroffen sein. Laut Experten liegt das „Ausbruchsjahr“ auch darin begründet, wo die dafür verantwortliche genetische Mutation im Erbgut verortet ist.

Leidet man unter dem Huntington-Syndrom sind Wesensänderungen, Bewegungsstörungen oder auch Demenz häufige Symptome. Einfluss auf die Krankheit und deren Symptome nehmen nicht viele Stoffe, und wenn, dann in einem leider geringen Rahmen. Aktuell werden vor allem die Symptome von Chorea Huntington medikamentös behandelt. Eine wichtige Stütze sind Selbsthilfegruppen, die nicht nur den Erkrankten, sondern auch deren Angehörigen hilfreich zur Seite stehen.

Mittlerweile hat sich vor allem Spanien zu einem Forschungszentrum für das Huntington-Syndrom in Verbindung mit CBD entwickelt. CBD ist eines von über 100 Cannabinoiden aus der Hanfpflanze. Neben dem CBD ist vor allem das THC bekannt. Das THC ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz illegal. CBD hingegen ist legal zu kaufen. THC wirkt nachweislich psychoaktiv, CBD tut dies nicht. CBD führt zudem zu keinerlei Rauschzuständen und macht nicht abhängig. Im Zusammenhang mit der Huntington-Krankheit kann CBD bei Symptomen wie der Depression oder der Gewichtsabnahme helfen.

Ursachen des Huntington-Syndroms

Die Ursache für das Huntington-Syndrom ist das schrittweise Zerstören von Nervenzellen in ganz bestimmten Hirnarealen. Die Zerstörung geht auf einen Gendefekt zurück. Es werden sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen von der Krankheit betroffen. Dies bedeutet, dass der Gendefekt nicht auf den Geschlechtschromosomen X und Y, sondern auf den Autosomen sitzt. Dies sind die Chromosomen, die einmal von der Mutter- und einmal von der Vaterseite vorliegen, und nichts mit der Ausformung des biologischen Geschlechts zu tun haben. Trägt eines der Elternteile das defekte Gen in sich, hat jedes Kind ein 50-prozentiges Risiko, sowohl das mutierte Gen sowie auch die Huntington-Krankheit zu bekommen. Genetiker nennen dies einen autosomal-dominanten Erbgang. Dabei meint dominant, dass die Krankheit auch dann ausbricht, sollte auch nur auf einem der paarigen Chromosomen das mutierte Gen in veränderter Form vorliegen.

Symptome der Huntington Krankheit

Die Symptome beim Huntington-Syndrom lassen sich grundsätzlich in das Anfangsstadium und das Spätstadium unterscheiden.

Im Anfangsstadium von Chorea Huntington treten oftmals nicht für diese Krankheit exklusive Symptome auf. Psychische Auffälligkeiten wie eine erhöhte Reizbarkeit, eine vermehrte Aggressivität, Depressionen oder eine merkliche Enthemmtheit sind oftmals erste Anzeichen. Betroffene schildern auch, dass sie zunehmend ängstlich werden und darüber hinaus an Spontanität verlieren. Neben den psychischen Symptomen treten bei Chorea Huntington auch Bewegungsstörungen auf. Diese überkommen die Betroffenen meist plötzlich. Dabei bewegt man unwillkürlich den Kopf, die Hände, die Beine, die Arme oder auch den Rumpf. Bei besonders harten Fällen kommt es zum früher sogenannten Veitstanz – also einem krankheitstypischen, leicht tänzelnden Gang. Betroffene versuchen im Anfangsstadium der Krankheit, diese ungewollten Bewegungen bewusst in normalen Bewegungsabläufen zu verbergen. Über diese oftmals übertrieben wirkende Gestik können erfahrene Außenstehende das Huntington-Syndrom erkennen.

In der fortgeschrittenen Phase von Chorea Huntington treten weitere Symptome zutage. Dann ist nicht mehr nur der muskuläre Bewegungsapparat betroffen, sondern auch die Schlund- und Zungenmuskulatur. Bemerkt wird dies meist durch eine abgehackte Sprache. Die Laute werden wie aus der Kanone abgefeuert und explosionsartig ausgestoßen. Neben den Sprachproblemen kann es auch zu Störungen beim Schlucken kommen. Die Schluckprobleme können sich bis hin zu einer Lungenentzündung entwickeln. Der Verlust der geistigen Fähigkeiten führt bei der überwiegenden Zahl an Personen, die an der Huntington-Krankheit leiden, nach etwa 15 Jahren zu einer Demenz. Am Ende der Krankheit sind die Patienten entweder überwiegend oder komplett auf Hilfe angewiesen.

Wie herkömmliche Mittel gegen die Huntington Krankheit wirken

Man sollte festhalten, dass es kein Medikament gibt, das die Ursachen von Chorea Huntington behandelt. Die Krankheit an sich ist unheilbar. Es gibt jedoch Medikamente, die sich bei der Linderung der Symptome als nützlich erwiesen haben. Tiaprid und Tetrabenazin wirken dem Botenstoff Dopamin entgegen. Damit wird der unkontrollierte Bewegungsablauf gemildert. Verfallen die Betroffenen in eine depressive Stimmung, werden von Ärztinnen und Ärzten häufig Antidepressiva verschrieben. Diese sind überwiegend selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Leiden die Erkrankten an Demenz, kann unter Umständen der Wirkstoff Memantin den Abbau der geistigen Kapazität verlangsamen.

Zusätzlich zur medikamentösen Symptombekämpfung können weitere Maßnahmen helfen. Ergotherapie, Logopädie sowie Physiotherapie können helfen, bestimmte Symptome abzumildern. Sprechübungen zum Beispiel können beim Schlucken und Sprechen zu Verbesserungen führen. Ergotherapie sorgt dafür, dass man die Alltagsaktivitäten wieder besser in den Griff bekommt. Patienten mit Chorea Huntington lernen somit, leichter ein weiterhin selbstständiges Leben meistern zu können. Gewichtsverlust trifft viele Menschen, die an Chorea Huntington erkranken. Eine kalorienreiche Ernährung kann hier gegensteuern.


CBD beim Huntington-Syndrom – Wie Cannabidiol wirkt

Auch was CBD beim Huntington-Syndrom betrifft, muss man zu Beginn festhalten, dass auch das Cannabinoid keine Heilungsmöglichkeit bietet. CBD bei Chorea Huntington kann dazu beitragen, bestimmte Symptome zu lindern oder auch besser in den Griff zu bekommen.

Studien und Wirkungen – CBD Öl beim Huntington-Syndrom

An der Universität Complutense im spanischen Madrid erschien 2008 eine Arbeit[1], in welcher anerkannte Experten darüber diskutierten, dass bestimme Abnormitäten innerhalb des Endocannabinoidsystems (ECS) durchaus mit Bewegungsstörungen bei einer Erkrankung mit Chorea Huntington in Verbindung stehen.

Die Annahme der Forscher der Universität Complutense wurden von ihren Kollegen des Neurology Department im Hospital Ramón y Cajal in Madrid verwendet, um ihrerseits eine Studie[2] durchzuführen. Diese Studie erschien 2016. Dabei wurde kein reines CBD verwendet, sondern eine Kombination aus CBD und THC. Diese Verbindung nennt man Sativex. Dieses sowie das Kontrollplacebo wurden zwölf Wochen lang über einen oralen Spray an die Probanden verabreicht. Insgesamt nahmen an dem Experiment 26 Menschen teil, die an Chorea Huntington leiden. Die Forscher zogen am Ende der Untersuchung die Schlussfolgerung, da keine Wirkungen festgestellt wurden, dass bei kommenden Studien die Dosen zu erhöhen wären. Auch die Möglichkeit, statt der verwendeten Kombination aus THC und CBD etwas anderes zu verwenden, wird am Ende in den Raum gestellt.

Im Jahr 2017 publizierten erneut Forscher der Universität Complutense eine Studie[3]. Darin wurde ein ähnliches Sativex wie bei der Vorgängerstudie an Mäusen getestet, die am Huntington-Syndrom leiden. Die Nager zeigten das typische Umklammerungsverhalten. Dieses Verhalten wurde durch CBD (Phytocannabinoide) signifikant gelindert. Zudem konnten die Forscher vermelden, dass sich durch die Verabreichung von CBD auch die motorischen Symptome merklich verbessert hatten.

Depressionen können eine harte psychische Probe für die Erkrankten und deren Angehörigen darstellen. Speziell bei diesem Symptom kann die Gabe von CBD einen möglichen Ausweg aufzeigen. Dass CBD eine anxiolytisch, also angstlösende Wirkung aufweist, belegt eine Studie[4], bei der CBD Öl gegen Ängste erprobt wurde. Dabei wurde aufgezeigt, dass CBD über das Einwirken auf das ECS und die dort verorteten CB1- und CB2-Rezeptoren Ängste und damit auch Depressionen lindern kann.

Patienten, die am Huntington-Syndrom leiden, verlieren oftmals stark an Gewicht. Einer der Gründe dafür ist, dass einige Betroffene durch die Krankheit das Essen als „Feind“ wahrnehmen. CBD kann laut einer Zusammenfassung[5] verschiedener Studien dabei helfen, erneut den Appetit anzuregen. Der Genuss steht neben der Nahrungsaufnahme im Zentrum und kann wieder zu einer Gewichtszunahme beisteuern.

CBD-Produkte und die Huntington Krankheit

Es gibt auf dem Markt verschiedene CBD-Produkte, die die Betroffenen je nach Geschmack verwenden können. Entschließt man sich, beim Huntington-Syndrom mit CBD die oben beschriebenen Symptome anzugehen, hat man die Wahl zwischen …

… und vielen weiteren Produkten der unterschiedlichsten Hersteller.

Dosierung von Cannabidiol beim Huntington-Syndrom

Unabhängig davon, ob man ein CBD Öl, CBD Tabletten oder CBD Liquide (über E-Zigaretten) aufnimmt, die Dosis an CBD ist immer von dem individuellen Metabolismus abhängig. Daher ist eine genormte Dosiervorgabe bei CBD gegen die Symptome bei Huntington schwer. Neben den Angaben der Hersteller und der Anweisungen von Ärzten und Ärztinnen gibt es eine Faustregel. Man sollte CBD am Beginn in einer geringen Dosierung einnehmen und anschließend langsam steigern. Dies tut man, bis die gewünschte CBD Wirkung einsetzt. Treten hingegen unerwünschte Wirkungen ein, sollte man die CBD Dosierung wieder reduzieren.

CBD, Veitstanz und Muskelzuckungen

Die Krankheit, die man heute unter anderem Chorea Huntington nennt, wurde im Mittelalter noch mit dem Begriff Veitstanz in Verbindung gebracht. Der Veitstanz wurde auch als Tanzwut bezeichnet. Dabei begannen sich die Betroffenen wie bei einem Tanz rhythmisch zu bewegen und dies so lange fortzuführen, bis sie vollkommen erschöpft zusammenbrachen.

Der Veitstanz hat seinen Namen vom Heiligen Veit, dem Schutzpatron der Tänzer. Heutzutage ist die Bezeichnung aber überholt, weiß man doch, dass es verschiedene Ursachen für diesen „Tanz“ gibt. Neben dem Huntington-Syndrom können auch Krämpfe, Epilepsie sowie die Tollwut Ausgangspunkt dieses Verhaltens sein. CBD kann mit seiner entspannenden Wirkmöglichkeit bei einigen Ursachen, die man in früheren Zeiten unter dem Begriff des Veitstanzes zusammenfasste, helfen.

Fazit

  • Das Huntington-Syndrom ist aktuell als Erbkrankheit nicht heilbar.
  • Medikamente sowie auch das CBD können laut aktuellem Forschungsstand lediglich einige der Symptome lindern.
  • CBD wird von Betroffenen vermehrt gegen Depressionen, für die Gewichtszunahme und für das Lindern des Umklammerungsverhaltens genommen.


[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18781982/ – 26.08.2020

[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27159993/ – 26.08.2020

[3] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28333097/ – 26.08.2020

[4] https://www.cbd-anxiety-study.com/ – 26.08.2020

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5678490/ – 26.08.2020

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Wie gut fandest du diesen Beitrag?

Klicke auf ein Stern um zu bewerten!

Durschnitts Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Noch keine Bewertung! Gib die Erste Stimme ab.

Über den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus Österreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem für das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung überzeugt, schreibt er nun fundiert über alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".