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Autismus

CBD bei Autismus
Geschrieben von Stefan K.

CBD bei Autismus

Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Autismus, auch Autismus-Spektrum-Störung (ASS) genannt, eine tiefgreifende Entwicklungsstörung und gilt als Mehrfachbehinderung. Unabhängig von Ihrem Intelligenzstatus fehlt autistischen Menschen neurologisch bedingt oftmals das Verständnis, emotionale und soziale Signale zu deuten. Dabei geht es nicht nur um die Interpretation von Emotionen anderer, vor allem selbst adäquate emotionale Reaktionen auf einen Umweltreiz zu zeigen ist für die Betroffenen schwer bis unmöglich. So entstand auch die Einordnung von Autismus als schwere Kontakt- bzw. Beziehungsstörung.

Mit Veränderungen können autistische Menschen in der Regel sehr schwer umgehen. Speziell von einer sozialen Situation in eine anschließende flexibel zu wechseln, und dabei eine sozial anerkannte Strategie zu verfolgen, fällt Autisten besonders schwer. Es kann in diesen und auch anderen Momenten passieren, dass Autisten mit einem plötzlichen Aggressionsschub auf die für sie höchst unangenehme Situation reagieren.

Neben diesen an Wutanfälle grenzenden Schüben zählen Rastlosigkeit und auch Nervosität zu den häufigsten äußerlichen Merkmalen der Krankheit. Linderung bei diesen Symptomen verspricht CBD bei Autismus. Das Cannabidiol ist ein Produkt aus der Hanfpflanze. Anders als das artverwandte THC wirkt CBD nicht psychoaktiv, verursacht keine Rauschzustände und macht nicht abhängig.

Mögliche Ursachen von Autismus

Man unterscheidet Autismus aktuell in drei Kategorien – frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom und atypischer Autismus. Alle drei haben verschiedene Merkmale. Die Unterschiede zwischen den dreien beziehen sich grundsätzlich auf die Erscheinungsformen, den Schweregrad der Ausprägung und auf den Grad der zusätzlichen Beeinträchtigung durch andere Behinderungen und Störungen.

Die Forschung kann aktuell keine einzelne Ursache mit Autismus so verbinden, dass diese alleinig die Krankheit bedingt oder auslöst. Bisher vermuten Forscher drei mögliche Ursachen. Die erste ist genetisch, bei der zweiten ist die Hirnentwicklung gestört und bei der dritten der Hirnstoffwechsel.

Symptomatisch für Autismus können zusätzliche Anfallsleiden, zerebrale Bewegungsstörungen, Fremdaggression und Autoaggression sowie Ess- und Schlafstörungen sein. An diese Punkte kann CBD bei Autismus ansetzen und den Autisten und ihrem sozialen Umfeld Linderung und Phasen der Ruhe und Ausgeglichenheit bescheren.

Wie Autismus-Mittel/-Therapien wirken

Medikamentöse Behandlungen und therapeutische Maßnahmen werden im Umgang mit Autismus angewandt. Beides führt nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu einer Heilung, kann aber zu einer Verbesserung der Lebenssituation beitragen.

Die Behandlung von Autismus-Symptomen darf nur unter zwei Voraussetzungen passieren – einer genauen Beobachtung des Betroffenen und einer regelmäßigen Konsultation eines Facharztes. Somit können die Begleitsymptome von Autismus wie Depressionen, Angst, aggressives Verhalten durch beispielsweise Antidepressiva oder auch Neuroleptika innerhalb einer umfassenden Therapie behandelt werden.

Zu Therapien gehören neben der eigentlichen Verhaltenstherapie für den Betroffenen zum Beispiel auch Elterntherapien.

CBD bei Autismus – Wie wirkt Cannabidiol?

Um die Auswirkungen von CBD auf Autismus und dessen Symptome zu untersuchen, führten Forscher in Israel eine Studie[1] durch. Dabei wurden ASS-Patienten Präparate mit einer hohen Dosis an CBD verabreicht. Durch die tägliche Verabreichung von CBD gegen Autismus konnten laut der Studie bei rund 80 % der Studienteilnehmer eine Verbesserung der Symptome Rastlosigkeit, Aggression und Nervosität festgestellt werden. Die Familien der Probanden sagten aus, dass sich nicht nur der Alltag des Betroffenen, sondern auch jener seines direkten sozialen Umfelds verbessert hätte.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass CBD viel zur Verbesserung der Lebenssituation rund um einen ASS-Patienten beitragen kann. Hier kurz eine Übersicht der Ergebnisse im Einzelnen.

  • Etwa die Hälfte der Patienten berichteten, dass die Wutanfälle merkbar abgenommen hätten.
  • Die Anzahl an Patienten, die ihre Lebensqualität als gut einordneten, verdoppelte sich nach 6 Monaten der Behandlung.
  • Die Unabhängigkeit, festgemacht an der Fähigkeit sich selbsttätig zu waschen und einzukleiden, verbessert sich auffällig.
  • Am Beginn der Studie sagten 3,3 % der Probanden, sie könnten sich gut konzentrieren und gut schlafen. Am Ende waren es fast 25 %.

Aufbauend auf der Tatsache, dass CBD Öle oder auch andere CBD Produkte einen verbessernden und somit positiven Effekt bei der Linderung von Angstzuständen, Psychosen oder bei der Linderung von Anfällen haben, führten Forscher eine Studie[2] durch, ob diese Effekte auch die Symptome von ASS zu mindern vermögen. Dabei kam unter anderem heraus, dass CBD bei Autismus angewandt dazu führen kann, dass nicht nur Ängste signifikant gelindert wurden, sondern vor allem auch eine Verbesserung im Kommunikationsverhalten und bei der Verarbeitung von (flexiblem) Stress zutage traten.

Ergänzend zu vielen Therapien hilft CBD bei Autismus über die Aktivierung von CBD-Rezeptoren im Endocannabinoid-System. Dieses Nervensystem durchzieht den Körper und wird eng mit der Entwicklung des Gehirns in Verbindung gebracht. Noch sind nicht alle Forschungen in diese Richtung abgeschlossen, aber laut aktuellem Erkenntnisstand könnte ein Mangel an ECS-Rezeptoren zu Ängsten führen, welche auch bei Autisten häufiger vorkommen. Damit kann geschlussfolgert werden, dass CBD über das ECS ergänzend bei Autismus-Therapien hilfreich sein kann.

Durch Autismus können auch Bewegungsstörungen durch teilweise unkontrollierte Muskelkontraktionen auftreten. Diese wirken für Außenstehende wie spastische Anfälle. Dabei krampfen die Muskeln und der Betroffene fühlt qualvollen Schmerz. CBD kann in diesen Fällen auf zweierlei Arten helfen. Zum einen wirkt CBD bei Autismus krampflösend auf die Muskeln, zum anderen dämpft es den Schmerz, sollten die Krämpfe zu extrem sein. Viele Patienten nehmen gegen die Qualen hoch dosierte Schmerzmittel. Diese Dosierung kann durch eine zusätzliche Einnahme von CBD gesenkt werden.

CBD als Inhaltsstoff von Cannabis kann auch eine Zunahme des Appetits bewirken. So kann CBD bei Autismus speziell dahingehend helfen, wenn die Betroffenen sich weigern, wegen akuter Appetitlosigkeit Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Fazit

  • Die Schlussfolgerung, dass die Behandlung der Verhaltensweisen von ASS-Patienten mit CBD sehr effektiv sein kann und damit einen positiven Einfluss auf diese Menschen samt ihrem sozialen Umfeld haben könnte, ist sehr evident.
  • CBD gegen Autismus eingesetzt hat vor allem einen positiven Effekt auf das aggressive Verhalten gewisser Patienten.
  • CBD bei Autismus kann beruhigend wirken und leitet somit den Betroffenen und seine Familie entspannter durch den Alltag. Auch durch die Reduktion von Anfällen kann CBD lindernd auf Autisten einwirken.


[1] https://www.nature.com/articles/s41598-018-37570-y – 12.09.2019

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Cannabidiol+Based+Medical+Cannabis+in+Children+with+Autism-+a+Retrospective+Feasibility – 12.09.2019

Weitere Studien

https://link.springer.com/article/10.1007/s13311-015-0371-9

https://www.sciencedaily.com/releases/2013/04/130411123852.htm

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23585028

http://www.beyondthc.com/wp-content/uploads/2013/08/GrinspoonAutism.pdf

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21886592

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23542787

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27453335

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, dann ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus Österreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem für das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung überzeugt, schreibt er nun fundiert über alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".