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CBD Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

CBD und Medikamente Wechselwirkungen Hilfe
Geschrieben von Stefan K.

Die häufigsten Fragen, die sich Erstanwendern stellen, sind, ob CBD ungefährlich ist und ob es zu Wechselwirkungen von CBD kommen kann oder ob es gar Nebenwirkungen von CBD gibt. Diese Fragen möchten wir in diesem Artikel beantworten.

Durch Studien kennen Forscher mittlerweile viele der Wirkungen des Hanfinhaltsstoffes CBD. Neben anderen bekannten Wirkstoffen wird in der Cannabidiol-Forschung allerdings ‚Äěerst‚Äú seit rund 40 Jahren ernsthafte Wissenschaft betrieben ‚Äď seit bekannt wurde, dass viele Krankheiten w√§hrend ihres Verlaufs und auch pr√§ventiv damit behandelt werden k√∂nnen. Demnach ist die Forschung zu CBD Neben- und Wechselwirkungen noch sehr jung.

Festzuhalten gilt, wenn hier von Wechselwirkungen geschrieben wird, meint man damit √§hnliches wie der Begriff Arzneimittelwechselwirkung beschreibt. Dabei treten bei der zeitgleichen Einnahme unterschiedlicher Wirkstoffe oder Arzneien durch sogenannte Polymedikation ausgel√∂ste unerw√ľnschte, zumindest aber unerwartete pharmakologische Auswirkungen auf. Dadurch k√∂nnen die angestrebten Wirkungen verst√§rkt, abgeschw√§cht oder gar aufgehoben werden.

CBD Nebenwirkungen

Langzeitstudien bez√ľglich der CBD √Ėl Nebenwirkungen gibt es bisher noch nicht viele. Dennoch kann es zum Beispiel bei einer √úberdosierung von CBD-Produkten zu unerw√ľnschten Nebenwirkungen kommen. Die richtige CBD Dosierung ist daher sehr wichtig.

Folgende CBD Nebenwirkungen sind bekannt:

  • M√ľdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Senkung des Blutdrucks
  • Schwindelgef√ľhl
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Allergische Reaktionen (selten)
  • Erh√∂hter Augeninnendruck

Abraten von CBD Einnahme

Auch wenn CBD generell als unbedenklich gilt und die möglichen Nebenwirkungen sehr gering sind, muss aufgrund der aktuellen Studienlage von der CBD Einnahme bei bestimmten Gruppen abgeraten werden. Diese wären:

Welche Medikamente sollte man nicht zusammen mit CBD einnehmen?

Die Verwendung von CBD, wenn man andere Medikamente nimmt, sollte genau unter die Lupe genommen werden. Viele √Ąrzte raten Ihren Patienten, dass Sie CBD erst 2h nach der Einnahme anderer Medikamente einnehmen sollten. Achten Sie auch auf eine gute CBD Dosierung.

CBD-und-Medikamente - Wechselwirkungen
Patienten sollten 2 Stunden nach regulärer Medikamenteneinnahme CBD nehmen.

Grundsätzlich gilt, dass Cannabidiol mit folgenden Arzneien wechselwirkt:

  • Betablocker
  • Statine
  • Antiepileptika
  • Antibiotika
  • Blutverd√ľnner
  • entz√ľndungshemmende Schmerzmittel
  • Steroide
  • Antipsychotika
  • Antidepressiva
  • Benzodiazepine

Wir haben hier die gängigsten Wechselwirkungen von CBD und Medikamenten aufgelistet:

MedikamentErklärung der Wechselwirkung
IbuprofenNach aktuellem Stand der Forschung sind Wechselwirkungen zwischen CBD und Schmerzmitteln aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs), zu denen auch Ibuprofen geh√∂rt, m√∂glich. Cannabidiol entfaltet hier einen √§hnlichen Effekt wie die Grapefruit. Und zwar werden verschiedene Enzyme in der Leber beeinflusst, die f√ľr den Abbau von Ibuprofen im K√∂rper verantwortlich sind (das sog. Cytochrom P450 Enzymsystem). Auf diese Weise kann CBD die Wirkung von Ibuprofen verst√§rken. Dies wiederum kann dazu f√ľhren, dass eine geringere Dosis des Schmerzmittels eingenommen werden muss. Es kann zudem sein, dass die gemeinsame Einnahme von Ibuprofen und CBD den Blutdruck erh√∂ht.
PilleSowohl einige Wirkstoffe der Pille als auch CBD werden in der Leber abgebaut. Zumindest bei √Ėstrogenpr√§paraten ist also Vorsicht geboten, da die gemeinsame Einnahme zu einer Verringerung der empf√§ngnisverh√ľtenden Wirkung f√ľhren kann. Im Zweifelsfall sollte hier der behandelnde Frauenarzt hinzugezogen werden. Nach aktueller Studienlage ist das Risiko f√ľr eine Wechselwirkung zwischen CBD und der Pille geringer, wenn diese Progesteron anstatt √Ėstrogen enth√§lt. Auch hier gilt: im Zweifelsfall den Arzt fragen.
L-ThyroxinCBD kann die Therapie von Schilddr√ľsenerkrankungen auf unterschiedliche Art und Weise unterst√ľtzen. Bei einer Schilddr√ľsenunterfunktion (Hypothyreose) werden dem K√∂rper Schilddr√ľsenhormone in Form von L-Thyroxin zugef√ľhrt. Erste Studienergebnisse deuten darauf hin, dass CBD einen g√ľnstigen Effekt auf diese Behandlung haben k√∂nnte. So reguliert CBD offenbar die Freisetzung von Schilddr√ľsenhormonen und ist somit als Erg√§nzung zur Behandlung mit L-Thyroxin grunds√§tzlich geeignet. Die Behandlung sollte allerdings von einem Arzt √ľberwacht werden.
AntibiotikaEs gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass die gleichzeitige Einnahme von CBD mit Antibiotika negative Auswirkungen hat. Gleichzeitig weisen Studien darauf hin, dass Cannabidiol selbst antibakterielle Effekte hat und somit die Wirkung von Antibiotika unterst√ľtzen kann. Es taugt aber keinesfalls als Ersatz f√ľr Antibiotika bei einer akuten bakteriellen Infektion.
JohanniskrautCBD gilt als durchaus sinnvolle Ergänzung einer Behandlung mit Johanniskraut. Beide Wirkungsmechanismen ergänzen sich gut, vor allem, wenn Johanniskraut gegen depressive Verstimmungen eingesetzt wird. So bewirkt Johanniskraut eine Stimmungsaufhellung, während CBD einen beruhigenden und schlaffördernden Effekt entfaltet. Auch wenn bisher keine negativen Wechselwirkungen bekannt sind, sollte die gemeinsame Einnahme mit dem Arzt besprochen werden.
CitalopramDie gemeinsame Anwendung von Citalopram und CBD ist nicht besonders gut untersucht. Als sicher gilt, dass auch in diesem Fall CBD den Abbau des Arzneimittels durch die Leber hemmt. Das kann Auswirkungen auf die Dosierung haben. √úber nennenswerte oder gar sch√§dliche Wechselwirkungen wurde bisher jedoch nicht berichtet. Da beide Wirkstoffe den Serotoningehalt im Gehirn erh√∂hen, besteht ein gewisses Risiko f√ľr eine Manie. Die gemeinsame Einnahme sollte daher unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
PsychopharmakaDie Frage nach Wechselwirkungen zwischen CBD und Psychopharmaka l√§sst sich nicht pauschal beantworten, da es sich um eine sehr gro√üe Wirkstoffgruppe handelt. Eine gemeinsame Nutzung von Antidepressiva und CBD beispielsweise ist nicht grunds√§tzlich ausgeschlossen. Hierbei muss allerdings zwischen den selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmern (SSRI) ‚Äď z. B. Citalopram ‚Äď und sog. trizyklischen Antidepressiva unterschieden werden. Bei Letzteren kann CBD die beruhigende und blutdrucksenkende Wirkung verst√§rken. Bei allen Psychopharmaka gilt: Die gemeinsame Einnahme darf, wenn √ľberhaupt nur unter √§rztlicher Aufsicht erfolgen. Das gilt vor allem auch f√ľr Neuroleptika.
AlkoholWechselwirkungen zwischen Cannabidiol und Alkohol sind h√§ufig. Gerade ein exzessiver Alkoholkonsum kann dazu f√ľhren, dass die Kombination mit CBD zu √úbelkeit, Herz-Kreislauf-Problemen und psychischen Problemen f√ľhrt. Aus diesem Grund ist von einer gemeinsamen Nutzung von Alkohol und CBD dringend abzuraten. Das gilt vor allem dann, wenn beides in gro√üen Mengen und in hoher Konzentration verwendet wird.
Tabelle: √úbersicht der Wechselwirkungen von CBD √Ėl mit Medikamenten

Anmerkung

  • Die oben stehende Liste hat nicht den Anspruch, komplett zu sein. Im Zweifelsfall sollte die gleichzeitige Einnahme von CBD und Medikamenten stets mit dem jeweils behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Wie kommt es zu Wechselwirkungen von CBD und Medikamenten?

Eine indirekte Wechselwirkung zwischen CBD und Medikamenten hat mit dem Abbau dieser Medikamente zu tun. Da CBD spezielle Enzyme (wie zum Beispiel CYP2D6 und CYP2C19) hemmt, die allerdings im K√∂rper f√ľr den Abbau vieler pharmakologischer Wirkstoffe zust√§ndig sind, kann es zu der Wechselwirkung kommen, dass die Konzentration des Medikaments im Blut √ľber die daf√ľr vorgesehene Dauer hinaus ungew√∂hnlich hoch bleibt.

Zwar kann dies auch positive Effekte haben, wenn man zum Beispiel ohne die Dosis eines Medikaments zu erhöhen dessen Wirkdauer verlängern möchte, aber es kann auch das Risiko erhöhen, an einer ungewollten Überdosierung Schaden zu nehmen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass es kaum CBD Wechselwirkungen gibt, aber einige nachgewiesen wurde.

Unser Rat: Immer mit dem Arzt sprechen, wenn man starke Medikamente nimmt.

CBD beeinflusst Enzyme

Durch die Beeinflussung von CBD auf die Enzyme CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19 und CYP2D6 können weitere Wechselwirkungen auftreten.

  • Durch die Hemmungen von CBD bei CYP3A4 [1] k√∂nnen zum Beispiel diverse Antidepressiva wie Trazodon ihre Wirkung ver√§ndern.
  • Wenn CBD in Verbindung mit Medikamenten zum Beispiel auf das Enzym CYP2C19 [2] wirkt, kann dadurch beispielsweise die Wirkung von Ticlopidin als Thrombozytenaggregationshemmer beeintr√§chtigt werden.
  • Sollte CBD auf das Enzym CYP2C9 [3] wirken, k√∂nnte dadurch unter anderem die Wirkung von Torasemid als Schleifendiuretika ver√§ndert werden.
  • Wer CBD im Zusammenspiel mit CYP2D6 [4] verwendet, bei dem k√∂nnte sich die Wirkung von Tetrabenazin als Neuroleptikum ver√§ndern.

Dieses Risiko geht man auch ein, wenn man Drogen in Verbindung mit CBD konsumiert.

Wechselwirkungen mit Drogen (THC)

Studien haben herausgefunden, dass CBD der Antagonist des psychoaktiven THC (beide aus der Hanfpflanze gewonnen) darstellt. Wenn man also zuerst THC zum Beispiel raucht, wird durch eine anschließende Einnahme von CBD die Wirkung des THC vermindert oder gar ganz gehemmt.

Allerdings kann CBD, wenn man es vor dem Konsum von THC einnimmt, dessen Wirkung sogar verstärken.

Gleiches gilt auch f√ľr andere Medikamente. Der Grund daf√ľr ist, dass THC durch das gleiche Enzym wie andere Medikamente, das von CBD unterdr√ľckt wird, abgebaut wird. Eine f√ľr die betroffenen Patienten nicht w√ľnschenswerte Wechselwirkung erreicht CBD mit zytotoxischen Medikamenten, die in der Chemotherapie Anwendung finden.

Wie schon erw√§hnt hemmt CBD das P450-Enzym. Dieses ist unter anderem daf√ľr verantwortlich, dass die Dosierung der harten Chemo-Medikamente so hoch sein muss, da es diese abbaut. Wenn das Enzym dieser Aufgabe durch den Gebrauch von CBD allerdings nicht mehr nachkommen kann, steigt die Dosis der Zytostatika im Blut auf eine fatale H√∂he. 

Kontraindikation von CBD mit dem Arzt absprechen

In Deutschland werden pro Jahr rund 470 Millionen Rezepte ausgestellt. Bei zwei Prozent davon, also bei 9,4 Millionen, entstehen dem Patienten durch die Einnahme der verschriebenen Wirkstoffe Probleme. 846.000 dieser Probleme hätten vermieden werden können, wenn man den sogenannten Beipackzettel auf etwaige Neben- und Wechselwirkungen hin durchgelesen hätte. Zu vermeiden wären diese Fälle zum Beispiel dadurch, wenn man dem ausstellenden Arzt als Patient alle Mittel genannt hätte, die man zu sich nimmt.

Dieses Wissen und auch die pers√∂nliche wie famili√§re medizinische Vorgeschichte (Pr√§disposition) kann nach einer Konsultation eines Arztes auch durch eine vorher get√§tigte Einnahme von CBD zu einer Kontraindikation f√ľhren. Dies bedeutet, dass durch die vorher eingenommenen Mittel eine anschlie√üend vielleicht n√∂tige Behandlung oder Therapie verboten werden muss. Hierbei unterscheiden Mediziner zwischen einer absoluten und einer relativen Kontraindikation. Bei der absoluten Kontraindikation k√∂nnen gewisse medizinische Ma√ünahmen rigoros verboten werden. Bei der relativen Kontraindikation werden nur unter strengsten Auflagen und Abw√§gungen aller bestehender Risiken bestimmte weitere Behandlungen und Therapien zugelassen. 

Letztendlich gilt bei allen körperbeeinflussenden Stoffen, dass man immer gut damit fährt, im Vorfeld der Einnahme einen Facharzt des Vertrauens aufzusuchen und mit diesem alles bespricht.

Häufige Fragen zu den CBD Wechselwirkungen

  1. Welche Wechselwirkungen von CBD gibt es?

    CBD hat kaum Wechselwirkungen, kann aber mit einige Medikamenten nachgewiesener Ma√üen kontraindizieren. Es ist so, dass verschiedene Enzyme negativ (oder positiv) auf das CBD reagieren. Dies kann die Wirkung von manchen Medikamenten unterst√ľtzen oder aber negativ beeinflussen.

  2. Mit welchen Medikamenten darf ich CBD nicht einnehmen?

    Grundsätzlich gilt, dass Cannabidiol mit folgenden Arzneien wechselwirkt. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
    – Betablocker
    – Statine
    – Antiepileptika
    – Antibiotika
    – Blutverd√ľnner
    – entz√ľndungshemmende Schmerzmittel
    – Steroide
    – Antipsychotika
    – Antidepressiva
    – Benzodiazepine

  3. Gibt es Wechselwirkungen mit CBD und Ibuprofen?

    Laut aktuellen Studien und Empfehlungen wird CBD sogar als IBUPROFEN Ersatz empfohlen. Das CBD kann die Wirkung des Ibuprofens verst√§rken und Menschen mit Bluthochdruck m√ľssen damit aufpassen.

Quellen

[1] https://genetik.diagnosticum.eu/genetischediagnostik/genetische-diagnostik/pgs.html ‚Äď 24.09.2019

[2] https://pgsbox.de/pharma-sensor/CYP2C19?fbclid=IwAR00IyL2LAJjR4BHbSGnH-wdVTvq1R4DxXBd6UJ_9BN-CLPuX0IDy3IUKtI ‚Äď 24.09.2019

[3] https://pgsbox.de/pharma-sensor/CYP2C9?fbclid=IwAR0lo27fr8Sw_cAkvnbbyukZ7lfu66iDndOlnYFf5mUxa3IX8Bu848kIrsQ ‚Äď 24.09.2019

[4] https://pgsbox.de/pharma-sensor/CYP2D6?fbclid=IwAR1mURNkjYRVsPQ65mMO6ZrYxklvDr3e-WlhqLk_GbW8XNdN3AYOkFosUMs ‚Äď 24.09.2019

[5] https://www.mdpi.com/1420-3049/24/9/1694 – 27.07.2019


Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, dann so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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√úber den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus √Ėsterreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem f√ľr das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung √ľberzeugt, schreibt er nun fundiert √ľber alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".