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Coronavirus und CBD – Hilft Cannabidiol bei Viren?

Geschrieben von Stefan K.

Als infektiöse organische Strukturen werden Viren durch verschiedene Übertragungswege verbreitet. Zwar können zahlreiche Viren außerhalb von Zellen überleben, vermehren können sie sich allerdings nur innerhalb davon. Virologen sind sich überwiegend darüber einig, dass Viren aufgrund der Unfähigkeit sich zu reproduzieren und des nicht vorhandenen eigenen Stoffwechsels nicht zu den Lebewesen gezählt werden sollten. Da sie sich aber durchaus evolutionär verändern können, werden Viren oftmals als dem Leben nahestehend bezeichnet.

Hilfreich gegen die Ausbreitung von Viren im Körper ist ein starkes Immunsystem. Das Cannabidiol, kurz CBD, kann die Immunabwehr des menschlichen Körpers hilfreich unterstützen. Neben dieser Hilfsfunktion, sowie den weiteren Möglichkeiten, die CBD im Körper bewirken kann, beschäftigen sich Forscher mit den Wirkungsweisen von CBD bei Viruserkrankungen wie Herpes und Hepatitis.

Eine wichtige Feststellung im Rahmen der Wirkungsweise des CBD ist, obwohl es artverwandt mit dem THC ist, wirkt es nicht psychoaktiv, erzeugt keine Rauschzustände und macht ebenso wenig abhängig.

CBD stärkt das menschliche Immunsystem

Die Abwehrkräfte des menschlichen Körpers sind in der Regel viel beschäftigt. Parasiten, Bakterien sowie Viren haften auf Oberflächen (Toilettentüren, Einkaufswagen, Touchscreens, Haltestangen in Bussen u. v. m.) und versuchen, meist über die Schleimhäute oder die Atmungsorgane in den Körper einzudringen. Diese Eindringlinge sind meist so groß wie die Zellen im Körper. Damit muss sich das Immunsystem auseinandersetzen. Es muss gesunde von kranken, infizierten Zellen unterscheiden können.

Jedes Wirbeltier, somit auch der Mensch, besitzt sowohl ein angeborenes als auch ein anpassungsfähiges, adaptives Immunsystem. Für den Schutz unseres Gehirns ist ein besonderes Neuroimmunsystem verantwortlich. Das angeborene System ist vererbt und kann sozusagen traditionelle Angriffe auf den Körper abwehren. Die Abwehr komplettiert aber erst das adaptive Immunsystem. Dieses ist in der Lage, sich auf neue, bisher dem Körper unbekannte Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten einzustellen und zu bekämpfen.

Ein vor wenigen Jahren entdeckter, eigenständiger Teil der menschlichen Abwehrkräfte stellt das Endo-Cannabinoid-System (ECS) dar. Hier können Botenstoffe an die sogenannten CB1- und CB2-Rezeptoren andocken und das Immunsystem sinnvoll modulieren[1] und adaptieren. Zum einen kann der Körper selbst Cannabinoide herstellen und sie diesem Abwehrsystem zur Verfügung stellen, zum anderen kann man selbst mittels CBD-Produkten das ECS ansprechen. Speziell die CB2-Rezeptoren wurden bisher in Zusammenhang mit dem Immunsystem gebracht.

CBD kann laut einer aktuellen Studie[2] die Produktion von Zytokinen anregen. Zytokine sind Proteine, die unter anderem die Differenzierung von Zellen regulieren. Somit kann es den Abwehrzellen erleichtert werden, die kranken Zellen von den gesunden zu unterscheiden.

CBD bei Herpes-Viren

Eine der weit verbreitetsten Virusinfektionen ist jene mit dem Herpes-simplex-Virus. Die meisten Menschen kennen diese Erkrankung unter dem verkürzten Namen Herpes. Man unterscheidet das Herpes-Virus in Herpes simplex labialis (Lippenherpes) und Herpes simplex genitalis (Genitalherpes). Seltener als diese beiden Varianten, aber an dieser Stelle erwähnenswert, ist die generalisierte HSV-Sepsis, die bei Patienten mit einem Immundefizit auftritt.

Dass CBD antibakterielle Wirkungen aufweist, also gegen Bakterien (auch antibiotikaresistente) hilft, ist durch Studien[3] belegt. Lange Zeit galt es aber unter Forschern als unsicher, ob CBD auch gegen Viren hilfreich sein kann.

Bisher werden gegen Herpesviren meist sogenannte Cyclovir-Stoffe eingesetzt. Diese sind zwar durchaus wirksam, sind aber selbst mutagen. Das bedeutet, diese Stoffe können erbgutverändernd wirken. Daher sucht die Forschung nach Alternativen.

Seit Beginn der 1980er Jahre wurden immer wieder Untersuchungen angestellt, ob der dem CBD verwandte Cannabis-Stoff THC eine Behandlung von Herpes wirksam unterstützen kann. Die Studien[4] zeigten durchaus belegbare, teilweise beachtliche Erfolge. Dabei wurden in Laborversuchen die Wirkungsweisen von THC in Verbindung mit dem Herpes simplex labialis und dem Herpes simplex genitalis getestet. Die Versuche offenbarten, dass THC den Virus an der Vermehrung hindert. Am Menschen durfte damals nicht geforscht werden – nicht aus ethischen Gründen, sondern weil der Konsum von THC verboten war.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde der Zusammenhang der Wachstumshemmung von Herpes-Viren und THC immer wieder untersucht. Studien aus den Jahren 1991[5] und 2004[6] kamen zu ähnlichen Ergebnissen wie jene aus dem Jahr 1980. Bis auf die psychoaktive Wirkung und das Fehlen einer möglichen Abhängigkeit kann man davon ausgehen, dass CBD ähnlich wie THC bei Herpesviren wirkt. Direkte Studien mit CBD und den Herpesviren liegen noch nicht endgültig vor, aber die Vorläuferstudien mit THC lassen hoffen.

Heute werden CBD Öle oder auch CBD Kristalle speziell oberflächlich gegen Lippenherpes eingesetzt.

CBD bei Hepatitis-Viren

Innerhalb der EU sterben laut Zahlen der WHO 400 Menschen pro Tag an den Folgen einer Virushepatitis. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit rund 240 Millionen Menschen von dieser Virusinfektion betroffen sind. Der Verlauf einer Hepatitis ist in der Regel sehr aggressiv. Angegriffen wird die Leber, und ohne Behandlung kann dies zu sehr ernsthaften Folgen führen. Zu den Folgen dieser Viruserkrankung zählen Zirrhosen oder sogar Leberkrebs.

Hepatitis gibt es in den Formen A, B, C, D und E. Hep-B und Hep-C sind sehr aggressiv und greifen die Leber besonders schnell an.

In einer 2017 publizierten Studie[7] der School of Medicine der University of Maryland wird berichtet, dass CBD bei der Behandlung von Hepatitis C eine antivirale Wirkung aufzeigte. Das CBD in der Studie wirkte sich auch auf die CB2-Rezeptoren des ECS aus. Es aktivierte die Abwehrkräfte des Körpers. Dadurch wurde der Infektionsprozess verlangsamt. Die Ergebnisse der Studie lassen darauf schließen, dass CBD eine Verringerung der Replikation von Hep-C bewirkt. Die Studienergebnisse lassen aber auch den Schluss zu, dass CBD bei Hep-B keine signifikante Veränderung erbrachte. 

Corona Virus & CBD

Das Corona Virus SARS-CoV-2 hat für viel Unruhe, vielleicht sogar Panik gesorgt. Auf der ganzen Welt werden Hamsterkäufe getätigt. Vielleicht werden nun sogar CBD Produkte damit beworben, dass Sie gegen das Corona Virus helfen könnten.

Mal abgesehen davon, dass es gegen das Heilmittelwerbegesetz wäre, CBD gegen Corona zu bewerben, wäre es fraglich, ob CBD direkt etwas bringt. Dies haben wir in den oberen Abschnitten des Artikels ausführlich erklärt. CBD kann jedoch das Immunsystem stärken. Genau wie Vitamine, eine gesunder Ernährung und vieles weitere kann Cannabidiol ein Baustein sein, um gestärkt zu sein. Mit dieser Stärkung können Viren weniger am menschlichen Körper kaputt machen oder diesen angreifen.

Bleiben wir also seriös & sachlich: CBD heilt keine Corona-Virus-Patienten. Es ist aber durchaus eine Option um das Immunsystem zu stärken.

Fazit

  • Heilung bei Vireninfektionen verspricht CBD nicht – auch nicht bei Herpes, Hepatitis oder bei SARS-CoV-2, heute besser als Coronavirus bekannt.
  • Viele der Virusinfektionen haben eines gemeinsam – sie überwinden geschwächte oder noch nicht ausgereifte Immunsysteme. An diesem Punkt kann CBD aber durchaus hilfreich sein.
  • Damit es Viren schwerer haben, die Mauern der menschlichen Abwehrkräfte zu überwinden, kann das CBD mithilfe des ECS das Immunsystem stärken. War CBD bisher unter anderem als Alternative zu Antibiotika bekannt, legen Ergebnisse im Rahmen der Herpes- und Hepatitis-Forschung nahe, dass CBD durchaus auch das Potential haben könnte, bei Viruserkrankungen ein wichtiger Baustein bei der Behandlung oder auch der Prävention zu sein.


[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2748879/ – 28.02.2020

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2828614/ – 28.02.2020

[3] https://www.ganjapreneur.com/study-cbd-potential-potent-antibiotic/ – 28.02.2020

[4] https://www.microbiologyresearch.org/content/journal/jgv/10.1099/0022-1317-49-2-427#tab2 – 28.02.2020

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Suppressive+Effect+of+%CE%B4-9-Tetrahydrocannabinol+on+Herpes+Simplex+Virus+Infectivity+In+Vitro – 28.02.2020

[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC521080/ – 28.02.2020

[7] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3184401/ – 28.02.2020

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Über den Autor

Stefan K.

Stefan K.

Stefan ist nicht nur ein wertvoller Bestandteil des CannaTrust Magazins, nein er besticht auch mit einem fundierten Wissen zur Wirkungsweise von Cannabinoiden. Als Autor aus Österreich sammelte er gute Erfahrungen unter anderem für das Stadtblatt Salzburg. Auf "Cannabis" gekommen ist er durch die vielen positiven Medienberichte. Von der Wirkung überzeugt, schreibt er nun fundiert über alle Themenbereiche rund um das bekannteste Cannabinoid "CBD".