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Was ist CBD?

Geschrieben von Gunnar R.

CBD (Cannabidiol) und ist ein nicht-psychoaktiver, das heißt nicht berauschender Bestandteil der Hanfpflanze. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche positive Wirkungen von CBD auf den menschlichen Körper festgestellt, darunter insbesondere schmerzlindernde und antientzündliche Eigenschaften. Aus diesem Grund gewinnt der Pflanzenstoff als alternativmedizinisches Präparat und Nahrungsergänzungsmittel zunehmend an Bedeutung.

Hanf: Die natürliche Herkunft von Cannabidiol

Bereits seit über 5.000 Jahren wird Hanf medizinisch genutzt. Dabei kann man die Nutz- und Zierpflanze durchaus als natürliches Labor bezeichnen. Um die 500 Inhaltsstoffe sind mittlerweile bekannt. Für die pharmazeutische Nutzung interessant sind dabei v. a. die Phytocannabinoide, zu denen auch CBD gehört. CBD kommt vor allem im oberen Drittel der Hanfpflanze, aber auch in den Blüten vor. Biochemisch betrachtet ist es der Gegenspieler (Antagonist) von Tetrahydrocannabinol (THC), das als Rauschmittel weltweit bekannt und umstritten ist.

Genau genommen ist CBD Bestandteil der ätherischen Öle des Hanfs. Diese werden in den Pflanzenhaaren der weiblichen Exemplare produziert und vor allem in den Blüten gespeichert. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, den CBD-Gehalt zu steigern und die Qualität zu verbessern, werden spezielle Züchtungen betrieben. Durch genetische Veränderungen wird zudem darauf hingewirkt, den THC-Gehalt möglichst gering zu halten. Bei Züchtungen liegt dieser zum Teil bei deutlich unter 0,2 % und damit unter dem zulässigen Höchstwert in der Europäischen Union.

Die Gewinnung von CBD aus der Hanfpflanze

Um CBD aus der Hanfpflanze zu gewinnen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zu den gängigsten Methoden zählen die folgenden:

  • Alkoholextraktion
  • CO2-Extraktion

Dabei muss berücksichtigt werden, dass das therapeutisch wirksame CBD in der Pflanze zunächst in inaktiver Form als Carbonsäure, im konkreten Fall als CBDa, vorliegt. Das A am Ende steht für Acid, also die englische Bezeichnung für Säure. Hanf selber produziert demnach immer nur die Vorstufe dessen, was wir als Produkte nutzen. Das gilt sowohl für CBD als auch für das hierzulande umstrittene THC. Um am Ende ein wirksames Produkt in den Händen zu halten, müssen also zwei entscheidende Schritte erfolgen:

  1. Die Herauslösung der Bestandteile aus der Hanfpflanzen (Extraktion)
  2. Die chemische Aktivierung der Inhaltsstoffe durch eine sogenannte Decarboxylierung (Abspaltung von Kohlenstoffatomen)

Bei der Alkoholextraktion wird die Tatsache genutzt, dass Cannabidiol mit Hilfe von Alkohol leicht aus der Hanfpflanze gelöst werden kann. Diese Methode wird in der Regel verwendet, um reines CBD (CBD-Isolat) herzustellen. Dieses ist weitestgehend frei von anderen Cannabinoiden wie THC.

Die CO2-Extrkation erfolgt grob durch folgende Maßnahmen: Der erste Schritt besteht in einer Zerkleinerung und Erhitzung des Hanfs auf bis zu 150 °C. Anschließend wird unter hohem Druck flüssiges und stark gekühltes Kohlendioxid hinzugeführt, wodurch sich die einzelnen Pflanzenbestandteile trennen und das CBDA zu CBD umgewandelt wird. Im letzten Schritt wird das CBD von den anderen Inhaltsstoffen getrennt. Dieses Verfahren wir heute am häufigsten verwendet, beispielsweise bei der Herstellung von Vollspektrum-Extrakten. Das sind Extrakte, die neben CBD auch zahlreiche weitere Cannabinoide enthalten.

Die Wirkung von CBD

Gelangt der Wirkstoff z. B. in Form von CBD-Öl oder CBD-Kapseln in unseren Körper, wird er über die Blutbahn im Körper verteilt, wo er seine Wirkungen entfaltet. Die Wirkungsweisen sind so vielseitig, dass CBD in vielen Fällen eine schulmedizinische Behandlung meistens zwar nicht ersetzt, durchaus aber sinnvoll ergänzen kann.

Die Wirkung von CBD lässt sich nicht eingrenzen. Vielmehr entfaltet der Pflanzenstoff im Körper zahlreiche Effekte. CBD wirkt nachgewiesenermaßen:

  • Antientzündlich/entzündungshemmend
  • Appetitzügelnd
  • Schmerzlindernd
  • Beruhigend
  • Angstlösend
  • Antipsychotisch
  • Zellschützend
  • Krampflösend
  • Antipyretisch (gegen Übelkeit und Erbrechen)
  • Schlaffördernd
  • Abwehrstärkend

Damit wirkt es teilweise genau dem THC entgegengesetzt. Zwar berichten viele Cannabis-Konsumenten nach dem Konsum von einer Beruhigung, was bei CBD identisch ist, beim Thema Hunger sieht es aber ganz anders aus: THC steigert den Appetit, während CBD den Hunger abmildert. Sogar eine tumorhemmende Wirkung wurde nachgewiesen, wobei diese Behandlung nur in enger Absprache mit dem Arzt erfolgen darf und derzeit intensiv erforscht wird.

Durch die Blutbahn im Körper angekommen, tritt CBD in Wechselwirkung mit verschiedenen Rezeptoren im Gehirn und dem Immunsystem. Forscher haben herausgefunden, dass CBD mehr als zehn verschiedene Wirkungsmechanismen entfaltet. Es greift in die verschiedensten Signalwege ein und beeinflusst damit auf positivem Wege den Stoffwechsel. Zum Vergleich: THC beeinflusst lediglich zwei Rezeptoren, wirkt aber dennoch stark berauschend. Genau diese sogenannte psychoaktive und potenziell suchtauslösende Wirkung fehlt bei CBD, was es für die alternative Medizin so wertvoll macht. Die Gesamtheit der Rezeptoren, auf die CBD einwirkt, heißt Endocannabinoid-System.

Die Anwendungsgebiete von CBD-Produkten

CBD wirkt nicht nur im Gehirn, sondern in den unterschiedlichsten Körperregionen. Das liegt daran, dass die CBD-Rezeptoren ebenfalls über den Organismus verteilt sind. Entsprechend vielseitig sind die Anwendungsgebiete und Indikationen. Zu den Krankheiten, bei denen CBD bereits unterstützend erfolgreich eingesetzt wurde, zählen unter anderem:

  • ADHS
  • Alzheimer
  • Antibiotikaresistenz
  • Arthrose
  • Depressionen / Angststörungen
  • Epilepsie
  • Fibromyalgie
  • Entzündungen
  • Krebs
  • Migräne
  • MS
  • Osteoporose
  • Schlafstörungen

Zudem wird in Studien die unterstützende Anwendung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Tumorschmerzen und vielen mehr untersucht.

Die richtige CBD Einnahme

Die empfohlene CBD-Dosis ist von vielen Faktoren wie Größe, Alter, Gewicht und Indikation abhängig. Geht es nur darum, etwas weniger nervös zu sein, sich vitaler zu fühlen oder leichte Schlafstörungen zu bekämpfen, sind meiste recht geringe Dosierungen möglich. Das gilt auch, wenn andere Medikamente (z. B. Schmerzmittel, Beruhigungsmittel o. ä.) unter ärztliche Aufsicht schrittweise reduziert werden sollen. Sehr individuell ist auch die Verzehrempfehlung. Hier ist es in jedem Fall ratsam, sich im Einzelfall mit seinem Arzt oder Apotheker in Verbindung zu setzen. Eine häufige Anfangsdosis ist ein bis zwei Tropfen unter die Zunge. Es gibt jedoch neben CBD-Öl noch eine ganze Reihe weiterer Darreichungsformen wie zum Beispiel

  • CBD Kapseln
  • CBD Kristalle
  • CBD Pasten
  • CBD Kosmetika
  • CBD E-Liquids

Apotheken und Einzelhandel bieten CBD in Form von Weich- oder Hartkapseln an. In den Weichkapseln ist das Öl enthalten, das sich durch die verdauliche Kapsel jedoch erst im Magen entfaltet und damit nicht in den Kontakt mit den Geschmacksknospen der Zunge gerät. Vorteile von CBD-Kapseln sind die genaue Dosierungsmöglichkeit, die Geschmacksneutralität, die gute Verträglichkeit und die Möglichkeit, die Einnahme unkompliziert und an jedem Ort durchführen zu können. Manche Anwender stört aber der vergleichsweise späte Wirkeintritt. Zudem fällt es einigen Menschen schwer, größere Kapseln zu schlucken. Und natürlich wird für die Einnahme der CBD-Kapseln ein Schluck Flüssigkeit benötigt.

Cannabidiol in Form von Öl war die erste Darreichungsform, die es auf dem Markt gab. Bis heute ist CBD-Öl das am häufigsten verkaufte Präparat dieser Wirkstoffgruppe in Deutschland. Die einzelnen Öl-Produkte unterscheiden sich vor allem in der Wirkstoffkonzentration und der Herstellungsform. Da CBD gut fettlöslich ist werden Pflanzenöle als Trägersubstanz verwendet. Die Einnahme erfolgt in dem der Anwender das Öl auf oder unter die Zunge tropft und dann schluckt. Auch hierbei ist die Dosierung sehr einfach und die Einnahme kann ohne Flüssigkeit erfolgen. Gleichwohl sagt der leicht bittere Geschmack nicht jedem zu. Es kann bis zu zehn Minuten dauern, bis dieser verschwunden ist.

Relativ neu auf dem Markt sind zahlreiche Produkte aus dem Bereich der CBD Kosmetik. Sie sind aber mittlerweile in immer mehr Geschäften und Online Shops zu erwerben und richten sich unter anderem gegen

  • Juckreiz
  • Pickel
  • Schuppenflechte
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Verspannungen

Die meisten Hersteller empfehlen pro Tag eine zweimalige Anwendung unter Einmassieren. Zu diesen Produkten gehören unter anderem CBD Creme, CBD Salbe und auch CBD Massageöle.

Nebenwirkungen durch CBD?

Insgesamt gilt CBD als sehr gut verträglich und nebenwirkungsarm. Obgleich seit Jahrtausenden als Heil-, Zier- und Nutzpflanze beliebt, interessiert sich die Schulmedizin erst seit kurzer Zeit für Cannabisprodukte. Daher fehlen noch Studien, die mögliche Langzeit-Nebenwirkungen untersuchen. Betrachtet man sich jedoch die allgemeinen Erfahrungen, wird nur selten über negative Erfahrungen mit dem Naturstoff berichtet. Gelegentlich erwähnen Anwender Müdigkeit, Schwindel und Übelkeit. Grundsätzlich ist eine schlechte Verträglichkeit immer dann zu befürchten, wenn die Produkte verunreinigt oder nicht reiner Herstellung sind. Durch das breite Wirkspektrum kann es zudem sein, dass man als Anwender Wirkungen verspürt, die nicht seiner ursprünglichen Intention entsprechen. Hier kann jedoch nicht von Nebenwirkungen durch CBD gesprochen werden.

Weil Langzeitstudien bislang fehlen, sollten Schwangere und Stillende auf die Einnahme CBD-haltiger Produkte verzichten oder diese zumindest in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt koordinieren. Es gibt Hinweise, dass CBD aufgrund seiner Wirkungsweise Auswirkungen auf die Funktion der Plazenta haben könnte.

Auch bei natürlich Produkten wie CBD müssen mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten/chemischen Verbindungen berücksichtigt werden. Im konkreten Fall sind dies insbesondere all jene Medikamente, die auf demselben Weg abgebaut werden, wie CBD. Hier sind insbesondere folgende Wirkstoffe zu nennen:

  • Diclofenac (Schmerzmittel)
  • Pantoprazol/Omneprazol (Medikamente gegen Sodbrennen)
  • Warfarin (Blutgerinnungshemmer)
  • Risperidon und weitere Neuroleptika
  • Antihistaminika (antiallergische Medikamente)
  • Blutdruckmedikamente
  • Antidepressiva
  • Immunsuppressiva (Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken)

Vorsicht ist auch bei der gleichzeitigen Anwendung von CBD und Alkohol geboten.

Zusammengefasst

  • CBD entstammt der Hanfpflanze, wirkt jedoch nicht berauschend und ist deshalb legal.
  • Für die Herstellung von CBD wird ausschließlich THC-armer Nutzhanf verwendet.
  • Hanf selbst beinhaltet die Vorstufe CBDa. Durch Decarboxylierung wird daraus Cannabidiol
  • Das Cannabinoid hat zahlreiche positive Wirkungen auf den Körper.

Bei der Einnahme von cannabinoidhaltigen Produkten kann es unter Umständen zu Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten kommen. Sollten Sie selbst Medikamente einnehmen, dann so ist der Einsatz von CBD und anderen Cannabinoiden vorher mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

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Über den Autor

Gunnar R.

Gunnar arbeitet seit der ersten Stunde für CannaTrust und konnte mit dem Projekt sein Enthusiasmus für Cannabis, speziell CBD, in Wort und Schrift umsetzen. Als Wirtschaftsjournalist hat Gunnar bereits für renommierte Medien wie Stern, Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung geschrieben. Darüber hinaus verfügt er durch seine Mitarbeit an der größten medizinischen Online-Enzyklopädie Europas über ein überaus detailliertes Verstädnis für Wirkungsweisen von Medizinprodukten.